Fernsehen

Martens macht ZDF-Krimi zu "richtig großem Kino"

Der Schauspieler Florian Martens ist seit 16 Jahren das Raubein mit Herz und Berliner Schnauze in "Ein starkes Team" – und damit der Erfolgsgarant für die ZDF-Krimi-Reihe.

Foto: Katrin Knoke / Katrin Knoke/ZDF

Die Bilanz ist so einfach wie erstaunlich. Seit 16 Jahren spielt Florian Martens in der ZDF-Reihe "Ein starkes Team" die Rolle des ehemaligen Volkspolizisten Otto Garber, der seit der Wende an der Seite der Westberliner Kripobeamtin Verena Berthold (Maja Maranow) ermittelt. 16 Jahre lang ist er nun schon das Raubein mit Herz, Berliner Schnauze und Strickmütze. Eine lange Zeit, in der er nie ans Aufhören gedacht hätte. Als Martens und Maranow zum ersten Mal als "starkes Team" ermittelten, kam Martens' erste von zwei Töchtern, Rosa, zur Welt. An den Kindern, seine zweite, Milla, ist auch schon vier, merkt Martens, wie schnell die Zeit vergeht. Er dreht pro Jahr drei Folgen, die Kinder werden erwachsen.

Martens weiß: "Ich hätte immer die Möglichkeit gehabt, zu sagen: 'Ich mach' jetzt mal was anderes, die nächste Folge muss warten.' Aber das gehört sich einfach nicht“, findet er. Gerade steht er in Berlin und Potsdam für die 48. Folge vor der Kamera. "Ich kann doch nicht ein ganzes Team von Leuten einfach sechs Wochen arbeitslos machen! Das bringe ich nicht übers Herz.“ Natürlich habe er manchmal Bedenken, er könne nach so vielen Jahren auf die Rolle des kantigen, aber sensiblen Berliner Polizisten festgelegt werden, gesteht Martens. Das fände er schlimm, denn es sei ihm wichtig, noch andere, gute Rollenangeboten zu bekommen. Aber so wichtig dann auch wieder nicht, lenkt der 51-Jährige ein: "Es gibt Kollegen, die ganz konsequent an ihrer Karriere feilen. Die haben eine zweite Schauspielagentur in Los Angeles und halten sich für internationale Produktionen ständig offen, indem sie perfekt Englisch lernen. Die fahren auch zu allen Castings“, so der Ostberliner während einer Drehpause in Spandau. Er sei da anders. "Mir sind neben meinem Beruf auch noch andere Dinge wichtig: Ich lebe nämlich auch ganz gern. Ich habe Kinder und ich genieße meine Freizeit.“

Faszinierende Intensität

So habe er in den vergangenen Jahren auch immer wieder Angebote abgesagt. Bei je einem Monat Drehzeit je Folge plus Vorbereitungsphase bleibt kaum Zeit für andere, große Projekte. Otto, gibt er außerdem zu, sei ihm einfach ans Herz gewachsen. Martens Identifikation mit seiner Serienfigur ist Teil ihres Erfolgs.

So sah das in diesem Jahr auch die Jury des Bayerischen Fernsehpreises: Sie lobte Martens' "faszinierende Intensität, geradezu selbstverständliche Glaubwürdigkeit und gleichbleibende schauspielerische Brillanz“, die er als Kommissar an den Tag legt, und ehrte ihn vor wenigen Wochen mit einem "Blauen Panther“.

"Das fand ich schon lustig, dass ich für den Otto, eine Urberliner Type und fast meine einzige Rolle, in der ich so richtig berlinern muss, mit einem Bayerischen Preis ausgezeichnet wurde“, freut sich Martens. "Dieser Preis sieht ja nicht nur toll aus, sondern er ist auch so begehrt, weil er gut dotiert und sehr renommiert ist.“ Mit dem Preisgeld ging es erst einmal mit Rosa zum Einkaufen. Die Shoppingtour musste er der 16-Jährigen versprechen, noch bevor er von seinem Sieg wusste. Zu Martens passt, dass er auch die Crew zu einer Riesenparty einlud und schließlich ein drittes Mal im Freundeskreis feierte. Das Preisgeld gehöre ohnehin nicht aufs Konto, findet er. Dieses Geld will gut investiert sein.

Menschliche Herzlichkeit

Die Jury lobte in ihrer Begründung unter anderem auch die "menschliche Herzlichkeit“, die Martens dem Kommissar Garber verleiht. Auch für Alexander Adolph, der in der neuesten Folge "Die Papierkönigin“ Regie führt, ist diese Menschlichkeit ein wichtiger Erfolgsfaktor. Er sagt: "Ich liebe Krimis, weil ich gemerkt habe, dass man in ihnen ausgezeichnet von Menschen und vom Zwischenmenschlichen erzählen kann. So paradox das klingt: Krimis sind eine große Spielwiese für Regisseure und Autoren. Man kann hier ein weitaus größeres Spektrum von Geschichten erzählen als in festgelegteren Formaten wie Sozialdramen, Liebesgeschichten oder Romantic Comedies.“

Stichwort Zwischenmenschliches: "Ein starkes Team“ ist richtig großes Kino. "Was als eine Ost-West-Spannung zwischen der Polizeibeamtin aus Zehlendorf und dem Polizisten aus der DDR angelegt war, ist zu einer Spannung zwischen Mann und Frau geworden. Mit Gefühlen, Freundschaft, Loyalität, Zuneigung“, erläutert der Regisseur, "und einer gewissen erotischen Anziehung“. Vor vielen Jahren ist dieser Funke einmal übergesprungen, die beiden Hauptdarsteller wurden privat ein Paar. Heute verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft, die Beziehungskiste haben sie hinter sich gelassen.

Und auch Otto und Verena bleiben besonders gute Freunde und werden wohl nie ein Paar, verrät der Regisseur: "Wenn die beiden zusammenkämen, heiraten und ein Restaurant eröffnen würden, wäre es ja aus."

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