Bei Lanz-Premiere

Jüngster Kandidat bei „Wetten, dass..?“ hat S-Bahn-Tick

Bei „Wetten, dass..?“ hat ein Zehnjähriger das Publikum mit einer Wette zur Berliner S-Bahn begeistert. Obwohl er aus Düsseldorf kommt.

Foto: Sascha Baumann / ZDF

Es war die Premiere von Markus Lanz bei „Wetten, dass..?“, und die deutsche Fernsehgemeinde verfolgte drei Stunden lang jede Geste des Moderators. Die Kritiken für den 43-Jährigen fielen am Ende naturgemäß gemischt aus, fasziniert waren die fast 14 Millionen Zuschauer aber in jedem Fall von einem: dem zehnjährigen Wettkandidaten Julian Andreas Zude aus Meerbusch bei Düsseldorf.

Er wettete, alle 166 Stationen der Berliner S-Bahn auswendig zu können – und leitete Komikerin Cindy aus Marzahn sicher durch das Streckennetz. „Ick möchte jerne von Oranienburg zur Bornholmer Straße“, war ihr Auftrag gewesen. Julian war sich seiner Sache sicher: „Okay, da fährt man mit der S1 zur Bornholmer Straße.“ Mit ernster Miene imitierte er die elektronische S-Bahn-Ansagestimme: „Nächste Station: Lehnitz. Nächste Station: Borgsdorf. Nächste Station: Birkenwerder. Übergang zum Regionalverkehr.“ Schon ab diesem Moment war das Publikum begeistert, Julian wurde immer wieder von spontanem Applaus unterbrochen.

Warum aber kann ein Zehnjähriger aus Düsseldorf das Berliner Streckensystem auswendig? Schon als Zweijähriger war Juli, wie er von seiner Familie genannt wird, bei Besuchen seiner Großeltern in Berlin-Treptow so begeistert vom S-Bahn-Fahren, dass ihm sein Opa einen Zug und zwei Bahnhöfe möglichst originalgetreu aus Holz fertigte. „Zu Hause in Meerbusch ist er damit dann immer die Stationen abgefahren, da konnte er noch nicht mal lesen“, sagte seine Mutter Morgenpost Online am Sonntag am Telefon. Sobald er in der Schule die Buchstaben lernte, habe er sich dann mit dem Fahrplan beschäftigt und nach und nach die Stationen der Linien auswendig gelernt. Nicht die der heimischen Rheinbahn, wie man denken könnte – die Berliner S-Bahn hatte es ihm angetan. „Die macht immer so schöne Geräusche beim Anfahren“, findet er.

Zwei- bis dreimal im Jahr S-Bahn-Fahren

Immer wenn Julian seine Großeltern in Berlin besucht, was zwei- bis dreimal im Jahr der Fall ist, möchte er S-Bahn fahren und die Ansagen hören, mittlerweile kann er sie alle nachäffen. Vielleicht liegt diese Liebe zu Zügen ja in der Familie: Julians Berliner Großvater, der Vater seiner Mutter, war früher bei der Bahn für den Güterverkehr zuständig. Julians Mutter ist Immobilienmaklerin, sein Vater Pilot. Abgesehen von dem S-Bahn-Tick scheint Julian ein ganz normaler Junge zu sein: In der Schule mag er die Fächer Bio, Geschichte und Englisch, in seiner Freizeit geht er gerne mit Freunden schwimmen oder Minigolf spielen.

Seit die Zudes im Internet zufällig einen „Train Simulator“ der Berliner S-Bahn als Computerspiel entdeckten, ist das eine von Julians Lieblingsbeschäftigungen. Bei dem PC-Spiel sieht es auf dem Bildschirm so aus, als würde man selbst im Führerstand sitzen. „Irgendwann konnte ich eben alle Stationen und Umsteigemöglichkeiten auswendig“, erinnert sich Julian. Dass daraus eine Fernsehwette wurde, ist einigen Freunden geschuldet. „Sie haben mich immer wieder gefragt, ob ich damit nicht mal zu ‚Wetten, dass..?‘ will“, erzählt Julian. Irgendwann habe er sich beworben – und erhielt eine Zusage. Am besten gefallen habe Julian übrigens gefallen, „einmal neben Markus Lanz zu sitzen“. Wenn das keine schöne Kritik ist.

Video: Hans Zippert befasst sich auf seine sehr eigene Weise mit Lanz und Gottschalk.