Es war das wohl schwerste Schiffsunglück in letzter Zeit. Das am Samstag im Taifun „Fengshen“ gekenterte Fährschiff „Princess of the Stars“, riss hunderte Menschen mit in den Tod. 124 Opfer wurden bisher geborgen, von 680 Personen fehlt noch jede Spur.
Die Katastrophenbehörden zogen unterdessen die schreckliche Bilanz des Taifuns: Insgesamt kamen mindestens 1500 Menschen ums Leben oder werden noch vermisst.
Auf den Philippinen regt sich nun Protest gegen die hastige Beisetzung der Opfer des schweren Fährunglücks in namenlosen Massengräbern. Viele Angehörige äußerten sich empört. „Wir wissen, dass unsere Angehörigen tot sind, aber wir wollen ihnen wenigstens eine ehrenvolle Bestattung geben“, schrie eine verstörte Frau vor dem Büro des Fährbetriebs „Sulpicio Lines“.
Doch den Behörden bleibt keine andere Wahl. „Wir hatten Formalin angefordert, aber nicht bekommen und wir können die Leichen nicht konservieren.“ sagte Bürgermeister von Claveria, Eduardo Andueza. In der Stadt wurden bisher 28 Leichen in Massengräbern bestattet. In der Provinz Masabate wurden 60 Opfer der Katastrophe anonym beigesetzt und in der Stadt San Pascual 32.
An dem Wrack rund 300 Kilometer südlich von Manila sind immer noch Dutzende Marinetaucher im Einsatz, um Ertrunkene zu bergen. Die Behörden müssen weiterhin auf die Taucher setzten, weil das auftrennen des Rumpfes der Fähre, die Gefahr einer Ölverseuchung birgt. Die Taucher versuchen stattdessen, durch Türen und Fenster in das Frack einzudringen.
56 Menschen überlebten nach offiziellen Angaben das Unglück. In den Tagen kurz nach der Katastrophe waren zahlreiche Schiffbrüchige gerettet worden, doch herrschte lange Unklarheit, ob sie an Bord der Fähre oder auf kleineren Schiffen gewesen waren.
In anderen Landesteilen kamen bei Überschwemmungen und Erdrutschen 498 Menschen ums Leben. 263 Personen werden noch vermisst. „Fengshen“ verursachte vor allem in der Provinz Iloilo die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten.
dpa/emu



