Baden-Württemberg

21-Jähriger erdrosselt Ex-Freundin nach Liebesnacht

Weil er seine 18 Jahre alte Ex-Freundin aus Eifersucht mit einem Kabel erdrosselte, ist ein junger Mann zu einer Jugendstrafe verurteilt worden.

Foto: Welt Online

Eigentlich wollte er sich versöhnen und das Herz seiner Ex-Freundin zurückgewinnen. Doch weil sie ihm keine neue Chance gab, musste die 18-Jährige sterben. Ein 21-Jähriger Mann ist vor dem Landgericht Tübingen für den Mord an seiner Ex-Freundin zu zehn Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Mann die Frau mit einem Kabel erdrosselt hat. „Der Angeklagte hat gezielt und planvoll die Tötung eines Menschen vorgenommen“, hieß es in dem Urteil.

Es war eine wechselvolle Beziehung, die die beiden miteinander geführt hatten. Etwas mehr als ein Jahr waren der Angeklagte und sein Opfer vor der Tat ein Paar.Immer wieder gab es Streit, mindestens einmal wurde der 21-Jährige sogar gewalttätig und stach seiner Freundin ein Messer in den Oberschenkel.

„Es war seine besitzergreifende und eifersüchtige Art, die die Beziehung belastet hat. Der Angeklagte wollte seiner Freundin einfach keinen Freiraum lassen“, sagte der Vorsitzende Richter Martin Streicher. Als der junge Mann dann im Februar 2009 schwer bewaffnet in das Haus ihrer Eltern einbrach, hatte die 18-Jährige endgültig genug: Sie trennte sich und suchte sich einen neuen Freund.

Mann deutete Tat im Vorfeld an

Doch der 21-Jährige gab nicht auf. Als er wieder aus dem Gefängnis rauskam, wollte er seine Ex-Freundin um jeden Preis zurück. „Wenn ich sie nicht haben kann, soll sie keiner haben“, soll er seinem Großcousin gesagt haben. Tatsächlich konnte er seine frühere Freundin überreden, noch einmal eine Nacht mit ihm zu verbringen.

Am 30. Januar 2010 trafen sie sich in einem Reutlinger Hotel. Der 21-Jährige nahm das Wiedersehen offensichtlich sehr ernst: Er ging extra noch einmal zum Frisör.

Allerdings kaufte er kurz vor dem Treffen auch das Kabel, das später zur Tatwaffe wurde. „Die Kammer geht davon aus, dass der Beschluss, sie zu töten, bereits da gefasst war – sofern das Treffen nicht nach dem Wunsch des Angeklagten verlaufen sollte“, sagte Streicher.

Heimtückische Vorbereitung

Dann begann ein harmonischer Abend. Die beiden gingen in das Hotelzimmer, schliefen sogar noch einmal miteinander. Wie der Gerichtsmediziner bei seiner Obduktion feststellte, geschah dies einvernehmlich. Aber die Beziehung wollte das Opfer dennoch nicht mehr aufleben lassen. „Die Trennung sollte endgültig sein. Das ist in der Nacht dann auch dem Angeklagten klar geworden“, sagte Streicher.

Heimtückisch bereitete der 21-Jährige die Tat nach Überzeugung der Richter vor. Er habe seinem Opfer eine Überraschung versprochen. Sie sollte sich umdrehen und die Haare anheben. Dann habe er das Kabel um ihren Hals gelegt und so lange zugezogen, bis die junge Frau erstickte.

In der Entwicklung zurückgeblieben

Anschließend ging der 21-Jährige selbst zur Polizei und gestand die Tat. Vor Gericht schwieg er aber eisern zu den Vorwürfen.

Weil er nach Einschätzung von Gutachtern in seiner Entwicklung zurückgeblieben ist, verurteilten ihn die Richter noch nach Jugendstrafrecht. Die Eltern des Opfers, die als Nebenkläger aufgetreten waren, hatten eine harte Strafe nach dem Erwachsenen-Strafrecht gefordert. Während der Urteilsverkündung blickte der 21-Jährige die ganze Zeit unter den Tisch, um der Familie des Opfers nicht in die Augen sehen zu müssen.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen