Operationspanne

Ärzte amputieren einer Frau das falsche Bein

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In Österreich haben Ärzte einer Frau das falsche Bein amputiert. Nach der Operation musste sie sich erneute in die Hände der Mediziner begeben.

Wegen der Nachlässigkeit ihrer Ärzte hat eine Österreicherin beide Beine verloren. Die Mediziner des Tiroler Bezirkskrankenhaus St. Johann bei Kitzbühel hatten der 91-Jährigen bei einer Operation fälschlicherweise ein gesundes Bein amputiert, berichteten österreichische Medien. Als der Fehler auffiel, entfernten sie ihr wenige Tage später wie ursprünglich geplant noch das kranke Bein. Die Frau schwebt nicht in Lebensgefahr.

Das Krankenhaus erstattete Selbstanzeige bei den Behörden und suspendierte den verantwortlichen Arzt. Ein weiterer Mediziner darf nur noch unter Aufsicht operieren. Doch erst Recherchen der „Kleinen Zeitung“ hatten den Fall an die Öffentlichkeit gebracht. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Aus jetziger Sicht sei menschliches Versagen für den Zwischenfall verantwortlich, heißt es in einer Stellungnahme des Krankenhauses. Außerdem hätten mehrere Sicherheitssysteme nicht gegriffen. Man habe alles unternommen, um den Vorfall lückenlos aufzuklären. Bestehende Qualitätsstandards sollen nun überarbeitet und verbessert werden. Patientenvertreter forderten ein unabhängiges Fehlermanagement und kritisierten die späte Informationen.

Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu Pannen im Operationssaal.

Laut Bundesärztekammer beschwerten sich im vergangenen Jahr 11.000 Patienten über ihre Behandlung, das waren so viele wie 2008. Doch in nur gut 7400 Fällen traf die angerufene Schlichtungsstelle dann auch eine Entscheidung, wovon wiederum gerade einmal ein Viertel zugunsten der Patienten ausging.

In exakt 1771 Fällen konnten die von den Schlichtungsstellen beauftragten Gutachter nachweisen, dass Patienten durch eine falsche Behandlung zu Schaden kamen und ihnen deshalb eine finanzielle Entschädigung zusteht.

Bei 91 Patienten führte die Behandlung zum Tod. Gemessen an den mehr als 400 Millionen Begegnungen, die es in jedem Jahr zwischen Ärzten und Patienten gibt, ist die Zahl der Behandlungsfehler verschwindend gering.

( AFP/dap/lk )

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