Namensstreit

Flugplatz Cochstedt darf nicht "Berlin" heißen

Wer auf dem Flugplatz Cochstedt landet ist zwei Autostunden von Berlin entfernt und nicht an das Bahnnetz angebunden. Dennoch nannten die Betreiber ihren Platz „Airport Magdeburg-Berlin International". Den Namen müssen sie nun ändern.

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Der Flugplatz Cochstedt in Sachsen-Anhalt darf nicht mehr mit dem Namen „Berlin“ um Fluggäste werben. Das Landgericht Berlin hat in einer am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung dem Betreiber des Flughafens in der Nähe von Magdeburg untersagt, den Namen „Airport Magdeburg-Berlin International“ zu verwenden. Die Richter bestätigten damit eine entsprechende Verbotsverfügung vom 28. Oktober 2010.

Die Berliner Flughäfen hatten im vergangenen Jahr eine einstweilige Verfügung gegen die Umbenennung des Flugplatzes Cochstedt erwirkt. Das Landgericht folgte der Argumentation, wonach die Umbenennung des Flugplatzes Cochstedt in mehrfacher Hinsicht einer „Irreführung von Passagieren entspricht und gleichzeitig eine Wettbewerbsverzerrung darstellt“.

Der Name „Magdeburg-Berlin International“ suggeriert nach Ansicht des Gerichts eine räumliche Nähe zur Hauptstadt und führt angesichts einer Entfernung von 185 Kilometern nach Berlin die Passagiere in die Irre, hieß es. Die Fahrzeit mit dem Auto nach Berlin betrage mehr als zwei Stunden. An das Bahnnetz sei der Flugplatz nicht angeschlossen.

Zudem täusche der Name „eine nicht vorhandene Größe und Internationalität des Flugplatzes und des Flugangebotes vor“, argumentierten die Richter im Eilverfahren. Im Wesentlichen würden in Cochstedt derzeit Kleinflugzeuge abgefertigt. Die Entscheidungsgründe zu dem Urteil des Landgerichts von Mittwoch lagen noch nicht vor.

(Landgericht Berlin, Urteil vom 9. März 2011 – 97 O 206/10)