Rund eineinhalb Jahre nach dem spektakulären Einbruch in das Historische Grüne Gewölbe in Dresden sind alle sechs als dringend tatverdächtig Gesuchten im Gefängnis. Beamte der sächsischen Polizei nahmen am Donnerstagmorgen einen 23-Jährigen in einer Wohnung in Berlin-Treptow fest, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Dresden mitteilten. Der vorliegende Haftbefehl wegen schweren Bandendiebstahls und Brandstiftung wurde am Nachmittag in Dresden in Vollzug gesetzt.

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Wie fünf bereits in Untersuchungshaft befindliche mutmaßliche Komplizen stammt der junge Mann aus einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie. Er ist wegen des Goldmünzen-Diebstahls aus dem Bode-Museum Berlin zu viereinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt, war wegen seiner Revision aber noch auf freiem Fuß. Die wurde kürzlich vom Bundesgerichtshof (BGH) verworfen. Ein zweiter Tatverdächtigen im Dresdner Fall verbüßt im Zuge der Untersuchungshaft eine Jugendstrafe wegen des Berliner Coups.

„Damit ist es gelungen, alle sechs Personen, die aus unserer Sicht unmittelbar an dem Einbruch ins Historische Grüne Gewölbe beteiligt waren, zu identifizieren und festzunehmen“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Jürgen Schmidt. An dem aktuellen Einsatz waren 24 Beamte beteiligt, bei der Durchsuchung der Wohnung wurde ein Handy sichergestellt.

Arabischstämmige Berliner Großfamilie unter Verdacht

Zwei Männer waren am 25. November 2019 in das berühmte Schatzkammermuseum im Residenzschloss eingedrungen, hatten mit einer Axt Löcher in eine Vitrine geschlagen und darin befestigte Juwelen herausgerissen. Von den etwa einem Dutzend Schmuckstücken aus Diamanten und Brillanten des 17. und 18. Jahrhunderts von kaum schätzbarem Wert fehlt seitdem jede Spur.

Die Ermittler sind überzeugt, dass der Coup auf das Konto des Remmo-Clans geht, der auch für Straftaten wie den Diebstahl einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze „Big Maple Leaf“ aus dem Bode-Museum 2017 verantwortlich gemacht wird. Bei Razzien im November und Dezember 2020 sowie im Mai 2021 waren je zwei 25- und 22-Jährige sowie ein 28-Jähriger in Berlin gefasst worden - nach teils monatelanger internationaler Fahndung.

„Die Ermittlungen sind damit nicht zu Ende“, sagte Schmidt. Es werde weiter nach Gehilfen und Hintermännern gesucht - und den gestohlenen Kunstschätzen. Seit März läuft die Fahndung nach vier inzwischen identifizierten Männern aus Deutschland und Polen, gegen die wegen des Verdachts der Beihilfe zum schweren Bandendiebstahl ermittelt wird. Sie sollen Ende November den Tatort ausgespäht haben und damit an der Vorbereitung des Juwelendiebstahls beteiligt gewesen sein.

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dpa