107. Geburtstag

Heesters rührendes Liebesgeständnis an seine Frau

Bei seiner Geburtstagsfeier im Erfurter Kaisersaal sprüht "Jopi" Heesters nur so vor Lebensfreude. Und zeigt sich als wahrer Charmeur.

Es dauert nicht eine Minute, dann hat „Jopi“ Heesters sein Publikum schon begeistert. Er steht im Erfurter Kaisersaal am Piano, macht Scherze und kündigt sein erstes Lied an. „Ich knüpfe manche zarte Bande“ will er singen. Die ersten Zuschauer applaudieren, manche erheben sich. Auf der Gala zu seinem 107. Geburtstag genießt der älteste noch aktive Bühnenkünstler das Rampenlicht. Weggefährten und Freunde wie Ute Freudenberg, Caroline Beil oder Peter Wieland stellt er an diesem Abend in den Schatten.

Trotz des hohen Alters trifft Heesters bei seinen Klassikern wie „Ich bin gottseidank nicht mehr jung“ oder „Man müsste Klavier spielen können“ aus dem Jahr 1941 nahezu jeden Ton. Seinen Hit „Ich werde 100 Jahre alt“ textet er spontan in „Ich werde 108 Jahre alt" um. Bei seinem wohl größten Erfolg „Da geh ich ins Maxim“ singt und klatscht das Publikum auf den Rängen mit, ruft Bravo. Im Saal sind nur noch wenige Plätze frei. „Jopi“ bedankt sich: „Ich freue mich, dass ich mein Geburtstag hier feiern kann.“ Er stützt sich mit beiden Händen am Piano ab.

Die Bühne ist schlicht: Ein Piano, ein Schlagzeug und ein Bass. Mehr ist nicht nötig. Der Jubilar in Frack, weißer Weste und Seidenschal soll im Mittelpunkt stehen. An der Bühnenwand leuchten Bilder auf, die sein facettenreiches Leben nachzeichnen – als Jungspund auf dem Fahrrad, als Tänzer mit Hut oder Sänger mit Notenblatt.

Das Ambiente passt. Von der Decke hängen wuchtige Kronleuchter, die Ränge sind mit Schnitzereien verziert. Singt Heesters nicht, dann nimmt er neben seiner Ehefrau Rethel-Heesters (61) Platz. Dann nickt er zu den Liedern von Freudenberg oder Wieland. Beil singt: „Jopi, we love you just the way you are“. Heesters Hände liegen auf seinem Schoß, die Beine hat er überschlagen. Seine Lackschuhe sind blank poliert.

Der Abend ist ein Rückblick auf ein facettenreiches Leben. Schauspieler Thomas Fritsch liest aus Heesters Erinnerungen. Eigentlich wollte der 1903 im niederländischen Amersfoort geborene Heesters zunächst katholischer Geistlicher werden, entschied sich aber für eine Gesangs- und Schauspielausbildung. Im Alter von 17 Jahren betritt er erstmals die Bühne. Im nächsten Jahr will er sein 90. Bühnenjubiläum feiern.

Hin und wieder merkt kann man Heesters sein Alter an. Moderatorin Beil muss die Frage noch mal wiederholen. Doch der Entertainer kaschiert es mit Witz. Er liebt das Bad in der Menge. Sein Publikum fragt er, welche Lieder er als nächstes singen soll.

„Es ist so schön, Musik zu machen“, sagt Heesters. Den Pianisten und das Orchester bittet er, ein wenig leiser zu spielen. Damit man seine Stimme hört. Unerwartet macht er mitten im Lied seiner Ehefrau ein Liebesgeständis: „Sie macht mich so glücklich. Mein Herz gehört Simone“, singt Heesters. Erst vor wenigen Wochen hatte er das Rauchen aufgeben – aus Liebe zu seiner „wunderbaren Frau“.

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