Wirbelsturm

An der US-Ostküste beginnt nach „Sandy“ das große Aufräumen

Die Zahl der Toten steigt, erste Schätzungen gehen von Schäden in Milliardenhöhe aus. In New York bemüht man sich um Normalität.

Nach Wirbelsturm „Sandy“ steigt die Zahlen der Toten an der US-Ostküste weiter an. Medien berichteten von etwa 50 Opfern. Die Sachschäden dürften nach Schätzungen von Wirtschaftsfachleuten bis zu 20 Milliarden Dollar (rund 15,5 Milliarden Euro) betragen.

Besonders schwer sind die Bundesstaaten New Jersey und New York betroffen. Dort sind viele Häuser, Straßen sowie Stromleitungen zerstört oder schwer beschädigt. US-Präsident Barack Obama wollte am Mittwoch die vom Unwetter verwüstete Stadt Atlantic City besuchen.

Die endgültige Schadenssumme könnte allerdings noch wesentlich höher als 20 Milliarden sein, wenn etwa Einnahmeausfälle von Unternehmen mitgerechnet werden, berichtete der TV-Sender CNN.

Das US-Verkehrsministerium gibt allein New York 10 Millionen Dollar (7,7 Millionen Euro) Soforthilfe für Reparaturen an Straßen, Brücken und U-Bahn-Tunneln, teilte die Behörde mit. In U-Bahnschächte war massenweise Salzwasser eingedrungen. Weitere drei Millionen Dollar seien für Rhode Island vorgesehen, hieß es.

New York bemüht sich um Normalität

Zugleich bemühte sich New York an diesem Mittwoch um ein Stück Normalität. Zumindest einige Buslinien sollen in Betrieb genommen werden. Menschen räumten ihre Häuser auf. Einzelhandelsketten wie Macy’s oder Walmart blieben in vielen Orten entlang der US-Ostküste zunächst geschlossen.

Unklar war, wann die U-Bahnen in New York wieder fahren können. Die Wall Street, die New Yorker Börse, wird an diesem Mittwoch wieder geöffnet. Der Flugbetrieb auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen solle ebenfalls am Mittwoch wieder aufgenommen werden, berichtet der CNN.

Besonders schwer gezeichnet ist der Bundesstaat New Jersey undKüstenstädte wie Atlantic City. „Diese Orte werden nie wieder dieselben sein“, sagte Gouverneur Chris Christie am Dienstag. „Wir werden die Orte wieder aufbauen, aber sie werden nicht mehr dieselben sein.“

US-Präsident Obama will New Jersey besuchen

Präsident Barack Obama will an diesem Mittwoch New Jersey besuchen, um sich selbst ein Bild der Zerstörung zu machen. Er bezeichnete die Folgen des Sturms als „herzzerreißend“. Die Gefahr sei noch nicht vorbei.

Die Zahl der Toten durch „Sandy“ kletterte seit Montagabend beständig weiter. Allein in der Stadt New York seien jetzt 22 Opfer registriert, berichtete die „New York Times“ am Mittwoch. Insgesamt gebe es in den Sturmregionen bis zu 50 Tote, hieß es in anderen Quellen. Der TV-Sender CNN sprach zunächst aber weiter von 33 Toten. Etwa 8 Millionen Menschen in 20 betroffenen Bundesstaaten erlebten eine zweite Nacht ohne Strom in ihren Häusern.

In den Höhenlagen der Appalachen in West Virginia brachte der Wirbelsturm bis zu einen Meter Schnee. Auch in der Metropole Chicago waren die Folgen zu spüren: Hier peitschten Winde den Lake Michigan auf.

Erneut Flugausfälle in Frankfurt

Am Frankfurter Flughafen sind am Mittwochmorgen erneut mehrere Flüge von und an die amerikanische Ostküste gestrichen worden. Betroffen waren vor allem Verbindungen von und nach New York, da am John F. Kennedy Flughafen (JFK) nur nach vorheriger Koordination An- und Abflüge möglich seien, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport in Frankfurt.

Aber auch zwei Flüge ab Washington sowie ein Flug ab Philadelphia waren von der Streichung betroffen. Insgesamt seien zunächst zehn Abflüge sowie fünf Verbindungen an die Ostküste abgesagt worden. Flüge nach Boston konnten wieder planmäßig durchgeführt werden.