Nach dem Wohnungsbrand in Magdeburg mit einem getöteten Kleinkind hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen den Vater aufgenommen. Es bestehe der Verdacht, dass der 37-Jährige seine Fürsorge- und Erziehungspflicht verletzt und sich damit womöglich auch der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung schuldig gemacht habe, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Der Vater habe als Letzter die Wohnung verlassen und „die Kinder sich selbst überlassen“. Nun sei die Frage, „ob das eine Pflichtverletzung war, die letztlich zu deren Gefährdung geführt hat“.
Bei dem Brand am Mittwoch war ein 20 Monate alter Junge ums Leben gekommen, seine Zwillingsschwester sowie die fünfjährige Schwester der beiden wurden zunächst lebensgefährlich verletzt. Die Fünfjährige erlag am Tag darauf im Krankenhaus einer schweren Rauchgasvergiftungen, wie die Staatsanwaltschaft in Magdeburg mitteilte.
Die drei Kinder waren allein zu Hause, als das Feuer ausbrach. Die Ursache war laut Staatsanwaltschaft auch noch nicht definitiv geklärt. Die Ermittler schließen dem Sprecher zufolge aber einen Defekt elektrischer Geräte aus und vermuten vielmehr Zündeln im Kinderzimmer als Ursache für das Feuer. Als Brandherd haben sie ein Kinderbett ausgemacht.
Zum Gesundheitszustand der beiden verletzten Kinder gab es am Donnerstag zunächst keine neuen Angaben. Sie befänden sich weiterhin in ärztlicher Behandlung, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Polizei hatte am Mittwoch zunächst gemeldet, die Fünfjährige sei beim Brand ums Leben gekommen und die Zwillinge seien verletzt, die Angaben jedoch später korrigiert.
Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler hatte der 37-jährige Vater nach dem Verlassen der Wohnung zunächst ein weiteres Kind – einen einmonatigen Säugling – in die Obhut einer Bekannten gegeben. Danach wollte er offenbar zu seiner Frau, die am Morgen mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus gekommen war. Der Vater selbst habe sich bislang aber nicht zu den Geschehnissen geäußert, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
dpa/AP/ddp/kami




