Interview

"Herr Cage hat hier seine Ruhe gesucht"

Der US-Schauspieler Nicolas Cage hat sein riesiges Anwesen in der oberpfälzischen Gemeinde Etzelwang verkauft. Der Star hatte das Schloss Neidstein erst vor zwei Jahren erstanden. Roman Berr, Bürgemeister von Etzelwang, spricht mit Morgenpost Online über den Rückzieher des Stars und die Zukunft des Schlosses.

Foto: picture-alliance/ dpa / dpa

Hollywoodstar Nicolas Cage wird nun doch kein Oberpfälzer. Der Oscar-Preisträger hat sein Schloss in der Gemeinde Etzelwang an seinen Berater, den Amberger Rechtsanwalt Konrad Wilfurth, verkauft. Erst vor zwei Jahren hatte der 45-jährige Cage Schloss Neidstein, ein Anwesen mit 28 Zimmern und 165 Hektar Wald und Wiesen, für zwei Millionen Euro selbst erworben. Angeblich wollte er hier sogar mit seiner Familie wohnen, doch über die Planungsphase ging das Projekt nicht hinaus. Fünf Fragen an den Bürgermeister der Gemeinde Etzelwang, Roman Berr.

Morgenpost Online : Herr Berr, sind Sie enttäuscht?

Roman Berr : Nein, bin ich nicht. Ich hatte wenig Kontakt zu Herrn Cage. Ich wusste auch nicht so recht, was genau mit dem Schloss geplant war. Das wird jetzt anders. Der neue Käufer, Herr Wilfurth, hat schon gesagt, dass die Gemeinde bei der Erstellung eines neuen Konzepts mit einbezogen wird.

Morgenpost Online: Hatten Sie denn gar nichts davon, dass Nicolas Cage Schlossherr in Ihrer Gemeinde war?

Berr : Natürlich gab es einen positiven Effekt. Wenn Herr Cage mal zu einer Veranstaltung irgendwo in Deutschland war, fuhren jede Menge Schaulustige an dem Schloss vorbei, aber das war’s auch schon.

Morgenpost Online : Was wollte Cage eigentlich in der Oberpfalz?

Berr : Herr Cage hat hier seine Ruhe gesucht. Und daran haben wir uns gehalten. Wir haben alles getan, damit er sie auch findet. Daher gab es auch keine offensiven Marketingstrategien.

Morgenpost Online : Haben Sie den Schauspieler persönlich kennengelernt?

Berr : Nein, es gab keine Gelegenheit. Ich bin ja auch erst seit einem Jahr Bürgermeister der Gemeinde. Aber Herr Cage war einmal vor Ort. Die Leute waren begeistert. Cage war mit dem Hubschrauber gekommen und hat sich eine ganze Stunde Zeit genommen, um sich mit den Nachbarn zu unterhalten. Und er war dabei wohl gar nicht abgehoben, das hat allen gefallen.


Morgenpost Online : Wissen Sie, wieso Nicolas Cage das Schloss verkauft hat – musste er?

Berr : Über die Gründe weiß ich gar nichts.