Nach sintflutartigen Regenfällen herrscht im Mittleren Westen der USA in zahlreichen Städten Land unter. In Des Moines, der Hauptstadt des Bundesstaates Iowa mit 200. 000 Einwohnern, waren nach einem Dammbruch am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) Mitarbeiter der Stadt und die Nationalgarde im Dauereinsatz. In der zweitgrößten Stadt Cedar Rapids standen hunderte Häuserblöcke im Wasser. Die Stadtverwaltung rief die Bevölkerung auf, den Trinkwasserverbrauch einzuschränken. Die Behörden erwarten für die kommenden Tage keine Verbesserung der Lage. Durch die Fluten starben in den vergangenen drei Wochen mindestens 20 Menschen, davon allein 15 in Iowa.

„Das war eine sehr beschwerliche Woche für unseren Bundesstaat“, erklärte der Gouverneur von Iowa, Chet Culver. Die Universität von Iowa sagte bis zum 22. Juni den Unterricht ab, weil Schlafsäle, Unterrichtsräume, Bibliothek und ein Kunstmuseum von den Wassermassen bedroht sind. Die Angestellten sollten von zu Hause aus arbeiten oder sich an den Hilfsmaßnahmen beteiligen.

Nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes werden für die kommende Woche weitere Regenfälle erwartet. Der Fluss Cedar River, der große Teile der Stadt Cedar Rapids überschwemmte, befinde sich auf einem Rekordpegel von neuneinhalb Metern, der bis Ende der kommenden Woche voraussichtlich nicht sinken werde.

Nach sintflutartigen Regenfällen am Donnerstag hatten sich die Städte entlang des Flusses auf das Schlimmste vorbereitet. Die Nationalgarde und ein Heer von Freiwilligen verteilten Sandsäcke. „Unsere Vorhersagen einer Jahrhundertflut – oder von Schlimmerem – werden wirklich wahr“, sagte die Bürgermeisterin von Iowa City, Regenia Bailey.

„Wir sitzen fest und können nirgendwo hin“, sagte Gloria Hines aus Cedar Rapids. Zwar ist ihr Haus ein Dutzend Häuserblocks entfernt von jener Stelle, wo der Cedar River über die Ufer trat. Doch die Wassermassen, die aus den Entwässerungspumpen sprudeln, machten die Straßen unpassierbar. Viele Häuser waren nur noch mit dem Boot erreichbar.

Begonnen hatte das Unwetter mit einem Tornado am 25. Mai. Danach hatte es praktisch unentwegt geregnet. Die ganze Region leidet unter den schweren Überschwemmungen, betroffen sind Teile der Bundesstaaten South Dakota, Minnesota, Wisconsin, Nebraska, Illinois, Indiana, Kansas, Oklahoma und Arkansas.

AFP/cl