Misshandlung

Pferd vergewaltigt – Polizei hofft auf DNA-Spur des Täters

In Korbach in Hessen ist eine Stute brutal vergewaltigt worden. Die Polizei stellte Spuren sicher - und hat einen weiteren Verdacht.

In Hessen ist eine Stute vergewaltigt worden.

In Hessen ist eine Stute vergewaltigt worden.

Foto: Holger Hollemann / dpa

Korbach.  Noch immer gibt es keine Hinweise darauf, wer Mitte Juni ein Pferd in Korbach vergewaltigt hat. Es soll zeitnah einen DNA-Abgleich mit an dem Tier sichergestellten Spermaspuren geben – in der Hoffnung, dass es einen Treffer in der polizeilichen Datenbank gibt. Am Tatort war auch Gleitgel gefunden worden.

Die Besitzerin des Tieres hatte sich bei der Polizei gemeldet, nachdem sie das Utensil entdeckt hatte. Die Polizei bestätigte den schrecklichen Verdacht. Die Tat soll sich in der Zeit von Samstagabend, 15. Juni (19 Uhr) und Sonntagmorgen, 16. Juni, (10 Uhr) am vergangenen Wochenende ereignet haben. Die Polizei sucht nun nach Zeugen.

Nachdem sie zunächst eine Tierärztin verständigte, habe die Besitzerin die Polizei alarmiert, heißt es weiter. Nach der Tat installierte sie Kameras auf der Koppel, damit sich der Vorfall nicht noch einmal wiederholt.

Zoophilie – sexuelles Interesse an Tieren – ist selten, aber kein Einzelfall. Erst vor Kurzem hatte ein Vorfall in Hückelhoven gegeben, dort war eine Katze vergewaltigt worden. In Frankreich wurde ein Mann festgenommen, der einen Hund missbraucht hatte.

Pferd in Hessen vergewaltigt - Das Wichtigste in Kürze:

  • In Korbach in Hessen ist eine Stute vergewaltigt worden
  • Die Besitzerin bemerkte Verletzungen im Genitalbereich des Tieres
  • Jetzt sucht die Polizei nach Zeugen
  • Peta hat eine Belohnung ausgesetzt
  • Darüber hinaus veröffentlichen die Tierschützer Tipps für den Umgang mit „Pferdeschänder“
  • Peta zahlte bereits öfters Belohnungen
  • Die Tierschützer hatten bereits in drei Fällen auf diese Weise Erfolg
  • Fraglich ist auch, ob dem Tier nicht sogar ein Gegenstand eingeführt worden sein könnte

Peta reagierte entsetzt. Der Fall zeige, dass Zoophilie beziehungsweise Sodomie auch in der deutschen Gesellschaft ein nicht zu unterschätzendes Problem sei, schrieben die Tierschützer auf ihrer Internetseite. Erst kürzlich hatte es im Westen Deutschlands einen Fall mit einer vergewaltigten Katze gegeben.

In Frankreich berichteten verschiedene Medien über einen Fall in Verneuil-sur-Avre, bei dem ein Mann seinen Hund vergewaltigt haben soll, seine Frau hatte die Tat gefilmt. Das Tier war teilweise gefesselt entdeckt worden, der Staatsanwalt ließ es beschlagnahmt.

Sowohl die Katze als auch der Hund kamen in Tierheime, das Pferd blieb in seinem angestammten Stall. Dem Tier gehe es den Umständen entsprechend, wie die Polizei berichtet.

Nach der Berichterstattung mehrerer Medien haben die Tierschützer von Peta, wie schon bei dem Fall der vergewaltigten Katze, eine Belohnung ausgesetzt, um Hinweis auf den Täter zu bekommen. Bei dem Tier handelt es sich der Polizei zufolge um eine Haflingerstute.

Vergewaltigungen von Tieren: Peta setzt regelmäßig Belohnungen aus

Darüber hinaus hoffen die Tierschützer darauf, dass sich Zeugen bei ihr oder der Polizei melden. In der Vergangenheit hatten sie damit bereits gute Erfahrungen gemacht. „Bitte helfen Sie mit, diese Tierquälerei aufzuklären“, schreiben sie auf ihrer Internetseite.

Bereits in drei Fällen sei die von Peta in Aussicht gestellte Belohnung erfolgreich gewesen. So hätten die Tierschützer im vergangenen Jahr drei Pferdebesitzerinnen eine Belohnung von 1000 Euro gezahlt, heißt es auf der Internetseite von Peta. „Ihre Hinweise hatten einen Tierquäler, der im April 2016 eine Stute mit einem Dildo malträtierte, überführt.“

Pony mehrfach missbraucht – Peta mit Erfolg

Auch in einem anderen Fall, in dem ein Pony mehrfach missbraucht wurde, konnten die Hinweise zur Ergreifung des Täters führen.

Auf der Internetseite haben die Tierschützer auch Tipps veröffentlicht, wie man sich vor „Pferdeschänder“ schützen kann. Dass sich Menschen an Pferden und anderen Tieren vergehen, sei laut Aussage von Peta auch in Deutschland ein Problem. Manchmal seien die Verletzungen der Tiere so schwer, dass sie eingeschläfert werden müssen. „Die Tierschutzorganisation rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferdeschänder“ umgeht“, heißt es.

Diese Tipps hat Peta:

  • Tiere nachts nicht auf der Koppel stehen lassen
  • Videokameras aufstellen
  • Zugänge absichern
  • Kontrollgänge zu unregelmäßigen Zeiten - am besten zu zweit
  • Verdächtige der Polizei melden

Die Tiere leiden unter den Missbräuchen – nicht nur physisch, sondern auch psychisch, wie es weiter heißt. Peta fordert Tierhalter in der Region um Korbach auf, genau hinzusehen und Missbrauchsfälle an Tieren zu melden. „Weitere Vorfälle in der Region sollten umgehend angezeigt werden, um mögliche Tatzusammenhänge aufzuzeigen.“

Erst vor kurzem hatte ein Tierheim den Fall einer Katze öffentlich gemacht, die vergewaltigt wurde. Auch hier stellte Peta wenig später eine Belohnung für Hinweise auf den Täter in Aussicht.

Stute missbraucht – Was ist Zoophilie?

Was ist Zoophilie eigentlich? Darunter bezeichnet man sexuelle Handlungen oder Beziehungen zu Tieren zu haben. Laut Tierschutzgesetz ist das verboten. Verstöße können mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Der Missbrauch von Hunden, Pferden, Ziegen und Pferden ist am weitesten verbreitet. Glaubt man Schätzungen, sind jedes Jahr Hunderttausende Tiere betroffen. Erst seit 2013 wurde Zoophilie in Deutschland verboten.

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Das Tier wurde nicht schwer verletzt. Laut „HNA“ fresse sie normal und zeige auch sonst keine großen Auffälligkeiten. Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen. Sie sollen sich bei der Polizei in Kornbach oder bei jeder anderen Polizeistelle melden.

  • Telefonische Hinweise an: 05631-971-0

(bkö)