Loveparade-Massenpanik

Trauerfeier wird ins Stadion übertragen

Mindestens 10.000 Menschen erwartet die Polizei am Sonnabend zur Trauerfeier für die Massenpanik-Opfer in Duisburg. Eine Übertragung ins Fußballstadtion ist geplant.

Die Trauerfeier am kommenden Sonnabend für die Opfer des Loveparade-Unglücks wird auch in das Duisburger Fußballstadion übertragen. Es werde eine Übertragung des ökumenischen Gottesdienstes von der Duisburger Salvatorkirche ins Stadion geben, sagte eine Sprecherin der evangelischen Kirche im Rheinland. Zu den Trauerfeierlichkeiten in der Ruhrgebietsstadt werden nach vorsichtigen Schätzungen der Polizei mindestens 10.000 Teilnehmer erwartet. Die Zahl könne jedoch auch höher liegen, sagte ein Polizeisprecher.

Auch vor dem Stadion wird es Übertragungsleinwände geben. Die gut einstündige Zeremonie wird außerdem auf Großleinwänden in rund 20 katholischen und evangelischen Kirchen der Stadt zu sehen sein. Die ARD berichtet live. Auf dem Vorplatz der Salvatorkirche und im Freihafen wird es, entgegen den ursprünglichen Planungen, keine Übertragungen geben.

Die 550 Sitzplätze in der evangelischen Salvatorkirche sind reserviert für Angehörige, Verletzte sowie für Besucher, die die Kirchengemeinde ausgewählt habe, teilte die nordrhein-westfälische Staatskanzlei in Düsseldorf mit. Bundespräsident Christian Wulff, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) wollen dort am Samstagvormittag mit den Angehörigen trauern. Der Gottesdienst wird vom Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Nikolaus Schneider, und dem Essener Bischof Franz-Josef Overbeck geleitet. An der Gestaltung sind auch Einsatzkräfte der Rettungsdienste und der Polizei beteiligt.

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) wird an dem Gottesdienst nicht teilnehmen, um die aufgebrachten Bürger nicht durch seine Anwesenheit zu provozieren. Sauerland wird von verschiedenen Seiten die Verantwortung für mangelnde Sicherheitsvorkehrungen bei der Loveparade zugeschoben.

Die bis auf weiteres angeordnete Trauerbeflaggung für die Todesopfer bei der Loveparade wird in Nordrhein-Westfalen bis einschließlich Sonnabend aufrechterhalten, teilte das Innenministerium mit.