Weihnachtszeit ist auch Premierenzeit. So ist es nicht verwunderlich, dass auch Regisseur Tom Tykwer am Montag mit seinem neuen Werk „Drei“ im Delphi in Charlottenburg Premiere feierte. „Drei“ handelt – der Titel bringt es auf den Punkt – von einer Ménage à trois. Daher gibt es drei Hauptdarsteller: Sophie Rois, Devid Striesow und Sebastian Schipper, die gemeinsam mit Tykwer und Produzent Stefan Arndt die Dreiecksgeschichte präsentierten. Auf dem roten Teppich hielten sich Gäste wie Karoline Herfurth, Henry Hübchen, Katja Riemann und Heike Makatsch aber nur kurz auf – bei minus fünf Grad trieb es sie schnell ins Kino.

Für Tykwer ist „Drei“ nach drei internationalen Produktionen („The International“, „Das Parfum“, „Heaven“) wieder mal ein Film in deutscher Sprache, für den er auch das Drehbuch schrieb. „Die Sprache ist ein wirkliches Thema für mich“, sagte Tykwer. Er spreche zwar sehr gut Englisch, doch gäbe es dabei immer einen Umweg über die innere Übersetzung.

Für Sophie Rois war es die erste Arbeit mit Tykwer. Es war aber weniger der Regisseur, der ihr Sorgen machte, als die vielen Sexszenen. „Ich bin katholisch. Ganz nackt vor Fremden, das ist nichts für mich“, sagte Rois. Für sie bestand die Herausforderungen in diesen Szenen darin, „ mindestens ein kleines Kleidungsstück rein zu schmuggeln“, so Rois lachend. Ihr Kollege Devid Striesow ist da härter gesotten: „Ich habe 40 Mal die Lady Macbeth vor 1400 Zuschauern nackt gespielt.“ An dem Film habe ihn die Zusammenarbeit mit Tykwer, die Konstellation und das Drehbuch gereizt.

„Dreier-Beziehungen sind schon in der Politik eher selten und sehr schwierig“, witzelte Klaus Wowereit (SPD). Aber was reizte Tykwer selbst an der Dreiecks-Thematik? Er heiratete vor einem Jahr seine Frau Marie, und seine Ménage à trois besteht ganz bürgerlich aus: Vater, Mutter, Kind. „Die Exklusivität aller Gefühle in einer einzigen Beziehung ist in meinen Augen emotionaler Faschismus“, so Tykwer. Das Spektrum unserer Gefühle sei unendlich viel reicher.

jess