Schiffsunglück

"Rena" wird durch tosenden Sturm zur großen Gefahr

Über dem Riff, auf dem die "Rena" vor Neuseeland kentert, tobt ein Sturm. Das Containerschiff droht zu zerbrechen – und ihre Ladung bedrohlich für die Schifffahrt zu werden.

Das Wrack des vor Neuseeland verunglückten Containerschiffes „Rena“ droht zu zerbrechen. Über das Riff, auf dem das Schiff seit Anfang Oktober mit schwerer Schlagseite festliegt, peitschte ein Sturm mit hohen Wellen. „Die Rena ist noch intakt. Aber sie ist in einem sehr anfälligen Zustand und dem Wetter ausgeliefert“, teilte die Schifffahrtsbehörde MNZ mit.

An Bord sind noch mehr als 1000 Container. Wenn sie ins Wasser rutschen, ist das eine große Gefahr für die Schifffahrt.Das 47.000-Tonnen-Schiff war am 5. Oktober nur 22 Kilometer vor Tauranga an der Küste der Nordinsel auf ein Riff gelaufen. Laut Schifffahrtsbehörde waren an Bord mehr als 1700 Tonnen Öl. 360 Tonnen davon liefen aus und verschmutzten die Küste. Fast 2000 Vögel verendeten den Angaben zufolge.

Der philippinische Kapitän und ein Offizier wurden unter anderem wegen fahrlässiger Schiffsführung angeklagt. Ihnen drohen zwei Jahre Haft.

Nach Angaben der Schifffahrtsbehörde wurden bis Donnerstag 95 Container umgeladen. 87 Container – nicht 88 wie bislang angenommen - rutschten von Bord der „Rena“ ins Meer. Davon gelten 54 als vermisst. Die anderen wurden in der Nähe des Wracks gefunden und geborgen.

Das Schiff hat bereits zwei größere Stürme überstanden. Die ursprüngliche Gefahr einer größeren Ölkatastrophe ist gebannt. In den ersten Wochen gelang es Spezialisten, den Großteil des Schweröls an Bord abzupumpen.