Zwei Surfer sind am Mittwoch vor der Küste von Prerow bei starkem Ostsee-Wellengang in Lebensgefahr geraten – darunter ein 50-jähriger Berliner. Er rang nach Angaben der Rettungsschwimmer rund anderthalb Stunden mit den bis zu zwei Meter hohen Wellen, bevor das Seenotrettungsboot „Zander“ ihn aufnehmen konnte. Mit einer Körpertemperatur von 33 Grad Celsius kam er ins Krankenhaus in Stralsund.
Nur durch das Zusammenspiel von Rettungsschwimmern der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und einem Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) konnten die beiden Surfer vor dem Ertrinken gerettet werden, sagte DLRG-Wachleiter Marco Morgner am Donnerstag. Wäre der Darßer Nothafen ausgebaggert, hätte die DLRG mit einem größeren Rettungsboot herausfahren und dem Betroffenen zügiger helfen können, sagte er.
Der zweite gerettete Surfer – ein 55-jähriger Mann aus Eggesin – konnte nach der Erstversorgung entlassen werden. „Beide Surfer gaben an, im Moment der Not mit dem Leben abgeschlossen zu haben“, sagte Morgner.
Streit um Nothafen
Um die versandete Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst, in dem ein Seenotkreuzer sowie im Sommer ein größeres DLRG-Rettungsboot liegen, gibt es seit Jahren Streit. Das Umweltministerium in Schwerin hatte nach Angaben vom Donnerstag einen Einspruch der Umweltverbände BUND und WWF gegen die neuerliche Ausbaggerung zurückgewiesen und will den Hafen jetzt wieder vertiefen lassen.
Die Rettung des Berliner Surfers, der bei Seegang der Stärke sieben rund eine Seemeile vor der Küste trieb, habe sich deswegen verzögert, weil das Seenotrettungsboot „Zander“ zunächst von Zingst mit einem Auto an den Strand transportiert werden musste und dann zur Unglücksstelle starten konnte, wie Morgner sagte. Das größere Rettungsboot der DLRG könne derzeit nicht eingesetzt werden, da es den Nothafen als Liegeplatz benötige.
Der zweite Surfer war eine halbe Stunde nach dem ersten Wassersportler in Seenot geraten. Da er nur 600 Meter von der Küste entfernt in der Ostsee trieb, habe sich der DLRG-Bootsführer entschlossen, mit dem kleinen DLRG-Rettungsboot zu ihm zu fahren.
dpa/mim

