Sturm und Regen

Unwetter toben über Deutschland - Tote und Verletzte

Heftige Gewitter zogen über Deutschland hinweg. In Bayern starb eine junge Frau, in Sachsen wurden 51 Menschen verletzt.

Heftige Gewitter mit Sturm und Hagel haben am Wochenende in Teilen Deutschlands erhebliche Schäden angerichtet. Am heftigsten tobten die Unwetter im Süden des Landes: In Bayern starb am Samstagabend eine 24 Jahre alte Autofahrerin, nachdem ein entwurzelter Baum auf ihren Wagen stürzte. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, vielerorts standen Keller unter Wasser, Straßen und Gleise waren durch umgestürzte Bäume blockiert.

In Bayern wurden am Samstagabend mindestens 18 Besucher eines Festivals in Oettingen durch herabstürzende Äste, umgeknickte Bäume und aufgewirbelte Gegenstände verletzt. Vier Menschen mussten vorübergehend ins Krankenhaus. Das Festival wurde abgebrochen.

In Dillingen wurde ein 49-jähriger Mann in seinem Garten unter einem umgestürzten Baum begraben und schwer verletzt. In Gundelfingen an der Donau wurde eine Frau am Samstagabend von einer herumfliegenden Bühnenkulisse eingeklemmt und zog sich dabei Rippenbrüche zu.

An zahlreichen Orten kam es zu Stromausfällen, weil Oberleitungen rissen. Auch Dächer und Autos wurden beschädigt. Blitze setzten mehrere Dachstühle in Brand.

Durch einen Blitzeinschlag bei einem Heavy-Metal-Festival im sächsischen Roitzschjora wurden nach Angaben des Landratsamtes in Torgau 51 Besucher verletzt, neun davon schwer. Drei Festivalgäste mussten demnach reanimiert werden. Nach Behördenangaben schwebte aber niemand in Lebensgefahr. Der Blitz war gegen 2 Uhr morgens auf dem Festivalgelände eingeschlagen. „Einen Verletzten mussten wir wiederbeleben, zwei weitere kamen nach einer Ohnmacht von selbst wieder zu sich“, sagte die leitende Notärztin, Ellen Mack. Sie versorgte mit ihrem Team in der Nacht stundenlang die Verletzten auf dem Gelände des Festivals „With Full Force“.

Die meisten wiesen sogenannte Stromeintrittsmarken auf, kleine Wunden und Prellungen. „Viele haben über Herzschmerzen geklagt“, sagt Mack. Die Verletzten seien in Krankenhäuser gebracht worden. Drei lagen auch am Sonntag noch auf der Intensivstation. Den Schwerverletzten ginge es besser, Lebensgefahr bestehe für niemanden, sagte Mack.

Hagelkörner in der Größe von Ein-Euromünzen

In Tuttlingen in Baden-Württemberg fielen nach Polizeiangaben Hagelkörner in der Größe von Ein-Euromünzen vom Himmel. Polizei und Feuerwehr waren im Dauereinsatz. Allein im Landkreis Esslingen mussten die Rettungskräfte in der Nacht zu Sonntag wegen der Unwetter zu mehr als 150 Einsätzen ausrücken. Mehrere Autofahrer in dem Bundesland wurden leicht verletzt, weil sie mit ihren Wagen gegen umgestürzte Bäume prallten.

Abgeknickte Bäume behinderten teilweise auch den Bahnverkehr. Mehrere Bahnstrecke in Baden-Württemberg, unter anderem zwischen Ellwangen und Crailsheim, blieben zeitweise gesperrt.

Auch über Teile Sachsens zogen in der Nacht zu Sonntag schwere Gewitter hinweg. In Auerbach musste ein Festzelt geräumt werden, das durch den Wind aus seiner Verankerung zu reißen drohte. Die rund 700 Besucher kamen nach Polizeiangaben mit dem Schrecken davon. In Oelsnitz im Vogtland wurde eine Bundesstraße wegen Überflutung zeitweise gesperrt. In Berlin rückte die Feuerwehr wegen schwerer Unwetter erneut zu vielen Rettungseinsätzen aus, allein 214 Mal wegen Wasserschäden.

Eine 50-jährige Frau aus Kassel, die am Freitagnachmittag auf einem Golfplatz durch einen Blitz getroffen wurde, schwebte zunächst noch in Lebensgefahr. Seit Sonnabend liegt sie in einer Spezialklinik, wie die Polizei mitteilte. Drei weitere Frauen im Alter zwischen 41 und 67 Jahren waren bei dem Blitzeinschlag getötet worden. Die Golferinnen hatten in einer Hütte vor einem heftigen Gewitter Schutz gesucht, als der Blitz dort einschlug.