Kommentar

Urlaub: Strandliege mit Handtuch reservieren? Geht’s noch?

| Lesedauer: 2 Minuten
Diana Zinkler
Wer eine Strandliege nur mit seinem Handtuch reserviert, muss in Italien bald Strafe zahlen.

Wer eine Strandliege nur mit seinem Handtuch reserviert, muss in Italien bald Strafe zahlen.

Foto: imago stock / imago images/argum

Urlauber, die mit dem Handtuch Strandliegen reservieren, sind rücksichtslos und nur auf ihren Vorteil bedacht, findet unsere Autorin.

Berlin.  Es gibt natürlich ganz viele Gründe, warum man persönlich mehr Recht auf eine Liege am Pool oder am Strand hat als andere Urlauber. Wie zum Beispiel: Man hat ein schwaches Bein und muss erhöht liegen, ist älter und unbeweglicher oder man hat ein kleines Kind, muss stillen oder auch mal die Windel wechseln oder erträgt einfach keinen Sand auf seinem Handtuch oder mag kein Gras.

Bei mir kommen auch fast alle Gründe zusammen, aber ich habe noch nie mit einem Handtuch eine Liege blockiert, wenn ich eigentlich mein Sonnenbad für den Tag schon abgeschlossen hatte.

Handtuch-Reservierung auf der Strandliege ist respektlos

Man kennt das ja, egal, wann man an den Pool kommt, ob nun im Urlaub oder im Freibad, an der Ostsee, Nordsee, Kanaren oder Mallorca, da sind zwar noch ganz viele Liegen unbesetzt, also keiner sitzt drauf, aber da liegen schon die Handtücher. Manch einer bezeichnet so ein Handtuch wie die Hecke in der Kleingarten-Kolonie.

Doch der Vergleich hinkt. Der Teil hinter der Hecke ist ja meist von jemandem gepachtet, die Liege nicht. Es sei denn man muss sie mieten, das ist dann etwas anderes. Allerdings protestieren die Italiener schon für freie Strände und günstige Liegestühle am Strand.

Auf einer der frei verfügbaren Sitz- oder Liegemöglichkeiten für Stunden sein Handtuch, seine Tasche oder sein Buch liegen zu lassen, vielleicht auch noch über Nacht, ohne sie zu nutzen, ist schlicht rücksichtslos. Warum?

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Urlauber, die eine Strandliege blockieren, erzeugen Chaos

Weil man etwas blockiert, was einem nicht gehört, für alle Gäste gedacht ist. Nicht für einen persönlich. Und weil man Unzufriedenheit und Chaos hervorruft. Unzufriedenheit bei den Gästen, die stehen oder unbequem sitzen müssen und Chaos beim Anbieter der Liegen. Dort laufen die Beschwerden ein, ein Hotel oder Freibad sieht sich immer mit dem Vorwurf konfrontiert, zu wenig Liegen anzubieten. Also, ganz klar: Gebt die Liege frei!

Dieser Text erschien zuerst auf morgenpost.de