Einer der meistgesuchten Verbrecher der Welt ist in Venezuela erschossen worden. Die Leiche des Kolumbianers Wilber Varela ist in einer Ferienanlage in Mérida entdeckt worden. Auf den 50-Jährigen hatten die USA ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar (3,4 Millionen Euro) ausgesetzt.


Varela galt als Chef des berüchtigten kolumbianischen Kokain-Kartells „Norte del Valle“. „Der einflussreichste Drogenmann unseres Landes ist tot“, sagte in Kolumbien der Friedensbeauftragte der Stadt Cali, Fabio Cardozo.


Varela sei im Auftrag seines engsten Mitarbeiters Luis Calle ermordet worden, schrieb die kolumbianische Zeitung „El Tiempo“ gestern. Der Drogenboss habe seit sechs Jahren in Venezuela gelebt, weil er sich wegen der heftig tobenden Mafiakriege in Kolumbien nicht sicher gefühlt habe.


Calle werde „der Sänger“ genannt und sei nun einer der neuen Drogenbarone in Kolumbien. Die Behörden befürchteten jetzt einen neuen „Krieg“ um die Kontrolle des Drogenhandels in Kolumbien. Die Umstände des Todes von Varela, der in der Drogenszene „Jabon“ (Seife) genannt wurde, sind im Moment noch nicht ermittelt. Bislang soll nur feststehen, dass Varela und ein zweiter Mann, der im selben Haus tot gefunden worden sind, mit Schüssen aus einer Neun-Millimeter-Pistole ermordet wurden.


Varela sei mit gefälschten Papieren unterwegs gewesen. Durch seine Fingerabdrücke und andere Daten sei er zweifelsfrei identifiziert worden. Die Körper der Ermordeten wurden von Dienstmädchen gefunden. „Die Bettlaken, Flaschen, Küchengeräte, alles war blutverschmiert“, erzählten Augenzeugen.

Wilber Varela hatte in den 80er Jahren mit dem Drogenhandel begonnen. Er baute eine Privatarmee auf, die „Los Machos“ genannt wurde und kolumbianischen Behörden zufolge Tausende Menschenleben auf dem Gewissen hat.