Betrunken am Flughafen

Ukraine dementiert Randale des Innenministers

Die Berichte über einen betrunkenen Innenminister, der auf dem Frankfurter Flughafen randaliert haben soll, missfällt ukrainischen Regierung. Sie dementiert, dass es den Vorfall gegeben hat, bei dem Juri Luzenko von der Polizei abgeführt wurde. Angeblich soll es bloß ein Problem mit Papieren gegeben haben.

Foto: AP

Der ukrainische Innenminister Juri Luzenko und sein Sohn haben betrunken am Frankfurter Flughafen randaliert und sind von der Polizei abgeführt worden. Nach Angaben der Polizei wurden bei der Auseinandersetzung am Montagabend vier Polizisten verletzt.

Hintergrund war, dass ein Lufthansa-Flugkapitän die beiden nicht mit auf den Flug nach Seoul nehmen wollte, weil sie betrunken waren. Einen entsprechenden Bericht der „Bild“-Zeitung bestätigte die Polizei weitgehend, nannte aber unter Hinweis auf die Immunität Luzenkos keine Einzelheiten. Die ukrainische Regierung widersprach dem Bericht.

Luzenko soll laut „Bild“ während einer Zwischenlandung dem Flughafenpersonal aufgefallen sein, sein 19-Jahre alter Sohn sei sogar in Handschellen mit auf ein Polizeirevier genommen worden. Dass Luzenkos Sohn – wie von „Bild“ berichtet – nach einem Alkoholtest drei Promille hatte, dementierte die Polizei. Nach der Vermittlung von Hessens Vize-Polizeipräsident Günter Hefner seien Luzenko und sein Sohn am Dienstagabend nach Seoul weiter geflogen.

„Es gab keine Handschellen, und es gab auch keinen Konflikt wegen Trunkenheit“, sagte dagegen ein Sprecher des Innenministeriums in Kiew. Luzenko und seine Delegation seien am Montag in Frankfurt nach der Ankunft aus Kiew in der Transitzone mit dem Ausfüllen von Dokumenten aufgehalten worden und hätten deshalb den Anschlussflug nach Seoul verpasst.

Der Innenminister habe wegen des Vorfalls seine Gespräche in Südkorea unter anderem über die Vorbereitungen zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine verschieben müssen.

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte, ein ukrainischer Fluggast, der „einen stark alkoholisierten Eindruck machte und sehr laut war“ sei nach der Entscheidung, ihn nicht an Bord zu lassen, handgreiflich geworden und habe „deutlich randaliert“.

Es sei zu befürchten gewesen, dass es auch an Bord der Maschine zu Pöbeleien gekommen wäre. „Deshalb war die Entscheidung, ihn nicht mitzunehmen und die Polizei einzuschalten, absolut richtig“, sagte der Sprecher. Den Namen des Passagiers nannte Lufthansa aber nicht.

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