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Corona: Bayern erwägt Lockerungen bei 2G, Sport und Kultur

| Lesedauer: 29 Minuten
Corona-Impfpflicht in Österreich ab Februar

Corona-Impfpflicht in Österreich ab Februar

Die Corona-Impfpflicht in Österreich kommt: Sie wird laut Bundeskanzler Karl Nehammer ab Anfang Februar für Erwachsene ab 18 Jahren gelten. Ausnahmen soll es für Schwangere und für Menschen geben, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Auch Jugendliche sind von der Regelung ausgenommen.

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Bayern stellt Corona-Lockerungen unter anderem bei der Jugendarbeit und bei Zuschauerzahlen in Aussicht. Weitere Nachrichten im Blog.

  • Autofahrer sollen wegen Corona länger Zeit für einen Umtausch alter Papierführerscheine bekommen
  • Das RKI verzeichnet am Wochenende mehr als eine halbe Million Corona-Impfungen
  • Bayern stellt trotz Omikron Lockerungen in Aussicht
  • Vektorimpfstoffe sollen einen neuen Warnhinweis zu einer seltenen Nebenwirkung bekommen
  • Das RKI meldet am Montag erneut drastisch gestiegene Neuinfektionen und eine hohe Inzidenz
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Berlin. Die Omikron-Welle hat Deutschland erreicht. Täglich meldet das Robert Koch-Institut (RKI) nun neue Rekordwerte bei den Corona-Fallzahlen. Am Montag stieg die Sieben-Tage-Inzidenz auf 528,2. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen lag bei 34.145. Diskutiert werden deshalb auch wieder strengere Regeln. Mehrere Städte in Baden-Württemberg preschen dabei vor. Dort gelten Ausgangssperren für Ungeimpfte. Betroffen sind viele Städte wie etwa Freiburg, Baden-Baden, Mannheim, Karlsruhe oder Stuttgart.

Hamburg hat die Corona-Regeln an Schulen verschärft: Ab Montag müssen sich alle Schülerinnen und Schüler dreimal pro Woche unter Aufsicht testen lassen. Schulsport in Hallen ist nur noch mit Maske erlaubt.

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Corona-News von Montag, 17. Januar 2022: Mehr als 100.000 Corona-Tote in Frankreich

20.01 Uhr: Die Zahl der Menschen, die in Frankreich seit Pandemie-Beginn mit oder wegen des Coronavirus gestorben sind, hat die Marke von 100.000 überschritten. Die Behörden registrierten exakt 100.051 Todesfälle.

Zudem stieg die Zahl der Menschen, die wegen einer Corona-Erkrankung in französischen Krankenhäusern behandelt werden müssen, binnen eines Tages um 888 auf 25.775. Das teilte das französische Gesundheitsministerium mit. Es handelt sich um den stärksten Anstieg an einem Tag seit Anfang November 2020. Damals hatte die Impfkampagne des Landes noch nicht begonnen. Die Zahl der Corona-Patienten hatte zuletzt am 17. Dezember 2020 bei mehr als 25.000 gelegen.

Lauterbach impft Jugendliche bei Besuch im Impfzentrum

18.54 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat in einem Schweriner Impfzentrum selbst zur Nadel gegriffen. Bei dessen Antrittsbesuch in Mecklenburg-Vorpommern ließen sich die 13 und 15 Jahre alten Brüder Alexander und Christopher Farys ihre Auffrischungsimpfung von dem gelernten Mediziner höchstpersönlich setzen. Die beiden Jugendlichen waren am Montag mit ihrem Vater zum Impfzentrum gekommen.

Frist für Führerschein-Umtausch verlängert

17.37 Uhr: Ältere Autofahrer sollen länger Zeit für einen Umtausch alter Papierführerscheine bekommen. Die Innenministerkonferenz unter dem Vorsitz von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) habe beschlossen, dass Verstöße gegen die Umtauschpflicht alter Führerscheine angesichts der aktuellen Belastungen durch die Corona-Pandemie vorerst nicht sanktioniert werden sollen, wie das bayerische Innenministerium mitteilte.

Die aktuelle Umtauschfrist solle um ein halbes Jahr vom 19. Januar auf den 19. Juli 2022 verlängert werden, hieß es weiter. Davon betroffen sind alle Autofahrer der Geburtsjahre 1953 bis 1958 mit alten Papierführerscheinen, die bis zum 31. Dezember 1998 ausgestellt wurden. Die Fahrerlaubnis an sich bleibt davon unberührt.

Israel verkürzt Quarantäne für Infizierte ohne Symptome

17.17 Uhr: Israel reduziert die Dauer der Quarantäne bei asymptomatischen Coronavirus-Infektionen weiter. Ab Mittwoch seien nur noch fünf Tage Isolation nötig, teilte das israelische Gesundheitsministerium mit. Letzte Woche wurde diese bereits auf sieben von zehn Tagen gesenkt.

Mexikos Präsident übersteht zweite Covid-Erkrankung

16.51 Uhr: Rund eine Woche nach seiner zweiten Corona-Erkrankung hat Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador seine öffentlichen Auftritte wieder aufgenommen. Er sei nicht mehr ansteckend, sagte der 68-Jährige in seiner täglichen Pressekonferenz. López Obrador trat wie üblich ohne Maske vor die Journalisten im Präsidentenpalast und spielte trotz zuletzt gemeldeter Rekord-Infektionszahlen in Mexiko zum wiederholten Male die Gefahr durch die Coronavirus-Pandemie herunter. Der Populist war bereits im Januar vergangenen Jahres an Covid-19 erkrankt.

Lauterbach will weiter keinen Vorschlag zur Impfpflicht machen

15.55 Uhr: Karl Lauterbach will weiter keinen eigenen Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht ausarbeiten. "Als Bundesgesundheitsminister muss man respektieren, wenn eine Entscheidung eine Gewissensentscheidung des Parlaments ist. Dann machen die Abgeordneten Vorschläge und nicht der Minister oder die Ministerin", sagte Lauterbach in Schwerin bei seinem Antrittsbesuch in Mecklenburg-Vorpommern.

Zu der Frage, ob die Impfpflicht angesichts der Omikron-Variante noch gebraucht wird, sagte er: "Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir das Problem lösen wollen, auf eine saubere und sichere Art und Weise, dann ist die Impfpflicht der beste Weg."

Illegale Partys bereiten große Sorgen auf Mallorca

15.50 Uhr: Illegale Partys und Massenansammlungen auf Mallorca im Rahmen der Januar-Volksfeste bereiten den Behörden der spanischen Ferieninsel angesichts der weiter steigenden Corona-Zahlen große Sorgen. Man befürchte, dass diese Ausgelassenheit das Erreichen des Höhepunkts der neuen Pandemie-Welle verzögern könnte, warnte in Palma die regionale Gesundheitsministerin Patricia Gómez.

Das, was man am Wochenende zum Beispiel in der Gemeinde Sa Pobla im Norden der Insel gesehen habe, könne sich am Donnerstag in Palma, der Hauptstadt Mallorcas, im Rahmen des Sant-Sebastià-Festes in noch größerem Umfang wiederholen, sagte Gómez. Neben anderen Maßnahmen habe man die Zwangsschließung von vier Lokalen angeordnet, die sich nicht an das vorgeschriebene Limit der Gäste-Zahl gehalten hätten.Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln wurden zuletzt 1218 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert, landesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Spanien bei 1654.

Neuer Höchstwert in den Niederlanden

15.01 Uhr: In den Niederlanden wurde innerhalb von 24 Stunden eine Höchstzahl von 42.000 Coronavirus-Fällen registriert. Das geht aus den von den Gesundheitsbehörden veröffentlichten Daten hervorgeht.

Bayern erwägt Lockerungen

14.37 Uhr: Bayern stellt Corona-Lockerungen unter anderem bei der Jugendarbeit und im Sport in Aussicht. Sollte es die Lage in den Krankenhäusern erlauben, könne in der kommenden Woche darüber nachgedacht werden, Jugendliche in der Freizeit von der 2G-Regelung auszunehmen, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann. Im Kulturbereich könnten mehr Zuschauer zugelassen werden, auch im Sport könnten mehr Fans in den Stadien erlaubt werden.

Ministerium: Kürzerer Genensenenstatus wegen Omikron

14.18 Uhr: Der Corona-Genesenenstatus ist auf drei Monaten verkürzt worden. Das Bundesgesundheitsministerium begründete dies mit der neuen Virusvariante Omikron. Diese Festlegung des Robert Koch-Instituts (RKI) sei aus wissenschaftlicher Sicht erfolgt, sagte ein Ministeriumssprecher.

Hintergrund sei, dass aufgrund der vorherrschenden Omikron-Variante ein sehr viel größeres Risiko bestehe, nach dieser Zeit zu erkranken oder Überträger zu sein. Die vorherige Zeitspanne von sechs Monaten habe gegolten, so lange man mit der vorherrschenden Delta-Variante umgehen musste. Die neue Vorgabe knüpft an eine vom Bundesrat am vergangenen Freitag besiegelte Verordnung an und gilt seit Samstag.

Isolationszeit für Corona-Infizierte in England erneut verkürzt

12.47 Uhr: Corona-Infizierte in England können ihre Isolation inzwischen bereits nach fünf vollen Tagen beenden. Die neue Regelung gilt seit Beginn dieser Woche. Sie sieht vor, dass nach zwei negativen Antigen-Selbsttests an Tag fünf und Tag sechs die Isolation vorzeitig beendet werden kann, solange kein Fieber vorliegt. Gezählt wird dabei vom Tag nach Beginn der Symptome oder des ersten positiven Testergebnisses.

Die Regierung will mit der neuen Regelung den massiven Personalmangel im Gesundheitsbereich und anderen Branchen bekämpfen. Hohe Infektionszahlen in der Omikron-Welle haben dafür gesorgt, dass reihenweise Krankenhäuser in England angaben, ihren Betrieb nicht wie üblich aufrechterhalten zu können, weil viele Mitarbeiter in Isolation mussten.

Omikron: Wie lange ist die Inkubationszeit der Corona-Variante?

12.40 Uhr: Von der Infektion bis zu ersten Symptomen vergingen bei den bisherigen Coronavarianten vier bis sechs Tage. Wie ist das bei Omikron? Lesen Sie dazu: Corona: Das ist über die Inkubationszeit von Omikron bekannt

Flucht aus angestammten Berufen ist globaler Corona-Trend

12.30 Uhr: Unzählige Menschen haben nach einem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ihre Prioritäten in der Corona-Pandemie neu sortiert und ihre Tätigkeitsfelder verlassen. In manchen Branchen werde es immer schwieriger, Positionen zu besetzen, sagte ILO-Generaldirektor Guy Ryder am Montag in Genf. Er nannte die Gastronomie, den Einzelhandel sowie Pflegeberufe. Das Phänomen werde als "Covid-Klarheit" bezeichnet, sagte Ryder: Menschen seien sich in der Pandemie klar darüber geworden, dass ihre Arbeit nicht ihre Erwartungen erfülle oder sie nicht die gewünschte Anerkennung bekämen. Viele Menschen seien aus diesen und anderen Gründen nicht aktiv auf Arbeitssuche. Die wahre Zahl der Arbeitslosen sei deshalb sicher höher als es offizielle Statistiken nahelegten.

Mehr als eine halbe Million Corona-Impfungen am Wochenende

12.15 Uhr: In Deutschland sind am Wochenende mehr als eine halbe Millionen Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Am Sonntag wurden 129.000 Impfungen vorgenommen, am Samstag waren es 408.000, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag hervorgeht. Mindestens 60,5 Millionen Menschen haben den vollständigen Grundschutz gegen das Coronavirus mit der meist nötigen zweiten Impfung erhalten. Das entspricht mindestens 72,7 Prozent der Bevölkerung. Hier liegt wie auch bei der Quote Erstgeimpfter Bremen im Bundesländer-Vergleich an der Spitze. Sachsen ist jeweils Schlusslicht.

Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben 39,2 Millionen Menschen (47,1 Prozent) erhalten. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Beim Anteil der Menschen mit Auffrischungsimpfungen ist das Saarland vorn, auch hier liegt Sachsen am Ende der Skala.

Ifo-Institut: Fälle häuslicher Gewalt in London in Pandemie deutlich gestiegen

11.59 Uhr: Die Fälle häuslicher Gewalt in London sind während des Corona-Lockdowns im März 2020 sehr stark gestiegen. Das berichtete das Ifo-Institut in München am Montag unter Berufung auf einen neuen Index, der auf Suchen nach bestimmten Begriffen im Internet beruht. Dieser Index zeige "einen siebenfach höheren Anstieg von Fällen häuslicher Gewalt, als er in Polizeistatistiken erfasst wurde".

Selbsthilfegruppen für Frauen und Beratungsstellen für häusliche Gewalt berichteten weltweit von einem Anstieg zwischen 25 und 80 Prozent. Die Ifo-Zahlen für London legen demnach ein Plus von 40 Prozent nahe. Die Forscher vermuten, dass die Lockdowns und die Selbstisolierung in der Pandemie die Möglichkeit von Opfern häuslicher Gewalt, gegen Täter polizeilich vorzugehen, stark einschränkten.

Luca-App ändert Geschäftsmodell und senkt Preise

11.30 Uhr: Die Macher der umstrittenen Luca-App zur Bekämpfung der Corona-Pandemie sind den Bundesländern in den laufenden Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung entgegengekommen. Die Länder müssen sich nicht mehr für ein volles Jahr auf die Nutzung des Luca-Systems verpflichten, sondern können sich Monat für Monat entscheiden, ob die Gesundheitsämter die Luca-Daten nutzen können, teilte die Betreibergesellschaft Cultur4Life am Montag in Berlin mit. Gleichzeitig halbierten die Luca-Macher die Kosten: Pro Gesundheitsamt werden künftig 9000 Euro im Jahr fällig statt bislang 18.000 Euro. Damit könne die Infrastruktur und Software des Luca-Systems erhalten bleiben, sagte Culture4Life-Geschäftsführer Patrick Hennig der Deutschen Presse-Agentur.

Vektorimpfstoffe sollen mit neuem Warnhinweis versehen werden

10.30 Uhr: Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) hat angeordnet, dass Vektorimpfstoffe mit einem neuen Warhinweis versehen werden sollen. Der Warnhinweis soll auf die Komplikation transverse Myelitis (TM) aufmerksam machen, die laut EMA nach einer Impfung mit einem der Präparate auftreten kann, wenn auch nur in sehr seltenen Fällen.

Die Behörde informierte zudem darüber, dass TM als mögliche Nebenwirkung mit unbekannter Häufigkeit in die Produktinformationen aufgenommen wurde. Die Erkrankung geht mit einer Entzündung des Rückenmarks einher und kann zu Schwäche in Extremitäten, Empfindungsstörungen und Problemen mit der Funktion von Blase und Darm führen. In der EU sind bisher die Vektorimpfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson zugelassen. Lesen Sie dazu: Nebenwirkung, Wirksamkeit - Alle Infos zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson

Bericht: Johnson sagt wegen "Partygate" vor interner Ermittlerin aus

9.38 Uhr: Begleitet von neuen Vorwürfen in der "Partygate"-Affäre hat der britische Premierminister Boris Johnson einem Bericht zufolge vor einer internen Ermittlerin ausgesagt. Der Regierungschef habe der hohen Beamtin Sue Gray Rede und Antwort gestanden, schrieb die Zeitung "Daily Telegraph" am Montag. Das Ergebnis von Grays Untersuchung wird in Großbritannien mit Spannung erwartet. Johnson hat angedeutet, dass er zurücktreten könnte, falls der Bericht schwere Fehler vorwirft. Allerdings wird damit gerechnet, dass Gray keine direkten Anschuldigungen erheben wird. Kritiker deuten darauf hin, dass Johnsons Grays Chef ist und die Untersuchung daher nicht unabhängig sei.

Die Zeitung "Daily Mirror" berichtete am Montag, "der feige Premier“ habe in einem weiteren Fall die von seiner Regierung vorgegebenen Corona-Regeln gebrochen. Johnson habe im Dezember 2020 an der Verabschiedung seines Militärberaters Steve Higham teilgenommen und eine Rede gehalten. Die Opposition wirft dem Premier vor, die Bevölkerung wiederholt in der Affäre belogen zu haben und fordert seinen Rücktritt. Bisher haben sich sechs Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei dieser Forderung angeschlossen.

Corona: Querdenker empört bei "Stern TV" - Kein Faktencheck von RTL

8.30 Uhr: Die Sondersendung von "Stern TV" empört das Publikum: Die Aussagen von Querdenker Marcus Fuchs wurden weder geprüft noch widerlegt. Lesen Sie dazu: "Stern TV" sorgt für Empörung: Querdenker auf "heißem Stuhl"

Oxfam: Corona-Pandemie verschärft soziale Ungleichheiten

8.15 Uhr: Die Corona-Pandemie hat aus Sicht der Organisation Oxfam soziale Ungleichheiten verschärft. Während sich das Vermögen der zehn reichsten Milliardäre verdoppelt habe, lebten über 160 Millionen Menschen zusätzlich in Armut, heißt es in einem Bericht, den Oxfam kurz vor Beginn einer digitalen Konferenz des Weltwirtschaftsforums vorstellte. Auch in Deutschland habe die Konzentration der Vermögen weiter zugenommen. Oxfam forderte von den Regierungen weltweit, Konzerne und Superreiche zur Finanzierung sozialer Grunddienste stärker zu besteuern, für globale Impfgerechtigkeit zu sorgen und die Wirtschaft am Gemeinwohl auszurichten.

Mittlerweile seien über drei Milliarden Menschen zweifach gegen Covid-19 geimpft, doch nur rund neun Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen habe mindestens eine Impfdosis erhalten, so Oxfam: "Millionen Menschen, die hätten gerettet werden können, sind wegen der ungerechten Impfstoffverteilung an der Pandemie und ihren Folgen gestorben." Die Impfstoffe müssten als öffentliches Gut behandelt werden, auch weil Regierungen ihre Entwicklung mit viel Steuergeld gefördert hätten.

Niedersachsens Innenminister: Konsequent bei Corona-Demos eingreifen

8.10 Uhr: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat ein konsequentes Durchgreifen des Staates gegen Regelverstöße und Gewalt bei Protesten gegen die Corona-Politik angekündigt. "Wer sich den Maßnahmen der Polizei widersetzt oder versucht, mit rücksichtsloser Gewalt oder sogar einem Kind vor dem Bauch eine Polizeisperre zu durchbrechen, macht deutlich, dass es um Aggression und einen Angriff auf den Staat geht. Und das werden wir uns, stellvertretend für die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, nicht gefallen lassen", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag).

"Es wird von einer Diktatur und von Faschisten gesprochen, es wird von Gewalt und Verschwörungen geredet. Und daran erkennt man, dass es vielen derjenigen, die auf die Straße gehen, eigentlich nicht um die Corona-Maßnahmen geht, sondern vielmehr um eine Verächtlichmachung und Verunglimpfung des Staates und der Demokratie", betonte Pistorius. Hier werde der "wehrhafte Rechtsstaat" sehr genau aufpassen und einschreiten, wo immer es notwendig sei.

Krankenhäuser verschieben wegen der Pandemie erneut planbare Operationen

7.18 Uhr: Die Deutsche Krankenhausgesellschaft geht davon aus, dass wegen der neuen Corona-Infektionswelle erneut planbare Operationen verschoben werden müssen. "Die Krankenhäuser müssen Personal auf die schwerkranken Patienten konzentrieren", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe). Personelle Reserven gebe es nicht. "Deswegen müssen wir erneut, wenn es soweit medizinisch vertretbar ist, Patienten auf die Warteliste nehmen."

Dabei handle es sich auf der einen Seite um Behandlungen von chronisch kranken Patienten. "So haben wir etwa in Spitzenzeiten der Pandemie bis zu 25 Prozent der Hüft-OPs verschoben", sagte Gaß. Es gehe aber auch um Krebs-Operationen. "Zeitweise hatten wir einen deutlichen Rückgang von bis zu 18 Prozent bei Darmkrebs-OPs", sagte Gaß und fügte hinzu: "Das ist für die einzelnen Patienten sehr belastend."

Auf die Frage, ob die Menschen denn noch freiwillig in die Klinik kämen, antwortete Gaß der Zeitung: "Uns treibt wirklich um, dass wir weniger Verdachtsfälle zum Beispiel auf Herzinfarkte und Schlaganfälle verzeichnen." Die Patienten seien von sich aus "ein Stück weit zurückhaltender und riefen seltener den Notarzt. "Wir haben die große Sorge, dass ein Teil dieser Fälle unversorgt bleibt."

FDP-Politiker zweifelt wegen Omikron noch stärker an allgemeiner Impfpflicht

6.23 Uhr: Der FDP-Politiker Stephan Thomae hat seine Zweifel an einer allgemeinen Corona-Impfpflicht bekräftigt. "Omikron ändert die Spielregeln", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag der "Süddeutschen Zeitung" (Montag). "Es ist jetzt nicht an der Zeit, einfach nur irgendetwas zu tun und möglichst harte Maßnahmen zu beschließen, nur um Handlungsbereitschaft zu beweisen. Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun."

Thomae reagiert damit auf Äußerungen des Virologen Christian Drosten, der die hochansteckende, aber wohl mildere Krankheitsverläufe verursachende Omikron-Variante als "Chance" sieht, von der Pandemie in den endemischen Zustand zu kommen. Voraussetzung allerdings sei eine breite Immunität, hatte Drosten dem "Tagesspiegel" gesagt. "Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes" - sonst würden zu viele Menschen sterben.

Thomae forderte, die Impfpflicht-Diskussion müsse in Ruhe und unter Einbeziehung aktuellster Erkenntnisse der Wissenschaft geführt werden: "Bevor wir in der Sommersaison mit einem Impfstoff impfen, dessen Wirkung in der nächsten Wintersaison womöglich schon wieder abklingt und/oder von einer neuen Variante unterlaufen wird, sollten wir uns fragen, ob es nicht sinnvoll ist, abzuwarten, mit welcher Mutation wir es im nächsten Herbst zu tun haben."

Zeit läuft: Ungeimpften in Arztpraxen droht Kündigung

6.18 Uhr: Ungeimpften Beschäftigten in Hausarztpraxen drohen einem Zeitungsbericht zufolge angesichts der Impfpflicht ab Mitte März zunächst Abmahnungen und später gegebenenfalls Kündigungen. Das berichtet das "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Montag) unter Berufung auf ein Informationspapier des Deutschen Hausärzteverbandes. Für Beschäftigte in der Gesundheits- und Pflegebranche gilt ab dem 15. März eine einrichtungsbezogene Impfpflicht.

Wie aus dem Papier hervorgehe, müssen Mitarbeitende bis zum Ablauf des 15. März einen Nachweis über eine Impfung oder Genesung vorlegen, berichten die Zeitungen des Netzwerks. Alternativ komme ein ärztliches Zeugnis darüber infrage, dass sie auf Grund einer medizinischen Kontraindikation nicht gegen Corona geimpft werden können. Wenn sie dem nicht nachkämen, dürften die Betroffenen in der Arztpraxis weder tätig sein noch beschäftigt werden. Auch interessant: Impfpflicht: Für diese Krankheiten gibt es sie schon

Virologe Stöhr rechnet mit Durchseuchung in den kommenden Wochen

6.11 Uhr: Angesichts der aktuellen Corona-Welle mit der hoch ansteckenden Omikron-Variante erwartet der Virologe Klaus Stöhr erst eine Durchseuchung in den kommenden Wochen, dann eine natürliche Immunisierung der Bevölkerung – und schließlich ein Auslaufen der Pandemie. "In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es eine Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird. Danach werden sich durch die sehr starke Durchseuchung, die dann leider einsetzen wird, die man nicht abwenden kann, sehr viele Menschen die natürliche Immunität holen", sagte er am Sonntagabend im TV-Sender Bild.

Diese Immunität werde "oben draufgepflanzt" auf die Immunisierung durch Impfungen, fuhr Stöhr fort. Beides zusammen werde zu einem anhaltenden Immunschutz führen, so dass man auch nicht das vierte, fünfte, sechste, oder siebte Mal boostern müsse. Im Herbst müsse man dann sehen, ob man den über 60-Jährigen noch einmal ein Impfangebot mache.

Angesichts der Millionen Ungeimpften oder zumindest nicht vollständig Geimpften ist Vorsicht nach den Worten Stöhrs zwar weiter ganz wichtig. Dennoch gibt er sich überzeugt: "Im Frühjahr, Sommer dann wird es sehr entspannt."

Bautzener Oberbürgermeister hofft auf ruhigere Demonstrationen

5.31 Uhr: Seit Wochen demonstrieren Gegner der Corona-Maßnahmen montags in Bautzen. Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) hofft durch die geänderten Regeln zur Obergrenze bei Teilnehmern auf mehr Ruhe am Montagabend. "Ich hoffe sehr, dass die neuen Regeln Auswirkungen haben werden. Die Polizei wird zwar vor Ort sein, aber sie wird hoffentlich keinen Grund mehr haben, den Protest einzuschränken", sagte Ahrens der Deutschen Presse-Agentur. Die Schwelle für ein Eingreifen der Beamten sei nun deutlich höher.

Bislang waren Demonstrationen laut der gültigen Corona-Verordnung auf 10 Teilnehmer beschränkt, seit Freitag sind 200 erlaubt. Wird die Überlastungsgrenze bei der Krankenhaus-Belegung mit Covid-Patienten unterschritten und liegt die Corona-Inzidenz unter 1500, dürfen 1000 Menschen protestieren und auch durch die Straßen ziehen.

Corona-News von Sonntag, 16. Januar 2022: Frankreichs Parlament billigt Impfzertifikat

22.46 Uhr: Das französische Parlament hat das von der Regierung geplante Impfzertifikat gebilligt. In der Nationalversammlung sprachen sich 215 Abgeordnete dafür aus, 58 stimmten dagegen. Sieben Abgeordnete enthielten sich. Der von Impfgegnerinnen und -gegnern kritisierte Nachweis muss künftig in Fernzügen sowie Gaststätten und Kinos vorgelegt werden. Bisher reichte auch ein negativer Corona-Test.

RKI verkürzt Genesenenstatus auf drei Monate

22.18 Uhr: 90 statt 180 Tage – so lange soll der Status von Genesenen fortan gültig sein. Das hat das Robert Koch-Institut (RKI) nun entschieden. Lesen Sie hier: RKI verkürzt Genesenenstatus auf drei Monate

Schulze will für Impfpflicht stimmen

22.00 Uhr: Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze hat ihre Zustimmung zu einer allgemeinen Impfpflicht angekündigt. „Ich werde als Abgeordnete für eine allgemeine Impfpflicht stimmen“, sagte die SPD-Politikerin unserer Redaktion. „Als Regierungsmitglied möchte ich aber keinen Druck machen. Es ist gut, dass der Bundestag diese Frage ausführlich diskutiert.“

Auf eine konkrete Form der Impfpflicht wollte sich Schulze noch nicht festlegen. „Für welche konkrete Regelung ich stimmen werden, entscheide ich, wenn die Anträge vorliegen“, sagte sie.

Säugling in Katar stirbt nach Corona-Infektion

20.18 Uhr: Ein drei Wochen alter Säugling ist in Katar an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. "Er hatte keine anderen gesundheitlichen Probleme oder bekannten Erbkrankheiten", erklärte das Gesundheitsministerium. Demnach ist es der zweite tödliche Verlauf einer Corona-Infektion bei einem Kind in Katar seit Beginn der Pandemie.

Die Sterblichkeit durch das Coronavirus ist bei Kindern im Allgemeinen sehr gering. In der aktuellen Ansteckungswelle wegen der Omikron-Variante sei in Katar die Zahl der infizierten Kinder und Krankenhauseinweisungen jedoch stark gestiegen, so das Ministerium.

Einzelhandel verzeichnet zunehmend Angriffe bei Impfnachweis-Kontrollen

20.10 Uhr: Der Einzelhandel beklagt immer mehr Angriffe auf Mitarbeitende bei der Kontrolle von Corona-Impfnachweisen. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschimpft, bespuckt und auch aggressiv körperlich angegangen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth, dem Nachrichtenportal "t-online". "Vorfälle dieser Art sind unerträglich." Menschen, die sich derart rücksichtslos verhielten, müssten klare Grenzen gesetzt werden. Mit der Kontrolle der Maskenpflicht und von 2G-Regeln übernehme der Handel staatliche Aufgaben. "Das darf nicht zum Dauerzustand werden. Das ist eine massive Überforderung der Unternehmen."

Der Verband plädiert dafür, die 2G-Regel zum Zugang nur für Geimpfte und Genesene im Einzelhandel wieder abzuschaffen oder zumindest anzupassen. "Es ist nicht einzusehen, warum in der U-Bahn, in der man eng an eng steht, stichprobenartige Kontrolle ausreicht, während beim Einkauf, wo Abstände eingehalten werden und die Aufenthaltsdauer geringer ist, jeder einzelne Kunde kontrolliert werden muss", sagte Genth. Man müsse zu Stichprobenkontrollen übergehen dürfen. Zudem bekräftigte er die Forderung nach einer gesetzlichen Impfpflicht.

Nächtliche Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in einigen Städten

19.20 Uhr: Wer nicht geimpft oder kürzlich genesen ist, darf in mehreren Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg in der Nacht nicht mehr ohne triftigen Grund vor die Tür. Die Sieben-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Gebieten hat zweimal nacheinander den Wert von 500 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche überschritten.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten zwischen 21 und 5 Uhr für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene. Sie dürfen sich laut Landesverordnung nachts nur noch "bei Vorliegen eines triftigen Grundes" außerhalb ihrer Wohnung oder Unterkunft aufhalten.

Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gelten etwa in folgenden Städten:

  • Mannheim
  • Karlsruhe
  • Heidelberg
  • Ulm
  • Stuttgart
  • Pforzheim
  • Tübingen
  • Reutlingen
  • sowie einigen weiteren Landkreisen

Unangemeldete Corona-Demo in Cottbus aufgelöst

19.12 Uhr: Rund 3000 Menschen haben sich am Samstag in Cottbus ohne vorherige Anmeldung zu einem Protest gegen Corona-Maßnahmen versammelt. Die Polizei habe die Versammlung rund um den Altmarkt und die Oberkirche aufgelöst, sagte ein Sprecher. Als Gründe gab er an, dass sich kein Versammlungsleiter zu erkennen gegeben habe und fast alle Teilnehmer keine Maske getragen hätten.

Am Sonntag gab es nach Polizeiangaben in Cottbus einen Autokorso. In Woltersdorf (Landkreis Oder-Spree) und in Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) habe es weitere Proteste gegen Corona-Maßnahmen mit einer jeweils niedrigen dreistelligen Zahl an Teilnehmern gegeben. In Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) protestierte am Samstag laut Polizei eine niedrige zweistellige Zahl gegen Beschränkungen. Landesweit nehmen die Kundgebungen gegen Corona-Maßnahmen zu.

Es gibt aber auch Aktionen zugunsten der Schutzmaßnahmen. Mit mehr als 100 Kerzen warb die SPD in Potsdam am Samstag für Zusammenhalt in der Corona-Pandemie. Am Brandenburger Tor wollte sie damit auf die Mehrheit aufmerksam machen, die sich und andere zum Beispiel mit einer Impfung oder mit Masken schützt, aber auch der Opfer der Pandemie gedenken. Die Kundgebung unter dem Motto "Wir halten zusammen!" war wegen der Pandemie laut SPD bewusst nicht als große Versammlung geplant; nur etwa ein Dutzend Teilnehmer waren dabei.

Drosten macht Hoffnung auf baldiges Pandemie-Ende

19.02 Uhr: Der bekannte Virologe und Corona-Experte Christian Drosten zeigt sich in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" zuversichtlich, dass die Corona-Pandemie bald enden könnte. Die Omikron-Variante des Coronavirus könne eine Chance sein, in den endemischen Zustand zu kommen. Voraussetzung sei aber eine breite Immunität. Drosten sieht zudem als "nächsten Meilenstein" in der Bekämpfung des Coronavirus eine "Lebend-Impfung" mit einem abgeschwächten Virus oder einer modernen Variante davon.

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(fmg/dpa/afp/epd)