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Corona-News vom 3. August: RKI meldet sinkende Zahlen

| Lesedauer: 21 Minuten
Forscher entdecken Antikörper gegen alle Corona-Mutationen

Forscher entdecken Antikörper gegen alle Corona-Mutationen

Eine US-amerikanisches Forscherteam hat möglicherweise einen „universal Antikörper“ entdeckt. Dieser soll gegen alle Mutationen wirksam sein.

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Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet am Mittwoch 87.681 Corona-Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 477,9. Mehr im Blog.

  • Die Lockdowns lösten offenbar einen kleinen Babyboom aus
  • Das RKI meldet am Mittwoch sinkende Corona-Zahlen
  • Gesundheitsminister Lauterbach will den Zugang zum Corona-Medikament Paxlovid erleichtern
  • Die EU sichert sich 250 Millionen Dosen Corona-Impfstoff von spanischer Firma Hipra
  • Laut Lauterbach sollen die Corona-Regeln im Herbst ohne Schließung von Schulen auskommen
  • Dieser Blog schließt, aktuelle Nachrichten zur Corona-Pandemie lesen Sie im neuen Newsblog

Berlin. In der aktuellen Corona-Sommerwelle liegen die Zahlen weiterhin auf hohem Niveau, sind jedoch etwas rückläufig. So meldet das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch 87.681 Neuinfektionen (Vorwoche: 121 780) und 210 Todesfälle (Vorwoche: 181). Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 477,9. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche bei 516,1 gelegen (Vorwoche: 652,0; Vormonat: 665,0).

Das RKI rechnet dennoch in den nächsten Wochen mit weiteren Herausforderungen. Vor allem bei älteren Menschen sei mit einer Zunahme von Behandlungen in Krankenhäusern und Todesfällen zu rechnen. Generell sind die Daten mit Vorsicht zu lesen, da viele Infektionen nicht mehr richtig erfasst und gemeldet werden.

Corona-News von Mittwoch, 3. August: Dieser Blog ist geschlossen

23.59 Uhr: Dieser Blog ist geschlossen. Aktuelle Nachrichten zur Pandemie lesen Sie in unserem neuen Corona-Newsblog.

Bundesärztekammer fordert bundeseinheitliche Maßnahmen bei drohender Klinik-Überlastung

22.00 Uhr: Die Bundesärztekammer fordert bundeseinheitliche Maßnahmen im Fall einer drohenden Überlastung der medizinischen Infrastruktur durch die Corona-Pandemie: "Wichtig ist, dass in Zukunft im ganzen Bundesgebiet einheitliche Maßnahmen ergriffen werden, wenn bestimmte, klar definierte Kriterien erfüllt sind", sagte Ärztepräsident Klaus Reinhardt unserer Redaktion. Hier bleibe das am Mittwoch von der Ampel-Regierung vorgestellte Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter "leider noch im Vagen".

Der Ärztepräsident begrüßte gleichzeitig ausdrücklich, dass das Pandemie-Konzept "endlich mit Rücksicht für unsere Kinder formuliert" sei. Wichtig sei insbesondere die Absage des Bundesgesundheitsministers an pandemiebedingte Schulschließungen, so Reinhardt. Kinder und Jugendliche seien bisher die Hauptleidtragenden der Schutzmaßnahmen gewesen. Die Folge seien Bildungsdefizite, Entwicklungsstörungen und eine deutliche Zunahme der psychischen Erkrankungen. Es müsse alles dafür getan werden, dass Schulen und Kitas offenblieben.

Infektionsschutz: Städte fordern unkomplizierte Regeln für den Corona-Herbst

22.00 Uhr: Der deutsche Städtetag fordert unkomplizierte Corona-Regeln für Herbst und Winter: "Wir brauchen ein Gesetz, das die Menschen verstehen und die Behörden umsetzen können", sagte Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, unserer Redaktion. Mit Blick auf das am Mittwoch vorgestellte Corona-Schutzkonzept der Ampel-Koalition erklärte Dedy, es sei gut, dass sich die Bundesregierung darauf verständigt habe, ins Infektionsschutzgesetz wieder mehr Instrumente aufzunehmen, mit denen das Virus bekämpft werden könne.

Jetzt komme es aber auf die konkrete Umsetzung an: "Corona lässt sich nur wirksam bekämpfen, wenn der Bund einfache Regelungen schafft, mit denen Länder und Kommunen ein breites Spektrum an wirkungsvollen Maßnahmen erhalten."

Bund stellt mehrstufiges Corona-Schutzkonzept für Herbst und Winter vor

16.04 Uhr: Die Bundesregierung hat am Mittwoch ein mehrstufiges Konzept für die Bekämpfung der Corona-Pandemie im Herbst und Winter vorgestellt. Bundesweit sollen vom 1. Oktober bis 7. April nur einige Maßnahmen gelten, die Bundesländer können aber schärfere Regelungen etwa bei der Maskenpflicht erlassen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und Justizminister Marco Buschmann (FDP) hatten wochenlang über die Neuregelung des Infektionsschutzgesetzes verhandelt. Beide zeigten sich nun grundsätzlich zufrieden. "Damit können wir arbeiten", sagte Lauterbach. Verknüpft werden sollten die Schutzmaßnahmen mit einer neuen "Impfkampagne mit neuen Impfstoffen", die ab September zur Verfügung stehen würden und auch besser vor Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus schützen würden.

Lockdowns lösten offenbar kleinen Babyboom aus

10.16 Uhr: Die Corona-Lockdowns haben offenbar die Geburtenrate in Deutschland in die Höhe getrieben: Im Jahr 2021 kamen 795.492 Neugeborene zur Welt, rund 22.000 Babys mehr als im Jahr 2020, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Die Geburtenhäufigkeit stieg demnach im Jahresverlauf besonders im ersten und im vierten Quartal an - neun Monate vorher galten jeweils im Zuge der Lockdowns erhebliche Einschränkungen des öffentlichen Lebens, weshalb die Menschen mehr Zeit zu Hause verbrachten.

Das Statistische Bundesamt führte den Geburtenanstieg neben der besonderen Situation während der Corona-Pandemie auch auf die relativ stabile Lage am Arbeitsmarkt zurück. Statistisch ist erstmals seit 2017 damit die Geburtenziffer wieder gestiegen, sie kletterte von rechnerischen 1,53 Kindern je Frau im Jahr 2020 auf 1,58 Kinder je Frau im Jahr 2021.

Deutsche Politiker nach Kellermayr-Fall bestürzt

5.52 Uhr: Politiker und Ärzte in Deutschland haben sich über den Suizid der von Gegnern der Corona-Maßnahmen bedrohten österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr bestürzt gezeigt. Im Fokus steht dabei der Hass im Internet. "Jeden Tag wird in den sozialen Netzwerken zu Gewalt gegen mich aufgerufen", sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unserer Redaktion. "Leute rufen regelmäßig - teilweise sogar mit Klarnamen - zu meiner Ermordung auf." Er werde deswegen besonders gut geschützt. "Die österreichische Kollegin dagegen musste den Schutz selbst bezahlen und konnte sich das nicht mehr leisten." Er verachte und verabscheue die Hetzer im Netz, die diese Frau in den Tod getrieben hätten.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, meinte in der "Welt", der Tod der Ärztin führe "drastisch vor Augen, wohin die Verrohung des gesellschaftlichen Klimas führen kann". Auch in Deutschland sinke die Hemmschwelle. Ärztinnen und Ärzte erhielten Drohbriefe, würden verbal und körperlich angegriffen.

"Die Polizei muss angesichts der besorgniserregenden Zunahme digitaler Straftaten zügig handeln", forderte Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, in der Zeitung. Es fehle aber an entsprechenden Ressourcen, personell wie bei der Ausstattung.

Corona-News von Dienstag, 2. August: Erneut positiv auf Coronavirus getesteter US-Präsident hat Husten

22.43 Uhr: Der erneut positiv auf das Coronavirus getestete US-Präsident Joe Biden hustet auch wieder. Biden fühle sich weiterhin gut, habe aber erneut einen "leichten Husten", erklärte sein Arzt Kevin O'Connor am Dienstag. Der Staatschef habe jedoch kein Fieber und sei guter Dinge. "Seine Temperatur, sein Puls, sein Blutdruck, seine Atemfrequenz und die Sauerstoffsättigung sind weiterhin unauffällig. Seine Lunge ist frei", erklärte der Arzt. Biden sei weiter in Isolation.

Joko und Klaas erinnern an gestorbene Ärztin Kellermayr

22.11 Uhr: Die Entertainer Joko Winterscheidt (43) und Klaas Heufer-Umlauf (38) haben an die gestorbene österreichische Ärztin Lisa-Maria Kellermayr erinnert. Die beiden widmeten ihre ProSieben-Sendung "Wer stiehlt mir die Show?" ihrer "langjährigen Wegbegleiterin", wie es zum Beginn der Show am Dienstagabend hieß.

Die Ärztin sei oft Gast in den Sendungen von Joko und Klaas gewesen, hieß es in dem auch bei Instagram veröffentlichten Beitrag der beiden Entertainer. Während der Corona-Pandemie sei sie engagiert "für die Notwendigkeit der Impfung" eingetreten und somit ins Visier von radikalen Corona-Leugnern und sogenannten Querdenkern geraten.

Lauterbach will Zugang zu Corona-Medikament Paxlovid erleichtern

22.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will den Zugang zum Corona-Medikament Paxlovid erleichtern: "Wir wollen, dass Risikopatienten und Menschen über 60 Jahre schneller mit Paxlovid versorgt werden", sagte der SPD-Politiker unserer Redaktion. "Für Ältere ist Paxlovid lebensrettend, wenn es schnell eingesetzt wird." Ab nächster Woche werde deswegen die Abgabe neu geregelt. Lesen Sie mehr dazu in unserem Interview: Lauterbach: Wer jetzt die Anti-Covid-Pille Paxlovid bekommt

Spur der von Impfgegnern bedrohten Ärztin führt nach Oberbayern

20.50 Uhr: Nach dem Suizid der von Gegnern der Corona-Maßnahmen bedrohten österreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr führt eine Spur nach Bayern. "Es gibt ein Ermittlungsverfahren gegen eine männliche Person aus Oberbayern bei uns", bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München II am Dienstag entsprechende Informationen der Mediengruppe Bayern.

Die Medizinerin hatte sich stark für Corona-Impfungen engagiert und war nach eigenen Angaben monatelang massiv von Impfgegnern unter Druck gesetzt worden. Am Freitag wurde bekannt, dass sie tot in ihrer Praxis in Oberösterreich gefunden worden war. Der nun im Fokus stehende Mann aus Oberbayern steht der Mediengruppe zufolge im Verdacht, der 36 Jahre alten Medizinerin in Mails mit Folter und Mord gedroht zu haben. Außerdem habe die Staatsanwaltschaft Wels auch bei der Staatsanwaltschaft Berlin einen Tatverdächtigen angezeigt.

EU sichert sich 250 Millionen Dosen Corona-Impfstoff von Hipra

15.51 Uhr: Die Europäische Kommission hat den Zugriff auf bis zu 250 Millionen Dosen des proteinbasierten Corona-Impfstoffs der spanischen Firma Hipra für 14 Mitgliedstaaten gesichert. Einen entsprechenden Rahmenvertrag unterschrieb die EU-Kommission mit dem Unternehmen, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Der Wirkstoff wurde als Booster-Impfung entwickelt und wird derzeit von der EU-Arzneimittelagentur EMA geprüft. Deutschland beteiligt sich nicht an dem Gemeinschaftskauf.

"Angesichts der Zunahme der Covid-19-Infektionen in Europa müssen wir bestmöglich Vorsorge treffen, bevor die Herbst- und Wintermonate anbrechen", sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Zahl der Booster-Impfungen müsse in den kommenden Monaten unbedingt erhöht werden. Im Gegensatz zu den sogenannten mRNA-Impfstoffen etwa von Biontech/Pfizer handelt es sich beim Hipra-Präparat um einen proteinbasierten Impfstoff gegen das Coronavirus.

Barmer: Mehr Krankschreibungen wegen Corona-Erkrankungen

13.15 Uhr: In Niedersachsen und Bremen verzeichnen die Krankenkassen erheblich mehr akute Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen oder Corona. "Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich eine deutliche Steigerung um über das Fünffache", sagte die Landesgeschäftsführerin der Barmer, Heike Sander, am Dienstag in Hannover mit Blick auf die Zahlen der zweiten Juli-Woche. Sie führte dies unter anderem auf die weggefallene Pflicht zum Homeoffice zurück. Die AOK in Niedersachsen bestätigte auf Nachfrage den Trend.

Streit um Reiserücktritt bei Corona-Ausbruch geht zum EuGH

10.58 Uhr: Pauschalurlauber, die bei Ausbruch von Corona eine gebuchte Reise gekündigt haben, müssen weiter auf eine höchstrichterliche Entscheidung zu etwaigen Stornogebühren warten. Der zuständige Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) gab am Dienstag in Karlsruhe bekannt, dass er in der Frage zunächst den Europäischen Gerichtshof (EuGH) einschaltet. (Az. X ZR 53/21)

Ein Recht auf kostenlose Stornierung gibt es nur, wenn - so heißt es im Gesetz - "unvermeidbare, außergewöhnliche Umstände" die Reise erheblich beeinträchtigen. Die BGH-Richter wollen von ihren Luxemburger Kollegen wissen, ob es hierbei allein auf den Zeitpunkt des Rücktritts oder auch auf die spätere Entwicklung ankommt. Die BGH-Richterinnen und -Richter tendieren zu der zweiten Auffassung, wie der Vorsitzende Klaus Bacher sagte. Für Pauschalreisen gibt es in einer EU-Richtlinie aber einheitliche Regeln.

RKI registriert 102.698 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 516,1

5.54 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagmorgen mit 516,1 angegeben. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Vortag hatte der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 538,9 gelegen (Vorwoche: 678,7; Vormonat: 696,5). Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen.