Katastrophe in Japan

Radioaktive Partikel in Deutschland erwartet

Forscher haben in Kalifornien und Island erhöhte Strahlung registriert. Die in Deutschland erwartete Radioaktivität soll nach Expertenangaben "sehr, sehr niedrig" sein.

Nach Berichten über erhöhte Werte radioaktiver Strahlung in Japan ist die Sorge über mögliche Auswirkungen des Atomunglücks von Fukushima weltweit gestiegen. Die US-Lebensmittelbehörde kündigte in der Nacht zum Mittwoch strenge Importvorschriften für Lebensmittel aus dem Land an.

Milch und Milchprodukte sowie Gemüse und Obst aus den Präfekturen Fukushima, Ibaraki, Tochigi und Gunma dürften nur noch nach vorherigen Radioaktivitätsmessungen eingeführt werden. Frankreich rief die Europäische Kommission zu „systematischen Kontrollen aller frischen Lebensmittel“ auf, die Europa aus Japan erreichten. Zugleich sprach sich das Land gegen ein vollständiges Einfuhrverbot aus.

Japans Regierung untersagte die Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte aus zwei Präfekturen im Umkreis des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1. Ministerpräsident Naoto Kan ordnete einen Lieferstopp für Brokkoli und das japanische Gemüse Komatsuna aus der Region Fukushima sowie für Rohmilch und Petersilie aus der Präfektur Ibaraki an, wie die Nachrichtenagentur Jiji mitteilte. Demnach riet Kan zudem dazu, auf den Verzehr von Spinat, Brokkoli und anderen Produkten zu verzichten. In der Umgebung von Fukushima 1 waren zuvor erhöhte Radioaktivitätswerte in elf Gemüsesorten festgestellt worden.

Der Leiter der Messstation Schauinsland des Umweltbundesamts, Erich Wirth, sagte dem MDR, in den vergangenen Tagen sei sowohl in Kalifornien als auch in Island eine erhöhte radioaktive Strahlung gemessen worden. „Und von da ist es nicht mehr weit bis Mitteleuropa“, fügte er hinzu. Die ankommende Radioaktivität werde jedoch „sehr, sehr niedrig sein“.

Luftströmungen mit radioaktiven Partikeln aus Japan werden nach Angaben des Umweltbundesamtes am heutigen Mittwoch Mitteleuropa erreichen. In Deutschland stiegen die Werte nach Wirths Angaben bisher noch nicht an. Es werde aber ein erster Anstieg bei der sogenannten Spurenanalyse erwartet.