Kontra

Barbie ist kein Spielzeug – sondern ein gefährliches Vorbild

Eltern sollten mit ihren Kindern lieber einen Ausflug auf den Bauernhof machen, findet Diana Zinkler. Denn Mädchen glauben schnell, man müsse ultradünn sein, shoppen, reiten, leben wie Barbie.

Gäbe es Barbie wirklich, wäre sie nichts Besonderes. Sie hätte Magersucht. Leidet doch laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung jedes dritte Mädchen in Deutschland zwischen elf und 17 Jahren unter einer Essstörung. Außerdem fühlen sich 50 Prozent der 16- und 17-Jährigen zu dick. Barbie ist nicht schuld daran. Aber Teil einer Industrie, die Geld mit dem Menschenwunsch nach Schönheit verdient. Mit den Wünschen unserer Kinder.

Wenn die Tochter einer Freundin sich nach einer Folge von Heidi Klums „Germany’s next Topmodel“ vor den Spiegel stellt, ihren jungen, schlanken Körper betrachtet und noch abnehmen möchte, ist das die traurige Auswirkung. Dann ist so ein Spielzeug wie Barbie brutal. Denn Barbie ist die Vorgängerin aller Castings, die glauben machen wollen, Schönheit sei alles. Mache sogar glücklich. Führe zu begehbarem Kleiderschrank, Haus, Pferd, Cabriolet und Mann. Barbie ist mehr als nur ein Spielzeug, sie ist Vorbild für das Leben einer Erwachsenen mit den Koordinaten Shoppen, Reiten, Klamotten. Ein Leben in Plastik.

Barbie ist ein Modell aus dem Jahr 1959

Liebe Eltern, man ist kein Spielverderber, wenn man seine Kinder nicht ins „Barbie Dreamhouse“ einlädt, sondern Kinderbauernhöfe in Berlin besucht. Auch die Natur müssen sie kennen, um einen eigenen Blick auf die Welt der künstlichen Schönheit zu entwickeln. Früher oder später treffen sie ohnehin auf sie. Dann haben sie hoffentlich gelernt: Barbie ist ein Modell aus dem Jahr 1959.

Pro: Christine Richter ist da ganz anderer Meinung. Sie spielte als Kind selbst mit Barbies - und leitete daraus nicht etwa ein rosafarbenes Frauenbild ab.