Corona

Biontech-Studie: Booster-Impfung minimiert Infektionsrisiko

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Yannick Höppner
Sind mit der Entwicklung ihres Booster-Impfstoffs hochzufrieden: Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci.

Sind mit der Entwicklung ihres Booster-Impfstoffs hochzufrieden: Die Biontech-Gründer Ugur Sahin und seine Frau Özlem Türeci.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Biontech und Pfizer stellen Studienergebnisse zur Drittimpfung vor. Karl Lauterbach lobt die „erstaunlich starke Wirkung“ des Boosters.

Berlin. Die Booster-Impfungen der Hersteller Biontech/Pfizer sind nach Angaben der beiden Unternehmen hochwirksam. Die Mainzer und die US-Firma veröffentlichten erste Daten aus ihrer Phase-III-Studie. Das Ergebnis: Eine dritte Dosis mit dem Corona-Impfstoff soll eine Wirksamkeit von über 95 Prozent gegen das Coronavirus – auch in Form seiner Delta-Variante – haben.

Biontech und Pfizer geben an, ihre Booster-Impfung an mehr als 10.000 Probanden ab 16 Jahren getestet zu haben, die zuvor bereits zwei Dosen des „primären“ Impfstoffes erhalten hätten. Den Studienergebnissen zufolge stellt die Auffrischungsimpfung das hohe Impfschutzniveau wieder her und zeige „eine relative Impfstoffwirksamkeit von 95,6 Prozent im Vergleich zu diejenigen, die keinen Booster erhalten haben“.

Biontech will Daten zur Booster-Impfung weltweit teilen

„Diese wichtigen Daten ergänzen die Beweise dafür, dass eine Auffrischungsdosis unseres Impfstoffs dazu beitragen kann, eine breite Bevölkerungsgruppe vor diesem Virus und seinen Varianten zu schützen“, sagte Biontech-Gründer Ugur Sahin.

Dafür sollen die Erkenntnisse aus der aktuellen Studie zeitnah veröffentlicht und den zuständigen Behörden in den USA, der EU und weltweit übermittelt werden. Die Booster-Impfungen von Biontech/Pfizer sind in der EU bereits zugelassen, unterliegen jedoch ortsabhängig unterschiedlichen Richtlinien.

Lauterbach: Risiko für Infektion nach Drittimpfung „minimal“

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach spricht von einer „erstaunlich starken Wirkung“ und empfiehlt, „bei den über 70-Jährigen so viele wie möglich mit dem Booster zu impfen“. Das Risiko, sich nach einer dritten Impfung noch mit dem Coronavirus zu infizieren, sei minimal.

Die von Biontech vorgelegten Daten unterstreichen dies. Für die Studie wurden die 10.000 Teilnehmer in zwei Gruppen geteilt: die eine erste Hälfte erhielt die Booster-Impfung, die zweite nur ein Placebo. Unter den tatsächlich Drittgeimpften kam es zu fünf Covid-Erkrankungen, bei den zweifach Geimpften, die das Placebo erhielten, gab es hingegen 109 Krankheitsfälle.

Die Probanden waren im Schnitt 53 Jahre alt. Die Wirksamkeit, so die Hersteller, sei in den Analysen der unterschiedlichen Altersgruppen „unabhängig von Alter, Geschlecht, Rasse, ethnischer Zugehörigkeit oder Begleiterkrankungen konsistent“ gewesen.

Biontech-Gründer: Impfstoff spielt wichtige Rolle für Rückkehr zur Normalität

Die Studienerkenntnisse fallen in eine Zeit, in der die Corona-Fallzahlen wieder deutlich steigen. Das Robert Koch-Institut (RKI) warnte am Freitag: „Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird.“ Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist nach Zahlen vom Freitag innerhalb von einer Woche von 68,7 auf 95,1 gestiegen.

Die vierte Corona-Welle, vor der Experten seit längerem warnen, scheint ins Rollen gekommen zu sein. Laut Biontech-Gründer Sahin können die Booster-Impfungen „eine wichtige Rolle bei der Eindämmung“ spielen. Und langfristig für die „Rückkehr zur Normalität“.