Ausgeflippte Babynamen

Wenn Promis ihre Kinder zu Mobbing-Opfern machen

Stars betrachten die Namensgebung ihrer Kinder als Konkurrenzkampf. Blöd nur, dass die Kinder später darunter zu leiden haben, was ihre Eltern ihnen in ihrem kreativen Wahn angetan haben.

Dass gerade Schauspieler das Gefühl haben, permanent im Mittelpunkt stehen zu müssen, ist nichts Neues. Allerdings ist dieses Konkurrenzverhalten inzwischen auch in gewisser Hinsicht auf den Nachwuchs der Stars und Sternchen übergegangen. Die prominenten Muttis und Vatis versuchen such nämlich in Sachen Namensgebung immer häufiger zu übertrumpfen. Nach dem Motto ‚Je verrückter, desto besser’ batteln die VIPs sich mit neusten Kreationen, wenn es darum geht, wie ihr Sprössling gerufen werden soll.

Den jüngsten Vogel hat eindeutig Alicia Silverstone (34) abgeschossen. Die Aktrice, die am vergangenen Freitag in Los Angeles einen kleinen Jungen zur Welt brachte, nannte ihren Sohn Bear Blu Jarecki. Damit sorgte sie sicher nicht nur für etwas verwirrtes Erstaunen, sondern auch für ein paar abfällige Bemerkungen. Schließlich ist es doch etwas gewöhnungsbedürftig, sein Kind nach einem Tier zu benennen.

Ebenfalls abgedreht sind die Vornamen der Zwillinge von Soul-Diva Mariah Carey (42) und Nick Cannon (30). Die Sängerin und ihr Mann wollten wohl besonders ausgeflippt sein und wählten für ihren Sohn den Namen Moroccan, ihre Tochter soll auf den Namen Monroe hören. Die ausschlaggebende Inspiration erhielten die beiden übrigens von ihrem im marokkanischen Stil eingerichteten New Yorker Apartment, in dem der Rapper ihr einen Heiratsantrag gemacht hatte. Zudem gab der Sprecher der einstigen Oktavenqueen beim Fernsehsender CNN bekannt, dass Carey Marilyn Monroe als ihr persönliches Idol ansieht und sie deswegen ihre Tochter nach ihr benennen wollte. Nun ja, wenigstens hat die dralle Mariah darauf verzichtet, ihre Babys nach ihren Lieblingsspeisen zu benennen. Sonst wären aus Morrocan und Monroe womöglich noch Pizza und Cranberry geworden.

Allerdings sind Silverstone, Carey und Cannon nicht die einzigen in Hollywood, die ihr Kind durch den ausgefallenen Vornamen schon jetzt zu einem potentiellen Mobbing-Opfer in späteren Jahren gemacht haben. Auch Nicole Kidman (43), Geri Halliwall oder Nicolas Cage (47) haben sich in dieser Riege einen Ehrenplatz gesichert. Kidman und ihr Mann Keith Urban (43) tauften ihre erste Tochter Sunday Rose (2) und besiegelten damit, dass auch Wochentage als durchaus ernst zu nehmende Namensideen angesehen werden können. Bei ihrem zweiten Baby hielten sie sich dann jedoch etwas zurück und gaben ihr wenigstens einen Namen mit einer eindeutig besseren Assoziation und nannten sie Faith (5 Monate).

Was Nicolas Cage bei der Namensgebung seines Sohnes geritten haben muss, ist wohl jedem bis heute gänzlich ein Rätsel. Der arme Bub wurde nach Superman benannt und wird seit seiner Geburt Kal-El gerufen. Sollten der Schauspieler und seine Frau Alice Kim also noch einmal Nachwuchs bekommen, bleibt dann nur noch zu hoffen, dass dieser nicht im Wahn von überwältigenden Vatergefühlen und überhäuften Schwangerschaftshormonen nach irgendwelchen Actionhelden benannt wird und am Ende noch einen Namen wie He-Man oder She-Ra verpasst bekommt.

Geri Halliwall wählte den Namen Bluebell Madonna für ihre Kleine. Der Grund: Ihre Mutter erklärte ihr, dass Bluebell eine total ausgefallene Bezeichnung für eine sehr seltene Blume ist, was der Blondine besonders gut gefiel und sie dazu animierte ihr Kind danach zu benennen. Kollegin Victoria Beckham (37) könnte da allerdings noch einen drauf setzen. Die Mode-Ikone erwartet ihr erstes Mädchen im Sommer und feilt jetzt schon unter Hochdruck an einem genialen Rufnamen. Ginge es nach der Designerin, könnte ihr viertes Kind mit Sicherheit einen Namen wie Givenchy oder Chanel bekommen, aber zum Glück hat ihr Mann Becks da ja auch noch ein Wörtchen mit zu reden.

Besonders einfallsreich waren übrigens auch der inzwischen verstorbene Michael Jackson (†50) und sein Bruder Jermaine (56). Weil der King of Pop seinen Namen anscheinend grandios gut fand, wurden auch seine beiden Söhne Michael Jackson genannt. Allerdings wird der Erstgeborene nur Prince (14) gerufen, Michael Jackson II hört eigentlich nur noch auf den Namen Blanket (9). Und auch bei Jermaine Jackson kann man eine gewisse Selbstverliebtheit nicht leugnen. Der Bruder des Weltstars gab seinem Kind den Namen Jermajesty (10) – eine Mischung aus seinem eigenen Namen Jermaine und Majestät.

Doch wie es aussieht, haben auch andere Musiker hin und wieder kleine gedankliche Aussetzer. Blöd nur, wenn diese zu ungünstigen Zeitpunkten einsetzen. Songwriter Bob Geldof (59) setzte sich dafür ein, dass seine Liebsten Fifi Trixibelle (28), Peaches Honeyblossom (22), Pixie Frou-Frou (20) und Heavenly Hiraani Tiger Lily (14) genannt wurden – und nein, bei diesen vieren handelt es sich nicht um seine Hunde, sondern um seine Töchter.

Leiden werden sicherlich auch die Kinder von Promi-Koch Jamie Oliver (35). Er und seine Frau Jools benannten ihre drei Töchter alle nach einer anderen Blume: Poppy Honey Rosie (9), Daisy Boo Pamela (8), Petal Blossom Rainbow (2). Ihr viertes Kind, ein Junge, wurde dann verrückterweise Buddy Bear Maurice getauft, was übersetzt so viel wie Bärenkumpel heißt. Na, ganz großes Kino.

Ach ja, und dann gibt es da auch noch ein paar B-Sternchen auf dem roten Teppich, die wohl die Namensgebung ihres Kindes zum Anlass genommen haben, um sich in den Vordergrund zu spielen. US-Schauspielerin Shannyn Sossamon (32) wählte für ihren Sohn die Kombination Audio Science Clayton, „My Name is Earl“-Darsteller Jason Lee (31) entschied sich für Pilot Inspektor als sein Kind das Licht der Welt erblickte. Musiker Frank Zappa (†52) schien wohl bei allen drei Geburten seiner Kinder unter Drogeneinfluss gestanden zu haben. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass seine Nachkömmlinge Diva Thin Muffin Pigeen (31), Dweezil (41) und Moon Unit (43) genannt wurden.

Obwohl es auch in Deutschland das eine oder andere Promi-Kind hart getroffen hat – man denke nur an die Ochsenknecht-Sprösslinge Jimi Blue (19), Wilson Gonzalez (21) oder Cheyenne Savannah (11)- halten sich die Stars und Sternchen hierzulande noch einigermaßen zurück. Verona Pooths (43) Sohn fällt mit seinem Namen San Diego (7) ebenfalls noch aus der Reihe, sein Geschwisterchen soll in diesem Jahr geboren werden, der Name ist jedoch noch in der kreativen Entwicklungsphase.