Als der liebe Gott den Dialekt über Deutschland verteilte, hat er den Hessen übel mitgespielt. Doch die Hessen nehmen es mit Selbstironie. Das zeigen Sprüche wie: „Alle Hesse sin Verbrecher, denn se klaue Aschebescher. Und klaue se kaa Aschebescher sin se Seggsualverbrescher.“ Das Lied "Erbarmen, die Hessen kommen", hat selbstverständlich eine urhessische Band getextet.
Als Besucher könnte man fast glauben, die Hessen betrieben mit ihrer Mundart einen Hochleistungssport – und zwar in der Disziplin Mundfäule. Was dem Chinesen das „r“ ist, ist dem Hessen nämlich das „f“. Apfel heißt Eppel, „oberflächlich arbeiten“ heißt „huddele“ und der Einfallspinsel ist der "Simbel“. Der Hesse lässt sich nur dann zum „f“ hinreißen, wenn er seinen Gemütszustand preisgibt – etwa in größter Erregung wie beim „Uffmucke“, der "Aufsässigkeit".
Den Sinn hinter der bescheidenen Verwendung von Buchstaben versteht nur derjenige, der schon einmal in Frankfurt-Sachsenhausen in einer Apfelweinkneipe abgestürzt ist. Dort muss der betrunkene Gast keinen „Krug mit Apfelwein und Sprudelwasser“ bestellen, um Nachschub des "Stöffsche" zu erhalten. Nein, den erfahrenen Kellern reicht ein halb hingenuscheltes „Schoppe“ – und schon werden aus Verbreschern die nettesten Menschen – mit oder ohne Aschebescher ist einem dann auch völlig egal.
Damit auch Sie die Hessen verstehen, finden Sie hier ein Lexikon:
Quellen: www.aeppelsche-homepage.de und www.kailauer.de
km/gr




