Natalia Wörner war in den vergangenen Tagen quasi überall: Ob Bambi-Verleihung, Preis der Kindernothilfe oder Gala im Jüdischen Museum – stets stand die attraktive Schauspielerin im Mittelpunkt und wurde heftig umschwärmt, zuletzt von Giovanni di Lorenzo, ihrem Tischnachbarn im Jüdischen Museum, der passenderweise ohne seine Partnerin Sabrina Staubitz gekommen war. Erfolg macht eben sexy.

In der Verfilmung von Ken Folletts Bestseller „Die Säulen der Erde“ (Montag, 20.15 Uhr, SAT1) spielt Wörner an der Seite internationaler Stars wie Donald Sutherland und Ian McShane.

"Es ist schön, aus der eigenen Komfortzone herauszukommen und internationale Filme zu drehen. Ich genieße das sehr“, sagt die Schauspielerin, die ihre Rolle im vierteiligen Mittelalter-Epos als „Highlight meiner Karriere“ beschreibt.

In „Die Säulen der Erde“ spielt sie die Heilerin Ellen. Eine alleinerziehende, starke, selbstbewusste Frau mit einer großen Fähigkeit zur Liebe. „Ellen ist eigentlich eine sehr moderne Frauenfigur“, erzählt Wörner, und man merkt, dass ihr diese Rolle am Herzen liegt. Stark, sinnlich, selbstbewusst – mit solchen Attributen wird die 43-Jährige selbst oft beschrieben. „Es ist für mich ein großes Kompliment, starke Frauen spielen zu dürfen. Ich glaube, dass eine Frau, je stärker sie ist, desto offensiver sie auch mit ihren Schwächen umgehen kann.“

Natalia Wörner ist in einem reinen Frauenhaushalt aufgewachsen, eine Erfahrung, die sie geprägt hat. Nach dem Abitur ging sie nach New York und besuchte die renommierte Lee-Strasberg-Schauspielschule. In Deutschland gehört sie seit vielen Jahren zu den gefragtesten Film- und Fernsehschauspielerinnen. Privat musste die 43-Jährige aber auch mit Niederlagen fertig werden. Von ihrem Mann, dem kanadischen Schauspieler Robert Seeliger (44), hat sie sich 2008 nach nur zwei Jahren Ehe getrennt. Die beiden haben einen Sohn, Jacob (4). Trotz der gescheiterten Ehe ist der Kontakt zu ihrem Ex-Mann nach wie vor gut. Während Wörner für „Die Säulen der Erde“ vor der Kamera stand, kümmerte sich Seeliger um Jacob.

Für Natalia Wörner ist die Mittelalter-Saga, die vom britischen Erfolgsregisseur Ridley Scott („Robin Hood“) und seiner deutschen Kollegin Rola Bauer produziert wurde, das Sprungbrett für eine internationale Karriere. Das nächste Filmprojekt führt sie nach Rom, dort dreht sie mit dem franko-kanadischen Regisseur Christian Duguay einen TV-Zweiteiler – wieder auf Englisch. „Ich fühle mich in der Sprache inzwischen zu Hause, ich habe keine Scheu mehr, mich auszudrücken“, erzählt sie. Falsche Scham kennt Wörner ohnehin nicht. In einer Szene in „Die Säulen der Erde“ uriniert Ellen vor dem Bischof, gespielt von Golden-Globe-Gewinner Ian McShane, auf die Bibel. „Ich hatte großen Spaß dabei“, berichtet die schöne Brünette lachend.

Die Schauspielerin startet mit 43 Jahren richtig durch. Das Thema Alter sieht sie gelassen. „Ich habe heute mehr Kraft als vor fünf Jahren. Man gewinnt an Lebenserfahrung, an Herzenswärme. Ich empfinde das als Geschenk“.