Schwerverbrecher

Entführer Wolf muss für 13 Jahre ins Gefängnis

Vor seiner Festnahme in Hamburg im Mai 2009 war der Erpresser und Entführer Thomas Wolf einer der meistgesuchten Verbrecher in Deutschland. Jetzt muss er für die Entführung einer Bankiersgattin und zwei Banküberfälle für 13 Jahre und sechs Monate ins Gefängnis.

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Das Landgericht Wiesbaden hat den Schwerverbrecher Thomas Wolf zu 13 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die Richter sprachen den 58-Jährigen am Dienstag schuldig, eine Wiesbadener Bankiersgattin entführt und zwei Banken überfallen zu haben. Einer der brutalen Überfalle geschah in Hamburg. Die Staatsanwaltschaft hatte 15 Jahre Gefängnis gefordert, die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von höchstens zehn Jahren.

Unter anderem hatte Wolf im März 2009 die Frau eines leitenden Bankangestellten entführt und 1,8 Millionen Euro erpresst. Zudem verübte er nach Ansicht des Gerichts 2000 und 2003 zwei Banküberfälle in Hamburg und Eindhoven in den Niederlanden. Dabei bedrohte er die Angestellten mit einer Bombenattrappe und erbeutete zusammen mehr als 360 000 Euro. Wolf hat die Taten gestanden.

Wolfs Biografie spricht für sich: Mit 15 Jahren beging er seinen ersten Diebstahl, mit 19 den ersten schweren Raubüberfall, brach später mehrfach aus dem Gefängnis aus. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft summierte sich die Haftstrafe für seine Taten bereits im Jahr 1993 auf über 22 Jahre. Seit 2000 befand er sich neun Jahre lang auf der Flucht, lebte unter dem falschen Namen David van Dijk in Frankfurt. Als das Geld knapp wurde, überfiel er mithilfe von Bombenattrappen zwei Banken, erbeutete dabei über 350.000 Euro.

Schon bald plante er den nächsten Coup. Laut Staatsanwaltschaft sollte es das „ganz große Ding“ werden, die Beute bis an sein Lebensende reichen: Am 27. März 2009 entführte Wolf die Ehefrau eines leitenden Bankangestellten in Wiesbaden, erpresste 1,8 Millionen Euro.

Mit großen Worten entschuldigte er sich zum Prozessauftakt bei seinem Opfer, doch die Frau will ihm nicht verzeihen. Ein Besuch bei ihm im Gefängnis endete für sie mit Ernüchterung: Wolf habe nur über sich geredet. Fortsetzung folgt. Es heißt, der 58-Jährige schreibe gerade an seiner Biografie.