Hochzeit

William und Kate laden deutsche Verwandte nicht ein

Fast 2000 Menschen sind zur Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton eingeladen. Sarah Ferguson und einige deutsche Verwandte allerdings nicht.

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Sarah „Fergie“ Ferguson, Herzogin von York und einstige Schwiegertochter der Queen, zählt offenbar nicht zu den Gästen der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton am 29. April. Die Ex-Frau von Williams Onkel Prinz Andrew habe keine Einladung für die Feierlichkeiten erhalten, berichtete die britische Zeitung „Daily Mail“. In der vergangenen Wochen seien rund 1900 Einladungen vom Palast an Familienangehörige, Würdenträger, Mitglieder von Wohltätigkeitsorganisationen und Freunde des Paares verschickt worden.

Auch Williams Cousinen, die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie aus der Ehe von Fergie und Andrew, würden in den vorderen Reihen der Westminster Abbey in London erwartet, nicht aber ihre Mutter, hieß es unter Berufung auf eine anonyme Quellen aus Hofkreisen. Freunde von Ferguson sagten dem Bericht zufolge, die 51-Jährige habe nie damit gerechnet, eingeladen zu werden, und befinde sich zu diesem Zeitpunkt ohnehin im Ausland.

Fergie war im vergangenen Jahr wegen ihrer Schulden in die Schlagzeilen geraten. Zudem war bekannt geworden war, dass sie einem vermeintlichen Geschäftsmann gegen Bezahlung Kontakte zu ihrem Ex-Mann angeboten hatte.

Laut „Daily Mail“ befinden sich unter den Gästen für die Hochzeit des Jahres am 29. April auch viele normale Bürger, die eng mit Wohltätigkeitsorganisationen zusammenarbeiten, für die William sich stark macht – unter ihnen angeblich auch verwundete Soldaten und frühere Alkohol- und Drogenabhängige.

Deutsche Adelshäuser werden allerdings wenig vertreten sein. Für den Großteil der blaublütigen deutschen Verwandtschaft der Royals ist nach Lage der Dinge weder in der Westminster Abbey noch beim anschließenden Empfang der Queen im Buckingham Palast ein Platz reserviert.

„Wir haben keine Einladung erhalten“, sagt Otmar Fugmann von der Verwaltung des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha. Von dem Adelsgeschlecht von der fränkisch-thüringischen Grenze stammt Prinz William in direkter Linie ab. Sowohl Queen Victoria als auch ihr Cousin und Ehemann Prinz Albert waren Coburger. Der Chef des Hauses, Prinz Andreas, ist wie Queen Elizabeth ein Ururenkel von Victoria und Albert. Bis 1917 war Saxe-Coburg-Gotha der offizielle Familienname der Royals, ehe sie sich wegen anti-deutscher Stimmung im Lande in Windsor umbenannten. „Die Verbindungen zum britischen Teil der Familie sind aber nicht mehr besonders eng“, sagt Fugmann.

Auch im hohen Norden Deutschlands hat offenbar niemand von den Windsor-Verwandten einen Flug nach London gebucht. Elisabeth Prinzessin zu Schleswig-Holstein sagte, auch ihre Familie habe bisher keine Einladung bekommen. Sie hat gemeinsame Vorfahren mit Prinz Philip, dem Großvater Williams. Von den deutschen Blaublütern könnte sich höchstens Ernst August Prinz von Hannover, der die Bezeichnung Prinz von Großbritannien und Irland im Namen führt – vielleicht an der Seite von Prinzessin Caroline – in die Gästeliste eintragen.

Das Haus Hannover hat verwandtschaftliche Beziehungen nach Großbritannien seit 1714, als Georg I. von Hannover auch in London auf den Thron stieg. Ob der Welfenprinz den Weg ins Königreich seiner Vorfahren antreten wird, will das Haus vorerst nicht kommentieren: „Seine Königliche Hoheit (S.K.H.) Erbprinz Ernst-August von Hannover versteht sich ausschließlich als Privatperson und wünscht nicht, seine persönlichen und privaten Termine der Öffentlichkeit mitzuteilen“, hieß es. Ernst August war – zumindest unter „ferner liefen“ - lange Zeit in der Liste möglicher britischer Thronfolger geführt worden. Wegen seiner Heirat mit der katholischen Caroline von Monaco ist ihm diese theoretische Möglichkeit inzwischen genommen.