Mit Tiefsttemperaturen von teilweise deutlich unter minus zehn Grad hat Berlin einen neuen Kälterekord seit Beginn der Wetterauzeichnung aufgestellt. Der niedrigste Berliner Wert für den 1. Dezember hatte bislang bei minus 10,8 Grad gelegen. Das war 1931 in Berlin-Dahlem.

Hinzu kamen auch Schnee und Wind. Am frühen Morgen war es schlicht eisig draußen. Dennoch ist der Straßen- und Flugverkehr am Mittwochmorgen in Berlin und Brandenburg nicht beeinträchtigt worden. Es gab auf den Straßen nach Angaben der Polizei nicht mehr Unfälle, obwohl die Nebenstraßen teilweise glatt waren. Der Flugverkehr von und nach den Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel wurde nicht beeinträchtigt.

In der Region Berlin-Brandenburg erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Abend starke Schneefälle.

Ein unter Schnee zusammengebrochener Baum hat in Bayern einen ICE gestoppt, der auf der Strecke Berlin-München unterwegs war - und rund 200 Passagiere zur Übernachtung in einer Turnhalle gezwungen. Wie ein Bahnsprecher sagte, beschädigte der Baum am Montagabend auf der ICE-Strecke bei Ludwigsstadt in Nordbayern die Oberleitung und unterbrach die Stromzufuhr für den Fernzug. Die Gäste mussten mit Unterstützung des Technischen Hilfswerks (THW) in einen dieselbetriebenen Ersatzzug umsteigen und wurden in Ludwigsstadt untergebracht.

Diverse Annulierungen am Flughafen Frankfurt

Der Luftverkehr am Flughafen Frankfurt ist wieder stark behindert. „Es sind 39 Flüge aktuell für den Tag annulliert worden“, sagte die Sprecherin vom Flughafenbetreiber Fraport, Waltraud Riehemann. Das seien 22 Landungen und 17 Starts. Wegen verspäteten ankommenden Fliegern könnten auch die Flugzeuge in Frankfurt nicht pünktlich raus.

Betroffen seien Reiseziele in ganz Europa, wie etwa Genf und London. „Der Winterdienst ist hier im 24-Stunden-Einsatz“, sagte Riehemann. Bereits am Dienstag wurden am Frankfurter Flughafen 300 Flüge wegen Schnee und Glätte auf den Landebahnen gestrichen. Dadurch waren auch Fluggäste am Flughafen gestrandet. Für sie wurden 400 Feldbetten aufgestellt.

Hessen wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) aber auch am Mittwoch wieder von Frost und Schneefällen heimgesucht. Teilweise sanken in der Nacht die Temperaturen auf bis zu minus 15 Grad.

Schneebedeckt und kalt soll es auch im Süden bleiben. Für Bayern und Baden-Württemberg war wieder besonders kalte Luft vorausgesagt worden. In der Nacht war es frostig. Aber auch in Nordrhein-Westfalen wurde es klirrend kalt, teilte der DWD mit. Temperaturen von bis zu minus 15 Grad in der Nacht und weitere Schneefälle den ganzen Tag über, so lautete die Prognose.

Der Norden schläft noch

In einigen Bundesländern wie Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern hatte die Unwetterzentrale der Meteomediafür Mittwochnacht vor Stürmen und Schneefällen gewarnt. Dort sollten teilweise bis zu 15 Zentimeter neuer Schnee fallen. Davon war in der Nacht aber noch nichts zu spüren: Auf den Straßen blieb es relativ ruhig – es schien, als wollten die Menschen lieber im Warmen sein. Von Autounfällen wegen Glatteis konnten die Polizeibehörden deshalb nicht berichten. „Alles schläft“, resümierten einige Polizeisprecher.

An der Ostsee gab es in der Nacht keine Anzeichen für Hochwasser oder Sturmfluten wie in den Tagen zuvor. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hatte am Dienstag Entwarnungen rausgegeben. „Zudem haben auch die starken Schneefälle wenig Einfluss auf den Wasserstand“, sagte der Leiter des Wasserstandsdienstes beim BSH, Jürgen Holfort, am Mittwochmorgen. Am Tag würden aber wieder starke östliche Winde erwartet und diese könnten am Abend das Wasser an den Küsten wieder steigen lassen.

dpa/sh