Protestbewegung

Wall-Street-Kritiker statten Reichen Besuch ab

Mehrere Hundert Menschen haben im New Yorker Reichenviertel Upper East Side für eine höhere Besteuerung von Millionären demonstriert. Auf Schildern forderten die Aktivisten der Gruppe "Occupy Wall Street" am Dienstag vor den Häusern prominenter Milliardäre eine Abschaffung aller Steuerprivilegien.

Bis zu 500 Anhänger der Protestbewegung gegen die Macht der Banken und die wachsende soziale Ungleichheit in den USA sind in New York an den Häusern einiger der reichsten Bewohner der Stadt vorbeigezogen. Vor dem Luxus-Apartmentkomplex des Chefs der Bank JP Morgan Chase, Jamie Dimon, skandierten die Demonstranten am Dienstag unter anderem: „Die Menschen brauchen einen Robin Hood!“. Der Protestzug durch Manhattans Upper East Side führte auch an den Wohnungen von Medienmogul Rupert Murdoch und New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg vorbei.

Die Protestbewegung hat sich seit Mitte September von New York auf weitere US-Städte ausgebreitet. Zusammengehalten wird sie von der Wut darüber, dass vor allem die Mittelschicht und die ärmere Bevölkerung unter den Folgen der Finanzkrise zu leiden haben. Die zumeist jungen Teilnehmer beschreiben sich als die „99 Prozent“ – in Anspielung auf das reichste Prozent der US-Bevölkerung, von dem sie sich hintergangen fühlen.

In der Nacht zum Dienstag hatte die Polizei eine Kundgebung in Boston im Bundesstaat Massachusetts aufgelöst, fast 130 Demonstranten wurden festgenommen. Auch in der Hauptstadt Washington wurden am Dienstag sechs Anhänger der Protestbewegung festgenommen, die in ein Bürogebäude des Senats eingedrungen waren und dort Sprechchöre angestimmt hatten.