Wetter-Ticker

"Giftige Andrea" fordert erstes Todesopfer

| Lesedauer: 11 Minuten

Foto: dpa / dpa/DPA

Mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 170 Stundenkilometern wird Orkan "Andrea" über Deutschland fegen. Alle wichtigen Informationen im Wetter-Ticker.

15.30 Uhr: Sturmflut gefährdet neue Bergung auf Rügen

Bei der schwierigen Bergung der verschütteten Katharina stehen die Einsatzkräfte auf Rügen vor einer neuen Herausforderung: Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) sagt für Freitag – den elften Tag nach dem tödlichen Erdrutsch – eine Sturmflut mit Wasserständen von einem Meter bis 1,30 Meter über Normal für die Nordspitze der Insel Rügen voraus. Bei Windstärken von 7 bis 8 sei zudem mit einer zusätzlichen Wellenbelastung von einem bis zu 1,50 Meter zu rechnen, sagte Ines Perlet vom BSH in Rostock am Donnerstag der dpa. „Damit steht vermutlich der gesamte Strandbereich unter Wasser.“

14.12 Uhr: Vier Unfälle wegen glatter Straße

Nach einem schweren Hagelschauer westlich von Rostock haben sich auf der Autobahn 20 mehrere Unfälle auf glatter Straße ereignet. Es habe in kurzer Zeit zwischen den Anschlussstellen Bad Doberan und Kröpelin (Landkreis Rostock) insgesamt vier Unfälle gegeben, sagte der Sprecher der Polizei in Güstrow, Gerd Frahm. Nach dem Schauer habe sich auf der Fahrbahn ein Schicht aus Eis und Schnee gebildet. Über die Zahl der Verletzten und die Höhe des Schadens konnte Frahm zunächst keine Auskunft geben.

13.20 Uhr: "Andrea" bringt kräftigen Temperatursturz

Sturmtief „Andrea“ hat auch einen Temperatursturz mit sich gebracht. Der Wind habe von Südwest auf Nordwest gedreht, so dass Polarluft nach Deutschland fließen konnte, sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Am Morgen waren in Frankfurt noch gut acht Grad gemessen worden, am Mittag nur noch vier Grad. Auf den Bergen schneite es bei minus einem bis plus zwei Grad.

12.50 Uhr: Es bleibt stürmisch und regnerisch

Obwohl Sturmtief Andrea an Kraft verliert, weht der Wind auch in den kommenden Tagen stark bis stürmisch. Dabei regnet es vielfach, in höheren Lagen fällt Schnee. Die Tageshöchstwerte erreichen zwei bis acht Grad.

12.49 Uhr: Zug fährt gegen entwurzelten Baum

Ein Regionalzug ist im Münsterland gegen einen vom Sturm entwurzelten Baum gefahren und entgleist. Vier Fahrgäste und der Triebwagenführer (43) kamen mit dem Schrecken davon. Der Zug sei in der Dämmerung am morgen bei Reken gegen den Baum geprallt. Die Bahn war mit etwa 70 Kilometern pro Stunde unterwegs. Das Gleisbett wurde stark beschädigt, die Strecke ist vorerst unterbrochen. Der Schaden liegt bei 100 000 Euro.


12.19 Uhr: Der erste Sturmtote in Bayern

Vermutlich wegen des starken Sturms ist ein Autofahrer bei Weißenstadt (Landkreis Wunsiedel) in den Gegenverkehr geraten und hat einen tödlichen Unfall verursacht. Der Mann sei frontal mit dem Wagen einer 43 Jahre alten Frau zusammengestoßen, die bei dem Unfall ums Leben gekommen sei, sagte eine Polizeisprecherin. Der Wagen der Frau sei nach dem Aufprall in einem Straßengraben gelandet. Für die 43-Jährige sei jede Hilfe zu spät gekommen. Sie starb noch an der Unfallstelle. Die katastrophalen Witterungsverhältnisse könnten den Unfall ausgelöst haben, teilte die Polizei mit. Es sei möglich, dass der Mann von einer Sturmböe in den Gegenverkehr gedrückt worden sei, sagte die Sprecherin.


12.02 Uhr: A3 wegen Trümmerteilen gesperrt

Starke Sturmböen haben in Regensburg das Dach eines Möbelmarktes abgedeckt. Von den Trümmerteilen sei niemand verletzt worden, teilte die Polizei mit. „Um die umherfliegenden Teile des Wellblechdaches zu bergen, ist die Autobahn 3 derzeit komplett gesperrt“, sagte ein Sprecher. Das betreffe beide Fahrtrichtungen zwischen Nürnberg und Passau auf einer Länge von etwa fünf Kilometern.


11.43 Uhr: "Andrea" bläst Schiffscontainer ins Wasser

Auf dem Rhein bei Gernsheim in Südhessen hat "Andrea" Container eines Schubverbandes gepackt und einen Behälter vom Schiff gefegt. Durch den heftigen Seitenwind fielen in der engen Flussbiegung mehrere Container um, ein Teil der Ladung wurde verschoben.

Die Besatzung stoppte sofort und konnte den im Wasser treibenden leeren Container mit Tauen am Schiff sichern. Bei diesem Manöver drückte „Andrea“ mit ihrer Kraft den 172 Meter langen Schubverband ans Ufer, wobei Bäume beschädigt wurden und auch ein Schaden am Radarmast des Schiffes entstand. Der Container sollte erst geborgen werden, wenn "Andrea“ vorbei ist.


11.19 Uhr: Frauen von Wind umgerissen

In Augsburg (Bayern) wurden nach Angaben der Feuerwehr zwei ältere Frauen von einer Windböe erfasst und verletzt. Ein umgestürzter Baum beschädigte auch einen Zug auf der Strecke Geltendorf-Augsburg. Die Bahnstrecke wurde gesperrt. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wird der Sturm im Lauf des Tages noch deutlich stärker. „In Bayern gehen wir am Nachmittag dem Höhepunkt entgegen“, sagte Volker Wünsche, Leiter der Münchner DWD-Niederlassung.

11.09 Uhr: Das Saarland kommt glimpflich davon

"Andrea“ hat in der Nacht nur geringe Schäden im Saarland angerichtet. Landesweit seien 16 umgestürzte Bäume und zahlreiche umherfliegende Verkehrsschilder gemeldet worden, in Neunkirchen habe ein Mann durch einen herabstürzenden Stein eine Platzwunde am Kopf erlitten, sagte eine Polizeisprecher in Saarbrücken. Weitere Menschen seien nicht verletzt worden. Insgesamt gingen von Mitternacht bis zum Vormittag 28 Notrufe wegen den Sturms bei der Polizei ein. „Bisher sind wir gut weggekommen“, sagte der Beamte. Der Saarforst Landesbetrieb hat die Bürger aufgerufen, bis Freitag den Wald wegen des Orkans zu meiden.


10.45 Uhr: Erhebliche Lawinengefahr

Die Gefahr von Lawinenabgängen in Bayern steigt. Am Donnerstag wurde sie in weiten Teilen der bayerischen Alpen mit der dritten von fünf Warnstufen als „erheblich“ eingestuft, wie der Lawinenwarndienst in München mitteilte. Kleinere und mittlere Lawinen könnten sich selbst auslösen, vereinzelt sei dies auch bei größeren möglich. Zudem warnten die Experten vor einem weiteren Anstieg der Gefahr in den kommenden Tagen durch Neuschnee und Wind.


10.40 Uhr: 20 Beerdigungen abgesagt

Wegen des Orkans „Andrea“ hat die Stadt Frankfurt alle Beerdigungen abgesagt. Die Gefahr, dass Trauernde durch umstürzende Bäume oder herabfallende Bäume verletzt werden, sei zu groß, teilte die Stadt mit. Rund 20 Beisetzungen mussten verschoben werden. Angehörige und Beerdigungsinstitute wurden telefonisch benachrichtigt. Auch die Stadt Bad Homburg sperrte ihre Friedhöfe wegen des Sturms. Die Städte forderten die Bürger auf, auch Parks und Grünanlagen nicht zu betreten.

10.10 Uhr: "Andrea" erreicht den Norden

Die Fehmarnsundbrücke sowie auf der Autobahn 23 die Brücke über den Nord-Ostseekanal wurden für Autos mit Anhängern und leere Lastwagen gesperrt. Die Elbfähre Glückstadt-Wischhafen stellte ihren Betrieb bis auf weiteres ein. Auch die Fähren zu den Halligen sowie nach Helgoland blieben in den Häfen.

10 Uhr: 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee möglich

Auf dem Brocken muss mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 140 Kilometer pro Stunde gerechnet werden, wie der DWD in Leipzig mitteilte. Oberhalb von 800 Metern erwarteten die Meteorologen im Tagesverlauf Schneefall.

9.50 Uhr: Warnung vor Sturmflut

Für die deutsche Nordseeküste, Emden, Bremen und Hamburg gibt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg eine Sturmflutwarnung aus.

9.30 Uhr: Hochwasser im Anmarsch

Köln bereitet sich auf das erste Hochwasser des Jahres vor. Wegen des erwarteten kräftigen Regens werde der Pegelstand des Rheins weiter steigen, sagte der Leiter der Hochwasserschutzzentrale, Reinhard Vogt. Von Donnerstag an werde es deshalb wohl erste Einschränkungen für die Schifffahrt geben. Nach Angaben der Polizei in Köln bestand am frühen Donnerstagmorgen jedoch noch keine Gefahr.

9.00 Uhr: Sturmböen von bis zu 170 km/h erwartet

Die Meteorologen warnen: "Andrea" gewinnt vor allem am Vormittag an Kraft . Das Sturmtief ziehe nach Südosten, die stärksten Böen erreichten die Mitte Deutschlands in der Mittagszeit und den Süden am Nachmittag, sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Im Schwarzwald werden Böen von bis zu 170 Kilometern pro Stunde erwartet. „Auch im Flachland erwarten wir durchaus Böen, die bei 120 Kilometern pro Stunde liegen“, betonte Malewski.

„Bis zum Abend ist der Spuk in den meisten Teilen Deutschlands vorbei. Im Laufe der Nacht wird langsam eine Beruhigung einkehren“, sagte der Experte weiter. In den kommenden Tagen bleibe es aber windig, und in den Niederungen werde es weitere Regenfälle geben. „Vor allem in den Alpen wird es eine ganze Menge Schnee geben, in den Niederungen erwarte ich keinen Schnee.“

„Andrea“ sei zwar ein Sturmtief, an das man sich erinnern werde, sagte Malewski. Dennoch: „Ganz so extrem wie Kyrill würde ich den Sturm nicht einstufen“, betonte er. Der Orkan Kyrill hatte 2007 halb Europa über Tage in Atem gehalten und schwere Schäden angerichtet hatte.

8 Uhr: "Andrea" war eine stürmische Liebesgabe

Die stürmischen Winde des aktuellen Orkantiefs kommen vom Nordatlantik, sein Name „Andrea“ stammt allerdings aus Sprockhövel. Zu den knapp 26.000 Einwohnern des nordrhein- westfälischen Städtchens zwischen Bochum und Wuppertal zählt die 34-jährige Andrea Stefan.

Nach Angaben des Instituts für Meteorologie der Freien Universität Berlin ließ deren Freund den Orkan nach der Hausfrau und Mutter benennen – als stürmische Liebesgabe zum neuen Jahr.Seit 2002 können Privatleute Vornamen für Tiefs und Hochs „buchen“. Die Wetter-Patenschaft ist aber nicht ganz billig: Die Taufe eines Tiefs kostet 199 Euro, ein Hoch schlägt sogar mit 299 Euro zu Buche.

7.00 Uhr: Erste Unfälle in Hessen

Die ersten Ausläufer des Orkans „Andrea“ haben in der Nacht Hessen erreicht und vor allem in Mittel- und Osthessen Schäden angerichtet. Bei Hünfeld in der Nähe von Fulda wurde ein Sattelzug von einer Orkanböe erfasst und umgeworfen, wie die Polizei in Fulda mitteilte. Im Vogelsberg raste ein Autofahrer in einen umgestürzten Baum. Menschen wurden aber nicht verletzt. In Mittelhessen mussten nach Angaben des Lagezentrums der Polizei in Wiesbaden mehrere Landstraßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.

( dpa/dapd/AFP/kami )

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