6. Februar

Die 59. Berlinale begann mit "The International"

Wieder ist Berlin Weltfilmstadt. am 5. Februar begann die Schau mit dem Spaziergang der ganz großen Namen über den Roten Teppich vor dem Berlinale Palast. Tilda Swinton, Tom Tykwer, Armin Mueller-Stahl und Clive Owen: Sie alle wollten einen Film sehen: Tom Tykwers "The International", der die Filmfestspiele eröffnete.

„Berlinale ist everything. Sie ist weltweit in den Kalendern ein wichtiger Termin“, lobte Bernd Eichinger, dessen Film „Der Baader Meinhof Komplex“ gerade für den Oscar nominiert wurde. Zur glanzvollen Eröffnung der 59. Filmfestspiele am Donnerstagabend im Berlinale-Palast kam der Münchner Filmproduzent wie gewohnt in Turnschuhen zum Nadelstreifenanzug. Axel Milberg war einer der wenigen, der in Jeans über den 25 Meter langen roten Teppich lief – was seine Frau Judith mit „er hat die falsche Hose zum Anzug eingepackt“ entschuldigte. Sonst kamen die 1600 Gäste von Festivaldirektor Dieter Kosslick in Designer-Roben und feinstem Zwirn.

Draußen warteten die Fans in Trauben, vor allem auf Clive Owen, den smarten Hauptdarsteller des Eröffnungsfilms „The International“. Im Foyer staute es sich ebenfalls schnell, weil sich die Prominenten in Wiedersehensfreude verplauderten. Irgendwann wurde es Kosslick zu bunt, die Zeit lief ihm weg. Der Film sollte längst laufen, da suchte Clive Owen noch nach seiner Frau Sarah-Jane Fenton, die er im Gewühl verloren hatte. „Schiebt jetzt einfach mal durch“, rief Kosslick und machte die „Alle mir nach“-Handbewegung.

Moderatorin Sandra Maischberger schwärmte von Clive Owen: „Er ist sensationell, spielt grandios, hat so einen nachdenklichen Gesichtsausdruck. Guter Typ.“ Ulrich Wilhelm, Sprecher von Kanzlerin Angela Merkel, sagte: „Der Eröffnungsfilm ist ja nicht immer der Höhepunkt unter den Filmen der Berlinale, aber den hier halte ich für einen der Höhepunkte. Ich habe viel gelesen über den Film, und das Thema ist ja unverhofft in den Mittelpunkt gerückt durch die Weltbank-Problematik. Ob er mit Frau Merkel noch mal reingehen wird? „Sie ist interessiert an meinem Urteil über den Film. Und sie kommt nächste Woche auf die Berlinale.“

Witzig drauf war Michael Gwisdek: Auf dem Teppich tat er so, als fiele er hin. Dann scherzte er: „Ich habe gehört, das soll ein Farbfilm sein. Ich sehe sehr gerne Farbfilme. Hab mich dran gewöhnt jetzt langsam.“

Überraschungsgast war Herbert Grönemeyer. Wenn ihm einer mal ein vernünftiges Drehbuch schicken würde, könne er sich gut vorstellen, wieder zu schauspielern“, sagte der Sänger, der in den 80ern zur Crew von „Das Boot“ gehörte. Den Film „The International“ schaute sich Grönemeyer mit einem Uralt-Freund an. „Wir sind schon vor 30 Jahren zusammen ins Kino gegangen. Er ist inzwischen Professor für Film in Hamburg.“

Schauspielerin Nina Petri, die 1994 mit Tom Tykwer den Film „Die tödliche Maria“ gedreht hatte, lobte: „Er ist trotz seines großen Erfolges ganz der alte geblieben, sehr bescheiden und liebenswert. Ich bin stolz auf ihn.“ Film- und TV-Star Matthias Brandt kam ohne seine Frau Sophia: „Ich bin zu Hause der Einzige, der nicht vergrippt ist.“ Altbundespräsident Richard von Weizsäcker überraschte mit dem Titel seines Lieblingsfilms. „Das ist ,Pünktchen und Anton’ von Caroline Link. Ich hoffe, ich treffe Frau Link heute hier.“

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