Erdbeben und Tsunami

Japaner betrauern mittlerweile 7200 Tote

Nach dem Erdbeben, der Tsunamiwelle und 262 Nachbeben hat die Polizei in Japan neue Opferzahlen bekannt gegeben. Mindestens 7200 Menschen starben.

Es war ein kurzer Hoffnungsschimmer in einer Zeit voll düsterer Nachrichten: Acht Tage nach dem schweren Erdbeben und Tsunami in Japan hatten Rettungskräfte angeblich einen Mann lebend aus den Trümmern seines Hauses gezogen. Das berichteten japanische Medien. Doch sie mussten ihre Angaben korrigieren. Tatsächlich war der Mann nach dem Beben wohl in einem Notlager untergekommen und nach Hause zurückgekehrt, „um dort sauberzumachen“. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo.

Über seine vermeintlich wundersame Rettung hatten Medien auf der ganzen Welt berichtet. Den Berichten zufolge heißt der Mann Katsuharu Moriya und ist zwischen 20 und 30 Jahre alt. Helfer hatten ihn am Samstag in Kesennuma in der Präfektur Miyagi entdeckt. Das Missverständnis kam wohl zustande, weil der Mann zunächst nicht sprach. Er stehe unter Schock, hieß es. Der Tsunami hatte seinen Wohnort besonders stark zerstört. Nach Angaben der Armee saß der Mann im zweiten Stockwerk des Hauses fest und hatte sich in eine Decke eingewickelt.

Gut eine Woche nach der Naturkatastrophe gelten noch immer 10.902 Menschen als vermisst. Nach Angaben der Polizei sind inzwischen 7197 Todesopfer gezählt worden. Damit hat die Katastrophe mehr Menschen das Leben gekostet als das verheerende Erdbeben, das am 17. Januar 1995 die japanische Hafenstadt Kobe verwüstete. Damals starben etwas mehr als 6400 Menschen.

Während Retter fieberhaft versuchen, den Überlebenden zu helfen, kommt die Erde in Japan nicht zur Ruhe. Dem Erdbeben mit der Stärke 9,0 vom vergangenen Freitag sind so viele Nachbeben gefolgt wie nie zuvor. 262 Mal habe die Erde in der Woche danach mit der Stärke 5 oder mehr gebebt, teilte das Meteorologische Institut in Japan nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo mit. Die Häufigkeit der Nachbeben dieser Stärke sei die größte, die jemals aufgezeichnet worden sei. Sie habe um das Zweieinhalbfache höher gelegen als nach dem Beben der Stärke 8,2 im Osten der Insel Hokkaido 1994. Mittlerweile sei die Wahrscheinlichkeit weiterer starker Nachbeben gesunken, hieß es. Dennoch warnte der Chef des Erdbebenvorhersagezentrums des Instituts, Takashi Yokota: „Wir müssen wachsam bleiben, denn ein Erdbeben in einem Meeresgebiet kann noch 10 bis 20 Tage später starke Nachbeben auslösen.“