Festnahmen

Nach Tropensturm „Sandy“ Plünderungen in New York

Während die Aufräumarbeiten in New York begonnen haben, nutzen Kriminelle offenbar die chaotische Situation aus und plündern.

Nach dem Wirbelsturm „Sandy“ gibt es jetzt erste Berichte über Plünderungen in New York. Die Polizei habe in den Stadtteilen Brooklyn and Queens mehrere Menschen unter anderem wegen des Verdachts von Plünderungen festgenommen, berichtete die Zeitung „Wall Street Journal“ am Mittwoch in ihrer Online-Ausgabe.

Die Festnahmen seien in Gegenden erfolgt, die durch die Fluten besonders betroffen seien. Dort seien Polizeistationen evakuiert worden. Insgesamt war von 13 Festnahmen die Rede. Unklar blieb, was geplündert wurde. Aus Furcht vor Kriminellen hätten mehrere kleine Ortschaften in Virginia und New Jersey zudem nächtliche Ausgangssperren verhängt, berichteten lokale Medien.

New Yorker bemühen sich um Normalität nach „Sandy“

Zugleich bemühte sich New York an diesem Mittwoch um ein Stück Normalität. Zumindest einige Buslinien sollen in Betrieb genommen werden. Menschen räumten ihre Häuser auf. Unklar war allerdings, wann die U-Bahnen wieder fahren können, auf die die Menschen in der Millionenstadt besonders angewiesen sind. Auch die Wall Street, die New Yorker Börse, wird an diesem Mittwoch wieder geöffnet. Der Flugbetrieb auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen solle ebenfalls am Mittwoch wieder aufgenommen werden, berichtet der CNN.

Sturm „Sandy“ hat mit seinen verheerenden Schäden auch die Pläne vieler Amerikaner an der Ostküste für ihr Halloween-Fest durcheinandergewirbelt. Die große New Yorker Halloween-Parade, zu der am Mittwochabend im Viertel Greenwich Village rund 40.000 Menschen erwartet worden waren, wurde zum ersten Mal in ihrer fast 40-jährigen Geschichte abgesagt. Die Entscheidung sei mit dem Bürgermeister und der Polizei getroffen worden, schrieben die Veranstalter auf ihrer Webseite.

Auch Supermodel Heidi Klum (39) sagte ihre alljährliche Halloween-Party in New York ab. Wegen des Wirbelsturms „Sandy“ sind am Mittwoch am Frankfurter Flughafen erneut mehrere Flüge von und an die amerikanische Ostküste gestrichen worden. Betroffen waren vor allem Verbindungen von und nach New York, da am John F. Kennedy Flughafen (JFK) nur nach vorheriger Koordination An- und Abflüge möglich seien, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport in Frankfurt der dpa. Aber auch zwei Flüge ab Washington sowie ein Flug ab Philadelphia waren von der Streichung betroffen. Insgesamt seien zunächst zehn Abflüge sowie fünf Verbindungen an die Ostküste abgesagt worden. Flüge nach Boston konnten wieder planmäßig durchgeführt werden.

Viele Familien mit Kindern wollten sich aber am Mittwoch trotz „Sandy“ zum traditionellen „trick or treating“ – dem von Haus-zu-Haus-Ziehen und um Süßigkeiten betteln – aufmachen. Verkleidungen und Gruselmasken gehören zum Halloween-Spaß dazu.

Grundsätzlich spreche nichts dagegen, dass die New Yorker das Halloween-Fest trotzdem feierten, hatte Bürgermeister Michael Bloomberg bereits am Dienstag gesagt. „Die meisten Straßen sind sicher. Aber seien Sie vorsichtig! Die Eltern sollten bei jedem Weg kritisch entscheiden, ob er geeignet ist.“

Trotz „Sandy“ laufen Marathon-Vorbereitungen

Trotz der schweren Schäden durch den Hurrican „Sandy“ wollen die Veranstalter den für Sonntag angesetzten Marathon in New York durchführen. „Der Marathon ist für die New Yorker immer ein besonderer Tag der Lebensfreude gewesen“, sagte Rennchefin Mary Wittenberg nach dem Ende des Unwetters, das am Montagabend die Stadt erreicht hatte. Die Veranstalter würden ihre Planungen und Vorbereitungen fortsetzen. Weitere Details sollen sobald wie möglich bekannt gegeben werden.

Zu der Großveranstaltung haben sich rund 47.000 Teilnehmer angemeldet. Noch nicht gesichert ist allerdings, ob die zum großen Teil aus aller Welt kommenden Teilnehmer trotz der massiven Schäden durch das Unwetter anreisen und untergebracht werden können.

„Sandy“ sorgt für gute Quoten

Mit Katastrophenbildern und Berichten von den Schäden durch Wirbelsturm „Sandy“ haben deutsche Nachrichtensendungen unterdessen gute Quoten gemacht. 6,59 Millionen Zuschauer verfolgten am Dienstagabend um 20.15 Uhr in der ARD den „Brennpunkt“ zum Sturm in Nordamerika. Das entspricht einem Marktanteil von 20,6 Prozent unter allen Zuschauern. Das ZDF Spezial um 19.20 Uhr schalteten 4,44 Millionen ein (16,5 Prozent). Auf RTL holte die News-Sendung „RTL Aktuell“ um 18.45 Uhr die besten Quoten des Senders an diesem Abend. Dort schauten 4,08 Millionen zu (17,1 Prozent).