„Grace of Monaco“

Ein Kinofilm über Grace Kelly verärgert Monaco

In „Grace of Monaco“ arbeitet Regisseur Olivier Dahan die Legende von Grace Kelly auf. Das Biopic mit Nicole Kidman hat dem Franzosen viel Ärger mit dem Palast der Grimaldis eingebracht.

Foto: © SquareOne/ Universum,Photo: 2013 Stone Angels / David Koskas

Grace Kelly und Fürst Rainier III. von Monaco lernten sich im Mai 1955 am Rande der Filmfestspiele von Cannes kennen. Das ist aber wohl nicht der Grund, warum das Drama „Grace of Monaco“ dort dieses Jahr zur Eröffnung am 14. Mai gezeigt wird. Stattdessen werden Cannes-Eröffnungsfilme in der Regel wegen ihrer Qualität und Publikumswirksamkeit gezeigt. Immerhin verkörpert Nicole Kidman in der Hauptrolle die Fürstin Gracia Patricia. Aus Protest gegen den Film des Franzosen Olivier Dahan bleibt das Fürstenhaus dem Ereignis auf der Croisette jedoch fern. Begründung: Bei dem Film handle es sich um eine Verdrehung der Familiengeschichte zu rein kommerziellen Zwecken.

Mit dem Boykott war zu rechnen. Bereits vor mehr als einem Jahr ging die Fürstenfamilie in die Offensive und kritisierte die Arbeit des Regisseurs als „historisch ungenau“ und unnötig „glamourisierend“. Der Film sei kein realitätsnahes Biopic, sondern stellenweise reine Fiktion.

„Grace of Monaco“ spielt Verleihinformationen zufolge Anfang der 1960er-Jahre. Grace Kelly ist seit einigen Jahren mit Rainier verheiratet, und Monaco befindet sich mit Frankreich in einem tiefen diplomatischen Konflikt. Präsident Charles de Gaulle warf dem Felsenstaat seinerzeit vor, eine Oase für Steuerflüchtlinge zu sein. In einer Mischung aus Abhängigkeit und Souveränität gab Rainier dem Ultimatum Frankreichs nach.

Krisenmomente und viel Tränen der Fürstin

Während Rainier seine größte politische Krise durchsteht, kämpft der ehemalige Hollywoodstar Grace Kelly gegen Konventionen, ein strenges Protokoll und innere Zerrissenheit. Ihr Prinzessinnendasein verlangt von ihr große Opfer, darunter auch den Verzicht auf die Schauspielerei. Alfred Hitchcock, mit dem sie drei Filme gedreht hat, versucht sie als Fürstin nochmals vor die Kamera zu holen – vergeblich.

Krisenmomente und viele Tränen stehen ersten Ausschnitten zufolge im Mittelpunkt des Films. Dass das Leben von Grace Kelly, das wie ein Märchen begann, keines war, ist bereits aus zahlreichen Biografien bekannt. Dass sie an Depressionen litt und immer häufiger zum Alkohol griff, ist auch kein Geheimnis mehr. Warum das Fürstenhaus den Film in Cannes so radikal ablehnt? Darauf hat auch Regisseur Dahan keine klare Antwort, der die Reaktion des Fürstenhauses für übertrieben hält.

Einige Veränderungswünsche des Palastes respektiert

Für die antifranzösischen Ressentiments, die damals während des Konflikts mit Frankreich herrschten, sei er nicht verantwortlich, erklärte der Regisseur des Edith Piaf Erfolgsfilms „La vie en rose“ der französischen Presse. Er sei Künstler und habe ein Recht darauf, eine Fiktion zu drehen. Man habe dem Fürstenhaus mehrere Versionen des Drehbuchs vorgelegt und auch einige Veränderungswünsche des Palastes respektiert, rechtfertigte sich Dahan weiter.

In die Rolle der fürstlichen Schönheit ist Nicole Kidman (46) geschlüpft. Die Auszüge des Films zeigen eine märchenhafte Fürstin, die unter ihrer inneren Zerrissenheit sichtbar leidet. Oft ist sie verzweifelt und mit Tränen in den Augen an der Seite von Tim Roth (52) als monegassischer Herrscher zu sehen. Wie Albert II., Caroline von Monaco und Prinzessin Stéphanie, die Kinder, der im Alter von 52 Jahren bei einem Autounfall gestorbenen Grace Kelly, in einer Pressemitteilung erklärten, ist bereits der Trailer zu glamourös und fantasievoll.

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