Unwetterwarnung

Nach Orkan "Ulli" zieht Sturmtief "Andrea" auf

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Mit Orkanböen ist Tief Ulli in der Nacht zu Mittwoch über Deutschland gefegt, ein weiteres Sturmtief ist im Anmarsch.

Video: Reuters
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Das Sturmtief "Ulli" hat in der Nacht zu Mittwoch heftigen Regen und schwere Böen nach Norddeutschland gebracht. Polizei und Feuerwehren meldeten jedoch keine größeren Schäden. Doch der nächste Sturm steht bereits an.

Das erste Sturmtief des Jahres „Ulli“ ist über Deutschland hinweggefegt und hat Polizei und Feuerwehren im Land einige Einsätze beschert. Glücklicherweise blieb es aber oft bei kleineren Schäden durch umgestürzte Bäume oder herabfallende Dachziegeln. Es gab mehrere Verletzte.

Am stärksten betroffen war der Norden Deutschlands. Im Rest der Bundesrepublik blieb es hingegen verhältnismäßig ruhig, wie die Polizeidienststellen mitteilten. „Es hat zwar gestürmt, aber alles halb so wild“, sagte ein Sprecher der Polizei Gera.

"Die Bäume fallen ohne Ende"

Lediglich im Harz in Sachsen-Anhalt pustete „Ulli“ noch etwas kräftiger. Dort rückten die Einsatzkräfte 60 mal aus. „Die Bäume fallen ohne Ende“, sagte ein Feuerwehrsprecher in Halberstadt. Die meisten Bäume sollten erst bei Tageslicht von den Straßen entfernt werden. „Sonst fällt nebenbei der nächste um – nachts ist das zu gefährlich“, sagte der Sprecher. Deshalb blieben einige Straßen auch noch am Morgen stundenlang gesperrt.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes DWD wurden an der Nordseeküste auf der Insel Helgoland und in St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland) Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 112 Stundenkilometer gemessen. Im Binnenland war es mit Windgeschwindigkeiten bis 104 km/h (Kiel und Schleswig) nur unwesentlich ruhiger, sagte Meteorologe Robert Hausen.

Autos und Lkws geraten ins Schleudern

Im niedersächsischen Voltlage ist ein 19-Jähriger mit seinem Auto von einer Windböe erfasst worden und seitlich gegen einen Baum geprallt, teilte die Polizei Bersenbrück mit. Der junge Mann kam ins Krankenhaus, am Wagen entstand ein Totalschaden.

In den Harzregionen Sachsen-Anhalts hatten die Beamten dank „Ulli“ mehr zu tun. Einige Straßen seien immer noch wegen umgestürzter Bäume gesperrt, sagte ein Sprecher der Polizei Magdeburg. Auf der Bundesstraße zwischen Wernigerode und Ilsenburg sei ein LKW-Anhänger umgestürzt, im Salzlandkreis sorgte ein gerissenes Stromkabel für einen Stromausfall. Verletzte habe es aber auch hier nicht gegeben.

Im nordrhein-westfälischen Ennepetal (Ennepe-Ruhr-Kreis) mussten rund 290 Menschen aus einem Regionalzug befreit worden, nachdem ein umgestürzter Baum das Gleis versperrt und eine Weiterfahrt unmöglich gemacht hatte.

Außerdem kippte eine Windböe im nordrhein-westfälischen Herzebrock-Clarholz einen Lkw um. Der 53-jährige Fahrer geriet im Sturm mit seinem Fahrzeug ins Schleudern und kippte mit der Beifahrerseite quer auf die Straße, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer blieb unverletzt. Im niedersächsischen Papenburg riss das Sturmtief das Dach vom Verlagsgebäude der Ems-Zeitung. Gebäudeteile und ein Baum stürzten auf die Straße. „Verletzt wurde zum Glück niemand“, sagte der Redaktionsleiter der "Ems-Zeitung", Holger Hartwig.

Der "giftige" Sturm Andrea ist im Anmarsch

Der Deutsche Wetterdienst warnte am frühen Mittwochmorgen weiterhin vor Sturmböen und Gewittern an den deutschen Küsten. Denn es wird bereits der nächste Sturm erwartet: Er wird „Andrea“ heißen.

„Er sieht noch etwas giftiger aus als der aktuelle“, sagte DWD-Meteorologe Ansgar Engel am Dienstag. Vermutlich werde es dann auch im Binnenland orkanartige Böen bis in die Niederungen geben. „Hinter dem Donnerstags-Sturm fließt dann mal deutlich kältere Luft nach Deutschland“, sagte Engel. Zumindest in den Mittelgebirgen und Richtung Alpen werde es winterlich. Kälte und Schnee bis ins norddeutsche Flachland seien aber weiterhin nicht in Sicht.

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