Hitzewelle

Rekordhitze in den USA: 2000 Rinder kläglich verendet

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Dirk Hautkapp
Die schlimmsten Hitzewellen der letzten Jahre

Die schlimmsten Hitzewellen der letzten Jahre

Die Sommer werden heißer, die Hitzeperioden länger. Das waren die schlimmsten Hitzewellen der letzten Jahre.

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Millionen US-Amerikaner ächzen bei Temperaturen von über 40 Grad. Tausende Rinder sterben. Die heißesten Monate stehen noch bevor.

Washington. Tausende Tier-Kadaver in sengender Sonne am Straßenrand – die Bilder aus Haskell County im Südwesten des US-Bundesstaats Kansas sind die jüngsten Vorboten für einen mörderisch heißen Sommer, der nach Vorausschau von Meteorologen weite Teile Amerikas quälen wird.

Dass Viehzüchter binnen weniger Tage, in denen die Temperaturen von angenehmen 26 auf 40 Grad Celsius geklettert waren, in einem kleinen Landstrich 2000 tote Rinder zählen mussten, gilt dabei als besonderes Alarmsignal für das, was bis weit in den September droht: eine Hitzewelle nach der anderen.

USA ächzt unter "Hitze-Dome": Städte leiden unter Rekord-Temperaturen

In dieser Woche allein waren vor dem offiziellen Sommerbeginn am 21. Juni über 120 Millionen Amerikaner mit einer offiziellen Heiß-Wetter-Warnung des Nationalen Wetterdienstes konfrontiert. In Arizona und Nevada stieg das Quecksilber vereinzelt auf fast 43 beziehungsweise 46 Grad – absolute Ausreißer so früh im Jahr.

Dutzende Städte von Texas bis Michigan melden für diese Jahreszeit ungewöhnliche Rekord-Temperaturen, die noch wochenlang anhalten sollen. Die Rede ist von sogenannten „Hitze-Domen”, die sich in weiten Teilen des Landes auftürmen.

US-Meteorologen haben festgestellt, dass Hitzewellen erstens heftiger werden und zweitens in immer kürzeren Abständen übers Land kommen. Waren es von 1960 bis 2010 im Schnitt zwei „heat waves” pro Jahr, so kämpft Amerika seither statistisch mit sechs Hitzeperioden per annum, die heute circa 45 Tage länger dauern als noch vor 50 Jahren.

Waldbrandgefahr in den USA: Feuerwerke zum Jubiläum verboten

Die Konsequenzen sind dramatisch. Fast die komplette westliche Hälfte der Vereinigten Staaten leidet seit Jahren unter extremer Dürre und massivem Wassermangel; mit allen negativen Folgen für etwa für die Landwirtschaft.

Großflächige Wald-Brände, wie sie gerade über Wochen New Mexico in Angst und Schrecken versetzt haben, werden zur Routine für Feuerwehren und Polizei-Departements.

Stadtverwaltungen wie die in Los Angeles versuchen der Gefahr mit Restriktionen beizukommen. Private Feuerwerke am Unabhängigkeitstag 4. Juli sind in diesem Jahr in einer der größten Metropol-Regionen der Vereinigten Staaten offiziell verboten. Der Grund: Weil die Vegetation komplett ausgetrocknet ist, reiche ein einzelner Böller, um eine Katastrophe auszulösen.

USA: Yellowstone-Nationalpark gesperrt – 10.000 Menschen flüchten

Das Kontrast-Programm extremer Wetter-Phänomene erlebt zurzeit der berühmte Yellowstone-Nationalpark, der in Wyoming, Montana und Idaho liegt. Das beliebte Ausflugsziel musste wegen massiver Regenfälle, die Straße und Häuser unterspülten, gesperrt werden. Knapp 10.000 Menschen flüchteten.

Der Park, Umsatzbringer Nr. 1 in der Gegend, bleibt aufgrund der gewaltigen Schäden bis Jahresende in weiten Teilen zu.

Die frühen Wetter-Kapriolen, die für Versicherungsschäden in Milliardenhöhe sorgen, sind aus Sicht von Katastrophenschützern ein unheilvolles Signal.

Schließlich stehen die heißesten Monate Juli, August und September noch aus. Und die Hurrikan-Saison, in der diesmal bis zu 20 schwere Wirbelstürme prognostiziert werden, hat noch gar nicht richtig angefangen.

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Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.