Herbstlicher Sommer

Das Wetter bleibt viel zu kalt und regnerisch

"Klassisches Museumswetter" statt Hitze und Sonnenschein – der Sommer nimmt sich eine Auszeit. Erwartet werden in den nächsten Tagen Wind und Regen.

Foto: dpa / dpa/DPA

Der Sommer 2011 ist erst einmal vorbei. In Hamburg und Schleswig-Holstein sind in den nächsten Tagen "Friesennerz" und Gummistiefel statt Sonnenmilch und Badehose angesagt. Das Wetter bleibt herbstlich mit Wind und Regen, erklärte Meteorologe Jürgen Püschelk vom Deutschen Wetterdienst.

Tiefdruckgebiete aus dem Atlantik werden zunächst weiter für wechselhaftes Wetter in Norddeutschland sorgen, hieß es auch beim Wetterdienst Meteomedia. Die Sonne werde man nur stundenweise genießen können.

„Sintflutartige“ Niederschläge wie in den vergangenen Stunden seien jedoch nicht mehr zu erwarten, sagte Meteomedia-Meteorologe Thomas Globig. So fielen in Leck (Kreis Nordfriesland) seit Mittwoch knapp 80 Liter pro Quadratmeter. Auf Helgoland waren es 63 Liter, und in St. Peter-Ording 50 Liter. Entsprechend standen die Straßen hier teilweise bis zu zwanzig Zentimeter unter Wasser, und in vielen Häusern liefen die Keller voll.

Auch in Hamburg musste die Feuerwehr zahlreiche Keller leer pumpen. In der Hansestadt waren in der Nacht rund 32 Liter gefallen - das entspricht statistisch der Hälfte des Regens für den gesamten Monat Juli.

Regen treibt Insel-Urlauber in die Städte

Regenwetter und kräftiger Wind trieben am Donnerstag die Urlauber von Rügen nach Stralsund. Auf der Insel floss der Verkehr in Richtung Stralsund zeitweise auf einer Länge von rund 20 Kilometer nur noch im Schritttempo. „Wir haben klassisches Museumswetter“, sagte Stralsunds Polizeisprecherin Antje Unger.

In Stralsund bildeten sich vor dem Deutschen Meeresmuseum und dem Ozeaneum bis zu 200 Meter lange Schlangen. Mit mehr als 11.000 Besuchern hatte das Deutsche Meeresmuseum bereits am Mittwoch einen Jahresbesucherrekord erzielt. Für Donnerstag wurden noch höhere Zahlen erwartet, wie Ozeaneums-Sprecher Jens Oulwiger sagte. Auf Usedom gab es ebenfalls zähfließenden Verkehr.

Die Siebenschläfer-Regel

Für die weitere Wetter-Prognose zitierte Globig die „Siebenschläfer-Regel“. Dabei gehe es entgegen landläufiger Meinung nicht um eine speziellen Tag: Wegen der Kalenderreform von Papst Gregor vor 500 Jahren und weil man die Wetterlage grundsätzlich nicht an einem einzelnen Tag festmachen dürfe, sagte Globig.

In diesem Jahr habe sich zwischen dem 27. Juni und dem 7. Juli keine stabile Großwetterlage eingestellt. Entsprechend blieb es zunächst längere Zeit wechselhaft, sagte Globig: „Man kann nur einen versöhnlichen Schlusssatz hinten anhängen: Je länger das wechselhafte und mäßig warme Hochsommerwetter anhält, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein schöner Spätsommer folgt.“

Prognose für die nächsten Tage

Bis Mitte kommender Woche werde sich die Sonne in Deutschland eher selten zeigen, sagte Meteorologe Alexander Hübener vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. So rechnen die Experten im Bundesdurchschnitt mit nur zwei bis vier Stunden Sonne pro Tag, während sechs bis sieben normal wären. Auch kräftige Niederschläge und Gewitter werden erwartet. Bis Montag soll es fast überall 10 bis 20 Liter Regen je Quadratmeter geben.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach ist es am Freitag nördlich der Mittelgebirge sowie am Alpenrand vorerst noch bedeckt und regnerisch. Im übrigen Land ist es wechselnd wolkig mit einigen Aufheiterungen. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 22 Grad Celsius.

In der Nacht zu Samstag kühlt sich die Luft auf Tiefstwerte zwischen 13 und 9 Grad ab. Tagsüber ist es wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Im Osten kommt es den Angaben zufolge zunächst noch zu Schauern, im Westen ist es dagegen meist trocken. Dort zieht erst zum Abend stärkere Bewölkung und Regen auf. Die Temperaturen steigen auf Werte zwischen 18 Grad an der Küste sowie 24 Grad am Oberrhein und im Südosten Bayerns.

Am Sonntag ist es unbeständig, vielfach stark bewölkt und es regnet immer wieder. Die Höchstwerte liegen zwischen 17 Grad in der Eifel und 25 Grad in der Lausitz.

Bis Mitte nächste Woche ist es nach IWK-Angaben am kühlsten nicht nur auf den Bergen, sondern auch auf den Inseln der Nordsee. Demnach steigen dort die Tagestemperaturen teilweise nur auf 14 bis 16 Grad und liegen damit noch unter den Wassertemperaturen von 18 Grad. „Dieses ist im Hochsommermonat Juli eher selten“, sagte Grohs.

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