Gesundheit

Millionen Tote durch Umweltverschmutzung – Studie alarmiert

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UNO bringt Abkommen gegen Plastikmüll auf den Weg

UNO bringt Abkommen gegen Plastikmüll auf den Weg

In der kenianischen Hauptstadt Nairobi haben Delegationen aus fast 200 Ländern bei der UN-Umweltversammlung ein Abkommen zur Bekämpfung der globalen Plastikmüllflut auf den Weg gebracht. Die Vereinbarung soll spätestens Ende 2024 rechtsverbindlich werden.

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Millionen Menschen sterben pro Jahr durch dreckige Luft oder verschmutztes Wasser. Eine Studie aus den USA beschreibt das wahre Ausmaß.

Seattle.  Umweltverschmutzungen aller Art sind weltweit für neun Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Das ist Ergebnis einer neuen Studie des Institute for Health Metrics and Evaluation in Seattle (USA), die jetzt in der Fachzeitschrift „The Lancet Planetary Health“ veröffentlicht worden ist.

Indien und China sind den Angaben zufolge mit fast 2,4 Millionen und fast 2,2 Millionen Todesfällen pro Jahr weltweit führend. Das aber ist wenig überraschend – diese Länder haben die größte Bevölkerung. Setzt man hingegen Bevölkerungszahl und Todesfälle ins Verhältnis, haben der Tschad und die Zentralafrikanische Republik mit etwa 300 Toten pro 100.000 Einwohnern die schlechteste Bilanz. Mehr als die Hälfte der Toten gehe dort auf verunreinigtes Wasser zurück. Am besten schneiden der Studie zufolge Brunei, Katar und Island ab. Der globale Durchschnitt liegt bei 117 Todesfällen pro 100.000 Einwohner.

Umweltverschmutzung: Drei Viertel der Todesfälle durch dreckige Luft

Zur Berechnung greifen die Studienautorinnen und -autoren auf Analysen der Datenbank „Global Burden of Disease“ zurück. Diese listet Herzkrankheiten, Schlaganfälle, Lungenkrebs, andere Lungenprobleme oder Diabetes auf, die eng mit der Umweltverschmutzung verbunden sind. Um diese mit den tatsächlichen Todesfällen zusammenzuführen, betrachteten die Forscher die Anzahl der Todesfälle nach Ursache, die Exposition gegenüber Umweltverschmutzung und gewichteten sie nach verschiedenen Faktoren. Auch interessant: Herzkrankheiten: Diese Methode könnte den Katheder ersetzen

Diese Faktoren wurden auf Grundlage jahrzehntelanger epidemiologischer Studien mit Tausenden von Menschen abgeleitet. „Die Berechnungen machen Sinn. Und es sind vermeidbare Todesfälle“, sagte Lynn Goldman, Dekanin der George Washington University School of Public Health, die nicht an der Studie beteiligt war, der Nachrichtenagentur AP.

Auch Blei ist ein Problem – aus Farben oder Batterien

Drei Viertel der neun Millionen Todesfälle durch Umweltverschmutzung sind laut der Studie auf Luftverschmutzung zurückzuführen – verursacht überwiegend durch Kohlekraft- und Stahlwerke sowie Autos, Lastwagen oder Busse. Die Verschmutzung durch Blei – zum Teil durch Zusätze in Kraftstoffen sowie durch alte Farben oder recycelte Batterien – tötet jedes Jahr 900.000 Menschen, während die Wasserverschmutzung für 1,4 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich ist. Weitere 870.000 Menschen sterben durch Umweltverschmutzungen am Arbeitsplatz, so die Studie. Lesen Sie auch: Erderwärmung um 1,5 Grad rückt näher: Was sind die Folgen?

Laut der Studie steigen die Todesfälle durch Umweltverschmutzung vor allem in den ärmsten Gebieten.„Dieses Problem ist in Gebieten der Welt am schlimmsten, in denen die Bevölkerung am dichtesten ist, etwa in Asien, und in denen die finanziellen und staatlichen Ressourcen zur Bewältigung des Verschmutzungsproblems begrenzt und knapp sind“, sagte Dan Greenbaum, Präsident des Health Effects Institute gegenüber AP.

Die Autoren der Studie betonen die Notwendigkeit einer besseren Überwachung und einer stärkeren Regulierung von Industrie und Verkehr. Die Menschheit wissen, wie jedes dieser Verschmutzungsprobleme zu lösen sein, doch es fehle der politische Wille.

Dieser Text erschien zuerst auf morgenpost.de

( kai )