Es war für die angestellten Journalisten der "News of the World" ein erbärmliches Gefühl gewesen sein, als sie erfuhren, dass ihre Zeitung in wenigen Tagen zum letzten Mal erscheint . Rebekah Brooks, ihre Chefin, hat die seitdem grassierende schlechte Stimmung wohl gespürt und wollte um jeden Preis verhindern, dass ihre Redakteure die letzte Ausgabe des Blattes als Gelegenheit nutzen, dem eigenen Frust Luft zu machen.

So stellte sie zwei hochrangige Journalisten der ebenfalls zum Murdoch-Konzern gehörenden "Sun" extra dafür ab, das Blatt vor Redaktionsschluss Zeile für Zeile durchzugehen. Sie sollten akribisch auf unpassende Witze, Zweideutigkeiten oder Ähnliches achten und diese gegebenenfalls korrigieren.

Dass sich die Abrechnung mit der unliebsamen Chefredakteurin ausgerechnet im Kreuzworträtsel verbirgt – darauf ist allerdings keiner der Kontrolleure gekommen. Und so finden sich unter den Lösungswörtern zahlreiche Anspielungen wie "Brook" (in Anspielung auf den Familienname von Brooks), "Bedrohung" und "Gestank", unter den Hinweistexten gibt es Begriffe wie "Kriminelles Unternehmen" oder "Abhörbänder".

Das Lösungswort "Firewall", mutmaßt die britische "Daily Mail", soll wohl für die Wut stehen, den die "News of the World"-Redakteur befallen hat, als sie feststellen mussten, dass ihr Internetzugang einmal für einige Zeit von ihren Chefs blockiert worden war – aus "betrieblichen Gründen", wie es hieß.

Die "Daily Mail" zitiert einen Journalisten von "News of the World": "Rebekah hat alles getan, dafür zu sorgen, dass nicht die Redaktion das letzte Wort hat. Dabei ist sie kläglich gescheitert."