Beim Absturz eines Hubschraubers vor der nordöstlichen Küste Schottlands sind vermutlich alle 16 Insassen ums Leben gekommen. Nach der Bergung von acht Leichen geht die Suche nach den übrigen Vermissten weiter, teilte die Polizei mit. Es sei das Schlimmste zu befürchten.
Auch der schottische Ministerpräsident Alex Salmond erklärte, die Überlebenschance der Vermissten sei bei fünf Grad Wassertemperatur äußerst gering. „Wir können wohl alle 16 Leben als verloren ansehen“, so Salmond.
Der Absturz ereignete sich am Mittwoch etwa 25 Kilometer vor der Küste von Crimond im Nordosten Schottlands. Offiziellen Angaben zufolge waren die Flugbedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks hervorragend. „Es gibt keinen Hinweis darauf, dass das Wetter eine Rolle bei dem Vorfall spielte“, sagte eine Sprecherin der Küstenwache.
Nach Angaben des Ölkonzerns BP war der Hubschrauber auf dem Rückweg von der rund 270 Kilometer von der Küste entfernten Ölplattform Miller. An Bord waren 14 Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder. Zunächst wurden jedoch lediglich zwei umgestürzte Rettungsinseln entdeckt. An der Suche nach den Vermissten waren 15 Schiffe, zwei Hubschrauber und ein Marineflugzeug beteiligt.
Der britische Premierminister Gordon Brown sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus. „Meine Gedanken sind bei den Verwandten derer, die Angehörige bei dem Absturz verloren haben“, sagte Brown am Rande des G20-Gipfels in London. „In einem Moment wie diesem müssen wir uns der Risiken und Gefahren bewusstwerden, die Menschen auf sich nehmen, um unseren Energiebedarf zu decken.“
Der abgestürzte Hubschrauber gehört der Firma Bond Offshore Helicopters, die Plattformen in der Nordsee versorgt. Vor knapp zwei Monaten war ein Hubschrauber desselben Unternehmens und gleichen Typs rund 500 Meter vor einer Plattform in die See gestürzt. Alle 18 Insassen konnten damals gerettet werden. Die Gewerkschaft der Ölarbeiter verlangte damals, das Hubschrauber-Modell vorerst nicht mehr einzusetzen.
dpa/Reuters/jw



