Regen überall

Wassermassen überfluten Nordosten Deutschlands

| Lesedauer: 3 Minuten

Der Dauerregen sorgt für Überschwemmungen im Nordosten. Mit Sandsäcken und Pumpen kämpfen Einsatzkräfte gegen die Wassermassen. Und es regnet weiter.

Lang anhaltender Regen hat vor allem im Nordosten Deutschlands für Überschwemmungen und steigende Pegelstände an Flüssen gesorgt. In Mecklenburg-Vorpommern mussten entlang der Ostseeküste mehrere Straßenzüge wegen Überflutung gesperrt werden.

In Rostock war die Feuerwehr im Dauereinsatz, um Wasser von Straßen oder aus Gebäuden zu pumpen. Auch in der Uckermark im Nordosten Brandenburgs hält der Dauerregen voraussichtlich noch bis zum Wochenende an, kleinere Flüsse drohen über die Ufer zu treten.

Feuerwehr und Technisches Hilfswerk füllten in Rostock Sandsäcke, die Häuser vor überlaufenden Bächen schützen sollten. Hier fielen binnen 24 Stunden rund 84 Liter pro Quadratmeter. Im Landkreis Bad Doberan sowie entlang der gesamten Ostseeküste fielen schon in der Nacht zum Freitag örtlich mehr als 50 Liter Wasser pro Quadratmeter. In vielen Orten lief das Regenwasser von umliegenden Feldern auf die Straßen. In Graal Müritz mussten Leitungen gelegt werden, um das überlastete Schöpfwerk zu entlasten und die Wassermassen in die Ostsee abzuleiten.

Die Landkreise Nord- und Ostvorpommern waren ebenfalls erneut von heftigen Regenfällen betroffen. Bereits am vergangenen Wochenende hatte tagelanger Dauerregen mit mehr als 100 Liter Wasser pro Quadratmeter für Überschwemmungen gesorgt.

Bei der Feuerwehr kapitulierten nach Angaben eines Sprechers mehrere Pumpen vor den dreckigen Wassermassen, viele Straßen wurden überspült. In Ueckermünde und Torgelow knickten mehrere Bäume in dem völlig aufgeweichten Boden um. Urlauber auf der Sonneninsel Usedom hatten ebenfalls Pech: Dort stand unter anderem das Theaterzelt „Chapeau Rouge“ am Strand von Zinnowitz unter Wasser.

In der Uckermark warnte der DWD ebenfalls vor ergiebigem Dauerregen. Innerhalb von 24 Stunden sei stellenweise mit mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter zu rechnen, hieß es. Hochwasser an kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen seien möglich. Auch könnten Erdrutsche auftreten. In Berlin sowie in Teilen Ost- und Südbrandenburgs kamen etwa 30 Liter pro Quadratmeter herunter. Der Niederschlag sollte im Lauf der Nacht zum Samstag jedoch noch zunehmen.

Das wenig sommerliche Wetter wird laut DWD weiter anhalten. Die Temperaturen bleiben in Deutschland am Wochenende meist unter 20 Grad. Die neue Woche beginnt zwar sonnig und wärmer, am Mittwoch kommen jedoch wieder Gewitter auf. Mit einer grundlegenden Wetterbesserung ist den Meteorologen zufolge auch im August nicht zu rechnen.

Schon die Bilanz des Juli fiel ungewöhnlich schlecht aus. Mit durchschnittlich 16,1 Grad Celsius war der zu Ende gehende Monat gut vier Grad Celsius kühler als 2010. Zudem fiel 48 Prozent mehr Regen als üblich, die Sonne schien mit nur 162 Stunden 22 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Es war laut DWD der trübste Juli seit Beginn der Messungen 1951.

( dapd/mac )

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos