Hausexplosion in Düsseldorf

Ermittler fassen verurteilten Sechsfach-Mörder

Die Flucht des zu lebenslanger Haft verurteilten Sechsfach-Mörders Heinz N. ist vorbei. Der 49-Jährige wurde in der Marburger Universitätsklinik verhaftet. Nach ihm wurde in ganz Deutschland gefahndet, weil er seinen Haftbeginn in einem Hagener Gefängnis geschwänzt hatte.

Der Sechsfach-Mörder Heinz N. war in die Universitätsklinik nach einem mutmaßlichen Suizidversuch eingeliefert worden. Er hatte am Dienstag seine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt (JVA) in Hagen nicht angetreten und war deshalb bundesweit per Haftbefehl gesucht worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat N. in den vergangenen Tagen in einem Hotel in der hessischen Kleinstadt Stadtallendorf gelebt und als Mitglied einer Fliesenlegerkolonne gearbeitet. Am Donnerstagabend sei er erneut in dem Hotel erschienen und habe einen verwirrten Eindruck gemacht. Der Hotelier habe daraufhin die Polizei verständigt.

Die Einsatzkräfte hätten N. jedoch nicht als den gesuchten Sechsfachmörder erkannt. Er habe ihnen auch falsche Personalien genannt und sei anschließend in die Uniklinik Marburg eingeliefert worden. Dort sei festgestellt worden, dass der Mann offenbar erhebliche Mengen Medikamente eingenommen hatte. Eine Überprüfung der Personalien ergab dann, dass es sich um den gesuchten Heinz N. handelte. N. befindet sich weiter in der Klinik und wird streng bewacht. Er soll so schnell wie möglich in die JVA Hagen verlegt werden.

Das Landgericht Duisburg hatte den früheren Düsseldorfer Bauunternehmer wegen sechsfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Er hatte im Jahr 1997 in einem Düsseldorfer Mehrfamilienhaus zusammen mit einem befreundeten Dachdecker eine Gasexplosion verursacht. Dabei waren sechs Mieter ums Leben gekommen. Laut Urteil wollte der 49-jährige Hausbesitzer seine Mieter loswerden und in dem Gebäude Luxuswohnungen errichten.

N. hatte von 1997 bis 2005 rund acht Jahre in Untersuchungshaft gesessen. Daraufhin war der Haftbefehl gegen ihn vom Bundesverfassungsgericht wegen der unverhältnismäßig langen Verfahrensdauer aufgehoben worden. Weil das Landgericht Duisburg auch nach der Verurteilung im Frühjahr vergangenen Jahres keine Fluchtgefahr gesehen hatte, durfte er bis zur Ladung zum Haftantritt auf freiem Fuß bleiben.

Neueste Panorama Videos

Neueste Panorama Videos

Beschreibung anzeigen