Datumssprung

Inselstaat Samoa zieht Silvester vor

Samoa hat seine Uhren über die Datumsgrenze hinaus vorgedreht - und lässt den Freitag einfach ausfallen. Damit kann der Pazifikstaat als einer der ersten das neue Jahr feiern.

Foto: picture-alliance / Lonely Planet / picture-alliance / Lonely Planet/Lonely Planet Images

In Samoa ticken die Uhren ab sofort anders. Die Pazifikinsel lag bisher direkt am östlichen Rand der Datumsgrenze. Doch das hat sich mit dem heutigen Tag geändert: Die Samoaner sind am einem Donnerstagabend ins Bett gegangen. Doch sie wachen heute schon am Sonnabend auf. Der Freitag ist einfach weggefallen, und schon am Abend wird bereits Silvester gefeiert.

Der Grund: Das Land handelt viel mit Neuseeland und Australien, und deshalb hatte sich Ministerpräsident Tuilaepa Malielegaoi zu einem radikalen Schritt entschlossen. Er hat Samoa in eine andere Zeitzone verlegt. Der Ruck nach Westen über die Datumsgrenze führt dazu, dass die Samoaner einen ganzen Tag verloren haben.

Damit wird ein alter Zustand wiederhergestellt. 1892 bewog ein amerikanischer Geschäftsmann die Insulaner unter Verweis auf wirtschaftliche Vorteile, nach Osten zu wechseln. Damals sei das sinnvoll gewesen, so Malielegaoi. Bislang vermarktete sich Samoa als Ort, an dem weltweit zuletzt die Sonne untergeht. Jetzt kann der Pazifikstaat als einer der ersten das neue Jahr feiern.

Aber die Inselbewohner sind radikale Wechsel gewöhnt. Bereits 2009 wurde der Rechtsverkehr von einem Tag auf den anderen abgeschafft und durch den in Großbritannien und Australien gültigen Linksverkehr ersetzt. Die Umstellung hatte damit zu tun, dass rund 170.000 Samoaner in Neuseeland und Australien arbeiten und leben, wo wie in Großbritannien Linksverkehr gilt. Ihnen sollte es so ermöglicht werden, dort gekaufte Autos mit rechtem Fahrersitz auch auf Samoa einzusetzen.