Deutschlandwetter

Juli-Ende bringt Starkregen statt Hitzewelle

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Unbeständig und viel zu kalt für diese Jahreszeit zeigt sich der Juli auch in seinen letzten Tagen. Von einer Hitzewelle keine Spur, dafür müssen die Deutschen weiterhin mit Starkregen rechnen.

Die Hundstage sind oft die heißeste Zeit des Jahres. Diese Bauernregel wird in sich in diesem Jahr zumindest nicht von Anfang an bewahrheiten. Vom 23. Juli bis zum 24. August sollte die Hitzeperiode der Hundstage herrschen, doch der Sommer lässt erst einmal auf sich warten.

Stattdessen muss bereits am Donnerstag mit wechselnder und teils starker Bewölkung gerechnet werden, zu der sich im Tagesverlauf im Süden einzelne Schauer und Gewitter gesellen. Schlimmer trifft es den Nordosten und Osten Deutschlands. Wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte, gibt es gebietsweise länger andauernden Regen mit Unwettergefahr. Von sommerlichen Temperaturen kann ebenfalls nicht die Rede sein: Bei Temperaturen zwischen 16 und 21 Grad in ganz Deutschland müssen Flip Flops und Bikini erst einmal im Schrank bleiben.

Doch DWD-Meteorologe Gerhard Müller-Westermeier macht Hoffnung: „Der Sommer ist noch nicht beendet.“ Tage mit einem Temperaturmaximum von mindestens 25 Grad könne es bis in die zweite Septemberhälfte hinein geben.Über eine Woche hinaus seien aber keine sinnvollen und verlässlichen Wettervorhersagen möglich. „Allenfalls lässt sich der allgemeine Charakter einer Jahreszeit abschätzen – ob über- oder unterdurchschnittlich warm, ob nass oder trocken – wobei die Trefferquote aber auch nur bei rund 60 Prozent liegt.“

Bis dahin müssen die Deutschen jedoch mit viel Regen rechnen. Besonders betroffen sind im Moment Regionen im Osten des Landes. In der Nacht zum Freitag wurde an der Lausitzer Neiße in Sachsen der Richtwert zur Hochwasser-Alarmstufe 3 am Pegel Görlitz überschritten, die höchste Alarmstufe droht zunächst aber nicht mehr. „Der Richtwert der Alarmstufe 4 wird nicht mehr erreicht“, sagte die Hydrologin Petra Walther vom sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Freitagmorgen.

Das aktuelle Hochwasser sei nicht mit der Situation im Sommer 2010 vergleichbar, sagte Hydrologin Walther. „2010 war es viel extremer.“ Seinerzeit lag der Pegelstand bei 7 Metern. Auch an anderen Flüssen der Region gab es am Freitagmorgen Zeichen der Entspannung. Der Dauerregen habe in vielen Teilen Sachsens nachgelassen, sagte Walther. An den Oberläufen der Lausitzer Neiße habe sich die Lage beruhigt. Die Wassermassen aus den polnischen Zuflüssen zur Neiße hätten sich „auf hohem Niveau“ stabilisiert.

Der Deutsche Wetterdienst hob am Freitagmorgen Unwetter-Warnungen für die Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und für Dresden auf, für die Kreise Görlitz und Meißen warnten die Meteorologen aber noch bis Freitagnachmittag vor „extrem ergiebigem Dauerregen“.

Dieser lässt auch die Pegel der Flüsse im Süden Brandenburgs weiter steigen. Am Pegel Spremberg wurde laut Landesumweltamt in der Nacht zu Freitag der Richtwert für die Alarmstufe 2 erreicht. Im Vergleich zum Vortag war der Wasserstand an dieser Stelle um über einen Meter gestiegen. Eine Entspannung der Lage war vorerst nicht abzusehen. Der Deutsche Wetterdienst verlängerte seine Warnung vor starkem Regen im Süden und Osten des Landes von Freitagvormittag auf Freitagnachmittag. Lokal könnten im Lauf des Tages noch einmal bis zu 40 Liter pro Quadratmeter fallen, hieß es.

Auch im Süden Deutschlands hat sich die Wetterlage noch nicht gänzlich entspannt. Starke Regenfälle hatten am Donnerstagabend erneut zu Überflutungen auf der Autobahn Nürnberg-Bamberg (A 73) geführt. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, musste die Autobahn in Richtung Bamberg zwischen Forchheim-Nord und Hirschaid bis Mitternacht gesperrt werden. Auch verschiedene Landstraßen um Eggolsheim, Pretzfeld und Kirchehrenbach (Landkreis Forchheim) waren nicht mehr passierbar. Die A73 war bereits vergangenen Mittwoch wegen Überschwemmung gesperrt worden.

Hier geht es zur aktuellen Wettervorhersage von Morgenpost Online

( dpa/dapd/AFP/cb )

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