Anklage

Berliner soll Doppelmord begangen haben

Ein 41-Jähriger aus Berlin ist angeklagt, im Dezember 2010 in Rheinland-Pfalz eine vierköpfige Familie überfallen und die Eltern ermordet zu haben. Seine Tat zog sich über mehrere Tage.

Nach dem Doppelmord vom Dezember 2010 in Diez (Rheinland-Pfalz) hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 41-Jährigen aus Berlin erhoben. Der Mann soll einen 58 Jahre alten Geschäftsmann und seine Ehefrau (41) ermordet und das Haus der Familie angezündet haben. Außerdem wird im vorgeworfen, dass er die beiden Kinder der Familie umbringen wollte, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz am Mittwoch mitteilte.

Der Angeklagte soll sich bewaffnet Zutritt zum Haus der vierköpfigen Familie verschafft haben. Dort brachte er laut Staatsanwaltschaft zunächst den 58-Jährigen und dessen Ehefrau, mit der er in der Vergangenheit eine Beziehung hatte, mit einer Schrotflinte in seine Gewalt. Der Anklage zufolge flößte er dem Ehemann eine Chemikalie ein und überließ ihn gefesselt und geknebelt sich selbst. Danach soll der mutmaßliche Mörder mit der ebenfalls gefesselten Ehefrau auf die Rückkehr der beiden Söhne gewartet haben, die er ebenfalls überwältigte.

Laut Obduktion starb der Ehemann an den Folgen der Chemikalien und der Knebelung an einem der folgenden Tage. In den nächsten Tagen soll der Mann die Familie weiter in seiner Gewalt gehabt haben. Die Opfer, heißt es von der Staatsanwaltschaft, mussten unter ständiger Bedrohung ein nach außen normales Familienleben vortäuschen.

In der Nacht zum 20. Dezember soll der mutmaßliche Täter schließlich den Kindern Schlaftabletten verabreicht, die Frau vergewaltigt und das Haus angezündet haben. Anschließend flüchtete er mit dem Auto, konnte aber von der Polizei aufgegriffen werden. Die beiden Söhne der Familie wurden durch den Feueralarm wach und konnten sich retten. Ihre Mutter starb.

Der 41-Jährige sitzt seit Dezember 2010 in Untersuchungshaft. Ihm droht jetzt eine lebenslängliche Freiheitsstrafe .