Bestsellerautor Ken Follett ist ein realistischer Mensch. Er gibt zu, dass vor allem Glück, aber mehr noch Talent, für seinen Erfolg verantwortlich sind. „Bücher zu schreiben, muss einem einfach liegen. Das ist so als würde man einen Song komponieren. Da braucht man Gespür, um die perfekte Melodie zu finden.“ Follett spielt selbst Bass in einer Bluesband. Wie man einen Hit schreibt, das gibt er jedoch zu, hat er nie verstanden. Er liefert prompt ein Beispiel und singt das Lied „Four Kicks“ der Band Kings of Leon. Dabei macht er Bewegungen wie ein Dirigent vor seinem Orchester. „Das Lied besteht aus vier Noten auf dem Bass. Mehr nicht! Da wäre ich nie drauf gekommen“, gesteht er und lehnt sich lachend wieder zurück.

Ken Follett ist ein entspannter Charakter. Zwar ist es kalt und ungemütlich draußen, aber er kommt trotzdem gern mit vor die Tür und posiert geduldig für ein Foto. Entspannt lehnt er sich dafür an ein Stück Berliner Mauer. Schwer vorstellbar, dass überhaupt einmal so etwas wie Stress bei dem Bestsellerautor aus Wales aufkommt, so gelassen wie er wirkt.

Zurück im Hotel setzt sich Ken Follett auf eine Couch und beginnt sofort, von Berlin zu schwärmen. „Es war schon immer eine aufregende Stadt. Schließlich ist hier das Zentrum der europäischen Geschichte.“ Der Schriftsteller ist gerade auf Lesetour und stellt sein neues Werk „Sturz der Titanen“ vor.

Das Buch spielt auch im Berlin vor dem Ersten Weltkrieg. Es ist der erste Teil einer Trilogie, in der der Erste und der Zweite Weltkrieg, sowie der Kalte Krieg behandelt werden. Deshalb werden auch die nächsten Bände einen starken Bezug zu Berlin haben. „Klar können sich die Menschen hier darauf freuen, viele Ecken ihrer Stadt wieder zu erkennen. Aber ich werde noch nichts verraten. Sonst kauft sich ja keiner mehr die Bücher“, sagt Follett und lacht.

Kaum ein Autor hat in den letzten Jahren so viele Bücher verkauft. „Viele schreiben über das, was sie selbst interessiert. Dann hoffen sie, dass sie damit auch andere Menschen erreichen“, sagt Follett und erklärt seine Intention zu schreiben so: „Ich will Bücher schreiben, die die Leser interessieren. Ich glaube, das funktioniert ganz gut.“ Das tut es. Zumindest die Verkaufszahlen geben ihm recht. Allein sein erster Bestseller „Die Nadel“, aus dem Jahr 1979, verkaufte sich mehr als zwölf Millionen Mal. Bis heute folgten fast zwanzig weitere Verkaufsschlager.

Ken Follet weiß eben genau, was er am besten kann und was er will. Er will weiter Bücher schreiben. Und zwar auch, weil es das ist, was ihm und seinen vielen Millionen Lesern auf der ganzen Welt am meisten Spaß macht.